Volksbank: Bernd Feuerstein führt weiter den Aufsichtsrat

Ober-Mörlen (hau). Die Generalversammlung der Volksbank begann in entspannter Atmosphäre. Die sollte den Abend über anhalten. Vorstand und Aufsichtsrat bekräftigten, dass die Bank weiterhin auf einem guten Weg sei. Die 109 anwesenden Mitglieder mit Stimmrecht votierten für die Ausschüttung einer Dividende von 7 Prozent.

Insgesamt 46 200 Euro gehen als Dividende an die derzeit 1611 Mitglieder (52 mehr als im Vorjahr). Die Mitglieder wählten Bernd Feuerstein erneut zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates. Das Vorstandstandem Andreas Wagner und Thomas Emich beleuchtete die Entwicklung der ortsansässigen Volksbank im Speziellen und das genossenschaftliche Modell im Allgemeinen.

Seinen Lagebericht fasste Andreas Wagner zusammen: "Die Zahlungsbereitschaft war stets gegeben, die Vermögenslage ist geordnet, für Risiken ist Vorsorge getroffen und die Ertragslage ist weiterhin gut." Die Bilanzsumme erhöhte sich um 1,4 Prozent auf 92,7 Millionen Euro und die Kundenforderungen um 0,7 Prozent auf 34 Millionen Euro. Eine stärkere Belebung hätten außerplanmäßige Darlehensrückführungen verhindert, Wachstumsträger seien vor allem Wohnungsbaudarlehen mit festem Zins.

Von der Krise um die hoch verschuldeten Staaten in Europa sei man nur in geringem Umfang betroffen. "Wir halten keine Staatsanleihen dieser Länder", sagte Wagner. Überhaupt setze man nur auf Wertpapiere mit einwandfreier Bonität und achte auf eine breite Streuung. Um einen Prozentpunkt wuchsen Wagner zufolge die Kundeneinlagen auf 79,3 Millionen Euro. Bei den Spareinlagen habe der Wachstumstrend angehalten (plus 5,4 Prozent), Rendite- und Wachstumssparen seien diesmal beliebter gewesen als Sparbriefe, Tages- und Festgelder.

Zur Ertragslage der Bank erklärte Wagner, dass der Zinsüberschuss von 2,44 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr sein Niveau gehalten habe. Um deutliche 4,8 Prozent habe sich der Provisionsüberschuss erhöht. Für Personal zahlte die Volksbank 1,6 Prozent weniger als im Vorjahr: Ende 2011 beschäftigte sie fünf Voll- und acht Teilzeitangestellte (vorher je sieben) sowie die beiden hauptamtlichen Vorstände. Seit August hat die Bank auch wieder einen Auszubildenden.

Die anderen Verwaltungskosten hielten sich auf dem Vorjahresniveau von 577 000 Euro, den Jahresüberschuss bezifferte Wagner auf knapp 193 000 Euro, die (über die Dividende hinaus) die Rücklagen stärken sollen. Auf 7,1 Millionen Euro erhöhe sich damit das Polster, sagte Wagner. Die Geschäftsguthaben der Mitglieder erhöhten sich auf 680 000 Euro. "Damit besitzt die Volksbank Ober-Mörlen weiterhin eine überdurchschnittliche Eigenkapitalausstattung", unterstrich Wagner.

Für die nächsten beiden Jahre erwartet man ein moderates Wachstum. Wagner führte das auf die begrenzten Entwicklungsmöglichkeiten im Marktgebiet und den starken Wettbewerbsdruck zurück. Erfahrungsgemäß blieben Volksbankkunden sicherheitsorientiert und gäben Bankeinlagen den Vorzug vor Wertpapieren. "Für das Kreditvolumen erwarten wir kaum Veränderungen", schloss Wagner mit dem Ziel, die Marktposition weiter auszubauen und die Selbstständigkeit er Bank zu erhalten.

Thomas Emich begann seinen kurzweiligen Vortrag zum Internationalen Jahr der Genossenschaften mit der Ursprungsidee von vor 160 Jahren: "Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele". Über 800 Millionen Menschen seien weltweit genossenschaftlich organisiert, sagte Emich, in Deutschland jeder Vierte.

Vorstand und Aufsichtsrat würdigten 21 Weggefährten: Seit 50 Jahren gehören Karoline Beck, Alphons Farnung, Heinz Gmyrek, Josef Jaksch, Josef Krebs, Lucia Rotter und Heinrich Scheibel dazu. Auf 40-jährige Mitgliedschaft zurückblicken können Michael Bentele, Stephan Dey, Otto Dey jun., Waltraud Dietz, Inge Göhler, Gerhard Handwerk, Ursula Hofmann, Heinz Bardo König, Herbert König, Kurt Krügler, Vinzenz Larisch, Norbert Müller, Gisela Rießinger und Hedwig Scheibel.

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