Nach dem Rundgang (v. l.): Carsten Müller, Heike Jordan, Dr. Jörg-Uwe Hahn, Frei Messow und Jürgen Meyer-Haake. FOTO: PM
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Nach dem Rundgang (v. l.): Carsten Müller, Heike Jordan, Dr. Jörg-Uwe Hahn, Frei Messow und Jürgen Meyer-Haake. FOTO: PM

"Wirtschaftsstandort fehlt Repräsentanz"

  • vonred Redaktion
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Ober-Mörlen(pm). Dass infolge der Corona-Pandemie weniger Operationen in Kliniken erfolgen, merkt auch der Medizinprodukthersteller Meyer-Haake GmbH Medical Innovations. Davon konnte sich kürzlich der FDP-Landtagsabgeordnete Dr. Jörg-Uwe Hahn überzeugen, der mit dem stellvertretenden Kreisvorsitzenden Frei Messow das Ober-Mörler Unternehmen besuchte.

Wie die Geschäftsführer Jürgen Meyer-Haake und Heike Jordan sowie Export-Sales-Manager Carsten Müller berichteten, lässt Meyer-Haake an mehreren Standorten in Deutschland Produkte für die Medizinbranche herstellen. Aushängeschild des Unternehmens sei unter anderem ein innovativer Gewebekleber, der für eine effektive Wundversorgung genutzt werde. Der unter dem Namen "Epiglu" weltweit vertriebene Klebstoff mache das Nähen von Wunden überflüssig. Wunden könnten mit "Epiglu" schmerzfrei und kostengünstig versorgt werden.

Zudem stellt das Ober-Mörlener Unternehmen unter anderem Radiochirugie-Geräte her: Unter dem Namen "radioSURG 2200" vertreibt Meyer-Haake ein Gerät, das weltweit in Operationssälen genutzt wird, beispielweise im HNO-Bereich für das Schneiden und Abtrennen von Gewebe und zur Blutstillung. Derzeit beschäftigt das Unternehmen zehn Mitarbeiter. Jordan berichtete über Schwierigkeiten im Zuge der Pandemie: "In den letzten Wochen und Monaten wurden viel weniger Operationen durchgeführt als üblich." Dies liege zum einen daran, dass zunächst Kapazitäten für Corona-Patienten freigehalten und dadurch Operationen verschoben worden seien und zum anderen daran, dass viele Menschen derzeit Angst hätten, ein Krankenhaus aufzusuchen und eigentlich nötige OP durchführen zu lassen."

Jordan und Meyer-Haake nutzten die Möglichkeit, um eine aus ihrer Sicht fehlende Repräsentanz des Wirtschaftsstandortes Hessen zu kritisieren. Das Bundesland habe beispielsweise bei der "Arab Health", eine Leitmesse für die Medizinbranche in Dubai, im vergangenen Jahr erstmals einen eigenen Messestand gehabt, um dort den Medizin-Wirtschaftsstandort Hessen zu repräsentieren. Andere Bundesländer, etwa Bayern und Baden-Württemberg, seien dort schon jahrelang aktiv.

"Hessen benötigt einen starken Wirtschaftsstandort. Die heimische Wirtschaft muss auf verschiedensten Ebenen stärker unterstützt und gefördert werden", forderte Hahn.

Zudem kritisierten die Geschäftsführer die Novellierung der europäischen Medizinprodukteverordnung, die eine noch größere Dokumentationspflicht und ein noch umfangreicheres Qualitätsmanagementsystem vorsehe. Für kleine und mittelständische Unternehmen bedeute diese Verordnung eine unverhältnismäßig hohe Bürokratiebelastung.

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