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»Vocalicious« begeistern bei ihrem ersten Auftritt nach der Corona-Zwangspause.

»Vocalicious« als Sahnehäubchen

  • VonAnnette Hausmanns
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Ober-Mörlen (hau). Die legendären Gemeindefeste mit Grilltheke, Weinprobe und Olivenölverkauf kenne sie nur aus Erzählungen, muss Pfarrerin Sophie-Lotte Immanuel einräumen. Seit die junge Seelsorgerin im März dieses Jahres in ihre erste Pfarrstelle eingeführt worden ist, hat sie die Zeit genutzt, sich in Ober-Mörlen und Langenhain-Ziegenberg einzuleben, mit dem Ohr an den Menschen und immer neuen Ideen, das Gemeindeleben Corona zum Trotz aufrechtzuerhalten.

Dieses Mal gebe es zwar eine kleine, aber feine Variante des traditionsreichen Festes unterm Kirchturm der ebenso kleinen wie feinen Gustav-Adolf-Kirche, stellte die Pfarrerin in Aussicht - und sollte so recht behalten. Zu Beginn des Gottesdienstes unter den Zeltdächern zwischen Kirche und Gemeindehaus stoppte der Regen und Sophie-Lotte Immanuel zeigte, was sie im Frühling bei ihrer Ordination in der Dankeskirche versprochen hatte: »Gottes Wort nicht leugnen, ganz unverschleiert, ungeschützt - volles Risiko!« Mit ihrer Sichtweise auf die Bibelstelle um den Brudermord von Kain an Abel regte sie die Gottesdienstbesucher zu Gesprächen an. Man möge hinschauen auf den Bruder und sich, bevor das Unglück geschieht, genau in unserer Zeit der Verantwortung als Hüter des Bruders zum Beispiel aus Afghanistan bewusst werden.

Zum Auftakt des gemütlichen Nachmittags unter Bäumen und Zelten gab Pfarrerin Immanuel zu, gleichermaßen begeistert und gerührt zu sein von der reibungslosen und zugewandten Zusammenarbeit in der Gemeinde. Den Konfirmanden dankte sie für ihr zahlreiches Kommen und fleißiges Zupacken, dem Kirchenvorstand für sein unkompliziertes und hilfreiches Wirken sowie Organistin Christine Koch für ihr beherztes Pianospiel an diesem Festtag.

Kaum hatten köstliche Tortenstücke dankbare Abnehmer gefunden, trat als überraschendes Sahnehäubchen das Vokal-Ensemble »Vocalicious« auf den Plan und begeisterte mit bunten Klangfarben in bestechender Tonreinheit. Dass sich die Sängerinnen mit digitalen Proben über Corona-Wellen hinweg und in jüngster Zeit mit Präsenzproben fit hielten, ermöglichte »Vocalicious« nach anderthalb Jahren Bühnenpause einen bewegenden Auftritt.

Ihre Gospels und ihre Balladen nach Miley Cyrus (The Climb), Billy Joel (And so it goes) oder Cyndi Lauper (True Colour) erzählten von Durchhaltevermögen, Zuversicht und Wahrhaftigkeit. Mit »Have a nice day« bedankten sich Sandra Bauer, Jenny Hirbod, Tamara Keck, Julia Klamm und Katharina Strecker unter großem Beifall für das herzliche Willkommen am vertrauten Ort.

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