+
Schule, Staatsdomäne, Kloster: Der Weiler Konradsdorf liegt zwar etwas abseits, hat aber einiges zu bieten. FOTO: PRW

"Enormes Potenzial für Region"

  • schließen

Ortenberg(prw). Am Weiler Konradsdorf im Stadtgebiet von Ortenberg befinden sich eine Gesamtschule mit Oberstufe für die umliegenden Städte und Gemeinden, eine landwirtschaftlich genutzte Staatsdomäne mit gut frequentiertem Bioladen und eine historische Klosteranlage, die in ihrem Ursprung über 1000 Jahre alt ist. Um für diese besondere Konstellation optimale Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen, hat der Kreis eine Potenzial- und Machbarkeitsanalyse erstellen lassen.

In Konradsdorf ist einiges in Bewegung: Mit der Einführung der gymnasialen Oberstufe vor über 20 Jahren hat sich die Zahl der Schüler auf bis zu 1300 erhöht. Entsprechend hoch ist der Anteil des Individualverkehrs, insbesondere auch von "Elterntaxis". Die Einzellage der Schule und deren weiter Einzugsbereich garantieren nicht für alle Schüler eine gute Busanbindung. Die Bahnhöfe Effolderbach und Stockheim liegen mehrere Kilometer entfernt, und der allseits gewünschte Radweg nach Ranstadt ist noch in der Planung. Aber auch für die Zubringerstraße von der B 275 zur Schule entlang der Staatsdomäne besteht Handlungsbedarf: Der Begegnungsverkehr zwischen Bussen, Schülern, Eltern, Lehrern und Landmaschinen müsste dringend baulich entflochten werden.

Dabei ist der Verkehr nur ein Bestandteil, der mit der Studie betrachtet wird. "Es geht darum, die Situation für alle Einrichtungen am Standort zu optimieren und miteinander abzustimmen", sagt Kreisbeigeordneter und Regionalentwicklungsdezernent Matthias Walther. Das ist wegen der vielen Eigentümer komplex: Der Kreis ist Schulträger, die Hessische Landgesellschaft verwaltet die Domäne, und die Verwaltung der Hessischen Schlösser und Gärten ist für die Klosterruine verantwortlich. Darüber hinaus ist der Pächter der Domäne zu beteiligen, und nicht zuletzt hat die Stadt Ortenberg ein gewichtiges Wort mitzureden.

Zu den Aufgaben des beauftragten Fachbüros gehörte es, eine Bestandsaufnahme, ein Nutzungs- und ein Umsetzungskonzept vorzulegen - unter Berücksichtigung der besonderen Standortkriterien. Auch das Wertschöpfungspotenzial wurde angesprochen.

Enormes touristisches Potenzial für die Region hat demnach die Klosterruine; die Propstei des ehemaligen Prämonstratenserinnen-Klosters wird derzeit durch das Land Hessen instandgesetzt.

Hofladen soll vergrößert werden

Auch der Hofladen auf dem Gelände der Staatsdomäne wird sehr gut angenommen, sodass er vergrößert werden soll. Das derzeit noch gemeinsam mit dem Laden untergebrachte Hofcafé könnte eigene Räume in einer benachbarten Scheune erhalten. "Hier ist eine Besucherlenkung dringend geboten", so das Fachbüro.

Für die Umsetzung der zahlreichen Optionen, die das Konzept enthält, sind die jeweiligen Eigentümer verantwortlich. Zentrale Themen wie die sichere Verkehrsanbindung und die Optimierung der Parkflächen sollen einvernehmlich abgestimmt werden.

Kreisbeigeordneter Walther betont, dass die vom Kreis beauftragte und mit LEADER-Mitteln kofinanzierte Analyse von allen Beteiligten positiv aufgenommen worden sei. "Diese Studie ist der Anstoß zur Weiterentwicklung des Standorts Konradsdorf, der ein enormes Potenzial beinhaltet."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare