Wenn alles passt

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Ober-Mörlen(hau). Ein derart schönes historisches Ensemble aus Schloss, Hof und Remisen und Park in seinem Dorf zu haben, ist schon Luxus. Erst recht, wenn die Anlage nach jahrelanger Sanierung wie aus dem Ei gepellt in der Sonne glänzt - und dann auch noch öffentlich zugänglich ist, ein "Bürgerschloss" wie es derer nur drei in der Wetterau gibt. Von einem Open-Air-Kino an diesem magischen Ort wurde schon lange geträumt. Die Premiere am vergangenen Samstag übertraf die kühnsten Hoffnungen.

Zum heiteren Roadmovie "25 km/h" kamen Gäste mitunter stilecht auf ihren Mopeds. Die Moderatoren Dr. Vera Rupp und Harald König knatterten mit ihren Maschinen gen Leinwand und hatten Bürgermeisterin Kristina Paulenz "im Gepäck", die allen Helfern und Gästen für den außergewöhnlichen Abend dankte. Zeigte schon der köstliche Kurzfilm "Sonntagabend" in zweieinhalb Minuten ein ganzes Universum, so rührten "25 km/h" binnen 116 Minuten zu vielen Freudentränen mit einer Prise Romantik.

Gute Stimmung verbreitete vor der Großleinwand mit originellem Hessenpop die heimische Band „S’Kapellsche“ mit Jörg Bodenröder, Kerstin Bodenröder und Silvia Scheibel, Hendrik Schaupp fehlte berufsbedingt.

Karten schon am Vortag weg

"Wenn es so etwas Schönes in unserem Dorf gibt, dann unterstützen wir das auch", hatte es im Vorfeld geheißen - "gerne wieder", dann am Abend. Tatsächlich waren für die Premiere zwei Wochen vorm Termin bereits 350 Karten verkauft. Mit Stabilisierung der Wetterlage waren die Tickets am Vortag alle weg - und die Nachfrage längst nicht gestillt. Entspannt gönnten sich die Gäste kühle Getränke von "Schlossgeist" Kevin Scheibel, heiße Snacks von Andrea Michels Partygroup und frisch geröstete Maiskörner vom Team des Erfinders der süßen Kino-Kreationen: Popcorn-Pionier Helmut Haase. Begeistert zeigten sich der Wahl-Ober-Mörler und die Kinobesucher auch vom Augenschmaus, mit dem eine ganze "Popcornflotte" den Gaumenschmaus versüßte.

Bilderbuchwetter begleitete die umfangreichen Vorarbeiten ebenso wie den Kinoabend in lauer Sommernacht unterm Sternenzelt. Viele helfende Hände hatten den Freiluftkinosaal mit 550 Sitzplätzen vorbereitet und waren den Technik-Profis zur Hand gegangen. Ein magischer Moment, als sich die aufblasbare Leinwand majestätisch gen Himmel aufrichtete.

Die Organisation konnte dank des ehrenamtlichen Einsatzes der Initiative "Wir für unser Dorf" gestemmt werden, die Finanzierung dank der Unterstützung durch die Sparkasse Oberhessen, Volksbank Ober-Mörlen, Oberhessen Gas und Haase Food. Hilfreich zur Seite standen die ortsansässigen Spezialisten von Party Rent und No Mohr Light. In Kinotechniker Fritz Mettal hatte die veranstaltende Gemeinde über ihre Teilnehme am Projekt "KinoSommer Hessen" einen ebenso erfahrenen Partner gefunden wie in Kinobetreiber Hans-Albert Wunderer (einst Friedberg, jetzt Weilburg). "Beim nächsten Mal sind wir gerne wieder dabei", sagten beide und lobten die schöne neue Location. Kaum war mitten in der Nacht die letzte Kiste verstaut, fielen dicke Regentropfen aufs Kopfsteinpflaster.

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