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Tagesalarmstärke ist Problem

  • VonAnnette Hausmanns
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Ober-Mörlen (bf). Zur gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehren Ober-Mörlen und Langenhain-Ziegenberg hat Gemeindebrandinspektor (GBI) Sascha Schäfer am Freitagabend zahlreiche Kameraden, Bürgermeisterin Kristina Paulenz, Gemeindemitarbeiterin Bärbel Liebert und Kreisbrandinspektor Lars Henrich begrüßt. Persönlich und im Namen der Gemeindegremien dankte die Rathauschefin den Brandschützern.

Die ehrenamtlich aufgewendete Zeit und Kraft sei von unschätzbarem Wert für die Gemeinschaft. »Sie setzen Ihre Freizeit ein, damit wir alle ruhig schlafen können«, hob Paulenz hervor. Besonderer Dank gelte auch dem Engagement von GBI Schäfer im Zusammenhang mit der Anschaffung des neuen Löschfahrzeugs. Rund 200 000 Euro habe die Gemeinde durch den Kauf eines gebrauchten Fahrzeugs einsparen können, in dessen bedarfsgerechten Umbau weit über 300 Stunden ehrenamtlicher Arbeit flossen.

Der GBI berichtete in seinem Rückblick auf die Jahre 2020 und - coronabedingt - 2019 von 32 (2019: 45) Einsätzen, davon elf (15) Brandeinsätze und 17 (26) Hilfeleistungen wie beispielsweise bei Hochwasser, Unwetter oder Verkehrsunfällen. Hinzu kamen trotz Pandemie aufs Jahr verteilt 61 (66) Dienststunden bei Brandsicherheitsdiensten sowie Brandschutzerziehung und Dienstleistungen.

Rund 5500 Stunden Dienst geleistet

Insgesamt leisteten die Brandschützer 1872 Stunden Dienst im Corona-Jahr 2020 und 3650 Stunden im Jahr 2019, nicht mitgerechnet mehrere Hundert Stunden für die Pflege von Gebäuden, Fahrzeugen und Ausrüstung sowie die zahlreichen Weiterbildungsseminare, die im Jahr 2019 noch mit fast 1000 Stunden zu Buche schlugen und im Corona-Jahr 2020 drastisch reduziert werden mussten.

Die durchschnittliche Einsatzdauer bezifferte Schäfer auf eine Stunde (2020) bzw. rund anderthalb Stunden (2019), die durchschnittliche Einsatzkräftezahl auf ein halbes Dutzend Männer und Frauen. Die Statistik höre sich trotz aller Einschränkungen durch die Pandemie gut an, dürfe aber nicht über das Problem Tagesalarmstärke hinwegtäuschen, unterstrich Schäfer einmal mehr. Trotz vermehrtem Homeoffice und bei Vollalarm am helllichten Tag sei man je nach Einsatzart auf Verstärkung aus anderen Kommunen angewiesen.

Trotz der pandemischen Einschränkungen habe man die Einsatzbereitschaft stets aufrechterhalten können, resümierte Schäfer und appellierte an die Kameraden, sich weiter intensiv an den Ausbildungen und insbesondere auch in Sachen Atemschutz fit zu halten beziehungsweise wieder fit zu machen. »Es bestehen keinerlei Ausnahmeregelungen in Bezug auf die Corona-Pandemie.« Der GBI erinnerte an die gelungene Anschaffung und den Umbau des in Linden erworbenen Löschfahrzeugs LF10/6, an die Digitalisierung der Sirenenalarmierung und die Neuauflage des kreisweiten Atemschutzverbundes. Weitere interkommunale Kooperationen befänden sich in der Projektierung.

Des Gemeindebrandinspektors besonderer Dank galt allen, die die Feuerwehr der Gemeinde und ihn in den vergangenen Jahren unterstützten. Sascha Schäfer dankte für die konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit. Zur allgemeinen Überraschung teilte er mit, dass er zur Wiederwahl (nach dann fünf Jahren) im kommenden Jahr nicht zur Verfügung stehe.

Unter Beifall zeichnete Kreisbrandinspektor Lars Henrich Andreas Roth für 40 Jahre Zugehörigkeit zur Feuerwehr mit dem goldenen Brandschutzehrenzeichen am Bande aus. Zuvor hatte Henrich die Nachwuchsarbeit in Ober-Mörlen gelobt und die Einsatzkräfte ermuntert, trotz aller Herausforderungen dranzubleiben. Die technische Umstellung auf digitale Alarmierungen sei zwar im Gang, doch arbeiteten die mobilen Endgeräte doch nicht so zuverlässig wie gedacht. Nachdem flächendeckend Sirenen demontiert worden seien, habe der Bund nun ein Sirenenförderprogramm aufgelegt.

Mitglieder-Zahlen 2020/2019: Kindergruppe 11 (12), alle Langenhain-Ziegenberg; Jugendabteilung 20 (Ober-Mörlen 14, Langenhain-Ziegenberg 6)/23 (17, 6); Einsatzabteilung 76 (45, 31)/81 (47, 34); Ehren- und Altersabteilung 44 (je 22)/44 (je 22); Feuerwehrvereine 525 (315, 210)/524 (315, 209).

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