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50 Jahre Vogelfreunde: Die Ausstellung im Schlosskeller zeigt die Vereinshistorie.

Vogelfreunde Ober-Mörlen: Die Liebe zu gefiederten Freunden währt seit 50 Jahren

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Zur "größten Vogelschau der Wetterau" werden am Wochenende Hunderte Besucher in die Usatalhalle strömen. Die aurichtenden Vogelfreunde Ober-Mörlen gibt es inzwischen schon ein halbes Jahrhundert.

Wer die Usatalhalle nur vom Sport kennt oder von der Fastnacht, darf sich auf eine üppige Überraschung freuen. Seit Montag sind Vorsitzender Hans Scheibel und seine Weggefährten vom Verein der Vogelfreunde Ober-Mörlen damit beschäftigt, die nüchterne Halle für ihre traditionsreiche Vogelschau in eine grüne Oase mit Bäumen, Beeten und Bänken zu verwandeln.

Nach dem frischen Grün schaffen die Vogelfreunde auch ihre Materialien für den Bau von großen Volieren und kleinen, raffiniert beleuchteten Schaukäfigen in die Halle, setzen alles zusammen, dekorieren, bestücken mit Futter und richten nicht zuletzt auch eine Cafeteria und eine XXL-Tombola ein. Dann kommt der große Moment, in dem die Züchter ihre Vögel für ein Wochenende in der "Urwaldhalle" einquartieren - in der Hoffnung auf möglichst viele staunende Besucher. Für die Vogelfreunde ist es einbesonderes Jahr: Sie feiern 50-jähriges Jubiläum.

Die Gründer des Vogelfreunde-Vereins ahnten vor fünfzig Jahren sicher nicht, dass ihr Traum vom gemeinschaftlich ausgeübten Hobby nachhaltig auf Interesse stoßen würde. Damals, am 15. November 1969, erfüllten sich Willi Geck, Theo Granes, Karl Legat, Otto Müller, Herbert Schaller und Heinrich Sommer einen lange gehegten Wunsch: Im Gasthaus "Zum Goldenen Hirsch" gründeten sie ihren Verein und machten es sich laut Satzung zur Aufgabe, "die Liebe zu den gefiederten Freunden zu fördern, neue Vogelfreunde zu beraten sowie sich der Vogelzucht und dem Vogelschutz zu widmen". Wenig später gesellten sich Karl-Heinz Bayer und Franz Prosser hinzu, seit 50 Jahren halten sie dem Verein die Treue.

Vogelschau in der Wetterau: Anfänge im "Boni"

Bereits in der Gründungsversammlung beschlossen die Vogelfreunde, im folgenden Herbst ihre erste Vogelschau auszurichten. In den Vorstand wählten sie Vorsitzenden Otto Müller, Willi Geck als zweiten Vorsitzender und Schriftführer, Kassierer Theo Granes und Ausstellungsleiter Herbert Schaller. Später lenkten die Vorsitzenden Willi Geck, Herbert Schaller, Sigurd Handwerk und Hans Scheibel - er tut es bis heute seit insgesamt fast 20 Jahren - die Geschicke des kleinen aber feinen Ortsvereins. Nach wie vor treffen sich die Vogelfreunde jeden ersten Freitagabend im Monat im "Goldenen Hirsch", um sich auch mit Gästen über die Vogelzucht und-pflege auszutauschen.

Die erste Vogelschau 1970 im alten Bonifatiussaal wurde zum großen Erfolg. In der Zeitung war damals zu lesen, dass sich "einheimische Vogelarten sowie Exoten, Kanarien, Großsittiche, Fasanen und Papageienarten ein Stelldichein geben" und Vereinsmitglieder in nahezu 1000 Arbeitsstunden Vitrinen und Volieren "in wohl einmaliger Ausstattung" erstellten, um den Besuchern "die Schönheit der gefiederten Freunde vor Augen zu führen". Bis 1993 verwandelte sich der "Boni" immer im Oktober zum Vogelparadies auf engstem Raum.

Vogelfreunde Ober-Mörlen plagen Nachwuchssorgen

Mit der Boni-Runderneuerung ging 1994 der Umzug der Schau in die Usatalhalle einher. Hier werben die Vogelfreunde seither für ihr Hobby und um Verständnis für die prachtvolle Vogelwelt und deren Schutz. Bereits 1980 begannen die Vogelfreunde unter großer Kraftanstrengung, ein modernes Volieren-System anzuschaffen. Einsatzfreude und handwerkliches Geschick trugen 1998 zur schnellen Fertigstellung eines eigenen Lagerhauses bei, wo auch schon so manches Grillfest stieg.

Wie überall im Vereinswesen haben auch die Vogelfreunde mit Nachwuchssorgen zu kämpfen. Die Zahl der Mitglieder konnte zwar kontinuierlich auf rund 50 gehalten werden, die Zahl der aktiven Züchter, die sich dann auch im Verein einbringen, wünschen sich die leidenschaftlichen Vogelfreunde aber größer. Denn solch ein Kraftakt wie die jährliche Vogelschau, aber auch Vereinsfeste und Ausflüge zu Vogelparks, können eben nur gemeinschaftlich gestemmt werden.

Freier Eintritt zur Vogelschau

In der üppig begrünten Usatalhalle werden sich in diesem Jubiläumsjahr wieder weit über hundert exotische und heimische Vögel die Ehre geben. Außerdem gibt es eine Vogelbörse mit vereinseigener Nachzucht und eine gut bestückte Cafeteria. Dankbar sind die Vogelfreunde Ober-Mörlen für die Unterstützung durch heimische Geschäftsleute, die sich zugunsten der legendären Vogelschau-Tombola auch nicht lumpen ließen.

Die Jubiläumsschau ist am kommenden Wochenende, 12. und 13. Oktober, jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist diesmal frei.

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