Drogenprozess zieht sich hin

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Ortenberg/Gießen (dpa). Im Prozess um den Drogen-Onlineshop »Chemical Revolution« ist vor dem Landgericht Gießen noch kein Ende in Sicht. Derzeit seien 18 weitere Verhandlungstage bis Ende April geplant, teilte eine Sprecherin mit. »Wobei durchaus nicht sicher ist, dass diese ausreichen werden, auch wegen der bekannten Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.«

Der Prozess gegen sieben Angeklagte läuft seit bald einem halben Jahr. Als mutmaßlicher Chef des Online-Shops gilt ein Mann aus dem Landkreis München. Mittlerweile wurde laut Gericht eine zweistellige Zahl von Zeugen vernommen. Die angeklagten Männer sollen in unterschiedlichen Rollen den Shop im Internet sowie im anonymen Darknet betrieben oder Tätigkeiten dafür übernommen haben.

Der Prozess in Gießen dreht sich nur um einen kleinen Teil der Vorwürfe und auch noch nicht um alle mutmaßlichen Beteiligten der internationalen Gruppierung. Gegen diese soll auch angesichts des umfangreichen Verfahrens später verhandelt werden. Insgesamt gibt es laut Anklage elf Angeklagte.

Ortenberg soll Tatort gewesen sein

Für den Online-Shop »Chemical Revolution« sollen kiloweise Drogen aus den Niederlanden nach Deutschland gebracht worden sein. Das Rauschgift wurde dann laut Ermittlern an verschiedenen Orten bundesweit gebunkert, verpackt und an die Kunden verschickt. Bei der Zerschlagung der Plattform 2019 galt diese als deutschlandweit größte ihrer Art.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt geht in ihrer Anklage von insgesamt 320 Taten aus, begangen zwischen September 2017 und Februar 2019. Die Shop-Betreiber sollen etwa eine Million Euro in Form der Kryptowährung Bitcoin eingenommen haben. Tatorte waren demnach unter anderem in Hessen, Niedersachsen und Hamburg.

Ein Tatort soll Ortenberg gewesen sein, wo die Drogen in einer Ferienwohnung gelagert worden sein sollen - die Wetterau liegt im Zuständigkeitsbereich des Landgerichts Gießen. Die Richter verhandeln wegen der Corona-Regeln in einem großen Saal in der Gießener Kongresshalle sowie in einem externen Gerichtssaal in einer Leichtbauhalle.

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