Fastnachtssitzung

Zeitmaschine voller Narretei in Ober-Mörlen

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Erfolgreicher Auftakt: Der Mörlauer Carneval-Club hat sein Publikum mit auf eine rasante Reise zurück in die Zukunft genommen.

Puh, das ist nochmal gut gegangen. Kaum hatten die Piloten der qualmenden Zeitmaschine die Feuerwehr gerufen, raste diese mit Sirenengeheul und Blaulicht durch den Saal auf die gigantische Bühne. Stunts und eine sexy Show umrahmten die heiße "Rettungsaktion" der Smarties. Seinem Namen machte das junge Männerballett alle Ehre, als am Samstag bei seinem Auftritt während der ersten Fastnachtssitzung des Mörlauer Carneval-Clubs buchstäblich "die Hütte brannte".

Zur Begeisterung des Publikums in der proppenvollen Narrhalla zündete der MCC seine Zeitmaschine Delorean für eine Reise "zurück in die Zukunft", wie Filmfans sie aus der gleichnamigen Trilogie kennen. Um zwischen Gegenwart, Zukunft und alten Zeiten hin- und herzuspringen, steuerten die Sitzungspräsidenten Hendrik Schaupp und Bruno Winkler mit Erfinder Doc Brown (Markus Peppi Peppler) ihr Kultauto vor HD-Leinwand und Elferratstribüne an Schauplätze mit Tanz, Musik, Büttenspaß.

Männerballett im Discofieber

In der Zukunft fand das Trio das verschollen geglaubte Funkenmariechen Kira Schneider wieder. Für ihren Solotanz und den Gardetanz mit ihren Großen Roten Funken war die charmante Schönheit bestens gerüstet. Im Hier und Jetzt versüßten die Showtänzerinnen ihrem Publikum als leibhaftiges Popcorn das Erleben. Zum Träumen und Tanzen in 1001 Nacht entführten die Süßgespritzten und ihr spendabler Flaschengeist, derweil die Celebrations von den Delorean-Piloten im Mittelalter aufgespürt wurden: als soeben erwachte Vamp-Vampire.

Zurück Richtung Gegenwart, machte die Zeitmaschine Halt in den 70er Jahren, wo sich das Männerballett dem Discofieber hingab. Mit Kulthits von damals bis zur aktuellen "Cordula Grün" hatte zuvor das Trio Julia Duchardt, Hendrik Schaupp und Markus Peppler die Narrhalla zum Überschäumen gebracht. Die Drei waren es auch, die der Zeitmaschine mit Musik buchstäblich auf die Sprünge halfen: Den "Time Warp" à la Rocky Horror Picture Show legten sie mit der Intro-Gruppe flott aufs Parkett. Den musikalischen Zeitsprung zwischen Gründung, "Superjeilezick" und Cordula-Ohrwurm vollführten die Roten Husaren in Outfits quer durch ihre Musikzug-Geschichte.

Braut und Bräutigam in einem

Auch die Büttenredner wagten Zeitsprünge und -reisen. Ex-Till Ralf Windgassen brachte seinen sprechenden Elch Günni mit ins heutige Absurdistan, und auch Dieter Obleser kam zu zweit: Um sich selbst zu heiraten, inszenierte das Büttenass die Personalunion von Braut und Bräutigam. Daniel Kanschat alias Marty McFly nutzte den Delorean für eine amüsante Reise durch sein junges Leben. Nach jahrelanger Pause brillierte Bruno Winkler in der Bütt, seine Reise in die Zukunft führte ihn zu Mörlens Pfarrer Ryszard Strojek, den die Kardinäle inzwischen zum Papst gewählt hatten. Ryszard I. rührte mit christlichen Kalauern zu Freudentränen und reiste standesgemäß in der zum "Papamobil" umfunktionierten Zeitmaschine ab.

Mit Marlena Ritzel und Linda Weiner von "Radio Mörlau – Wir hören Sie schlau" startete eine neue Generation Büttenredner durch. Unter den verrückten Nachrichten aus Mörlau fanden eine mit der Glasfaser kombinierte Bier-Pipeline, eine MCC-Arena und ein internationaler Flugplatz für Air-Mörlau-Maschinen besonderen Anklang. Spätestens zur live gesungenen MCC-Hymne der beiden Senkrechtstarter stand der Saal Kopf. Mit der Bernd-Schütz-Band ging die Zeitreise auf den Tanzdielen weiter bis tief in die Nacht.

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