Viele andere Betreiber von Indoor-Spielplätzen haben noch geschlossen. Im „SpassQuadrat“ Ober-Mörlen toben die Kinder bereits wieder - besonders beliebt an heißen Tagen: Die Wasserrutsche im Außenbereich.
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Viele andere Betreiber von Indoor-Spielplätzen haben noch geschlossen. Im „SpassQuadrat“ Ober-Mörlen toben die Kinder bereits wieder - besonders beliebt an heißen Tagen: Die Wasserrutsche im Außenbereich.

Wenig los

»SpassQuadrat« in Ober-Mörlen: Indoor-Spaß trotz Pandemie

  • vonKatharina Gerung
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Seit dem 9. Mai dürfen Indoorspielplätze wieder geöffnet haben, doch in der Region bleiben die meisten davon zu. Im »SpassQuadrat« in Ober-Mörlen toben die Kinder bereits wieder.

Ein bisschen wirkt es so, als ginge man durch ein unaufgeräumtes Kinderzimmer. Über den Boden verstreut liegen bunte Bälle, Skateboards und Bobby-Cars. Zu viel Spielzeug für ein Kind, doch für gewöhnlich toben hier, im »SpassQuadrat« in Ober-Mörlen, auch viel mehr davon. Aktuell ist die Fläche des 2017 eröffneten Indoor-Spielplatzes verwaist, und das hat zwei Gründe: die Corona-Pandemie und die Sommerferien.

»Wir sind die umgekehrte Eisdiele«, sagt Jörg-Uwe Liebisch, einer der Geschäftsführer. Am liebsten hätten er und sein Team kalte, nasse oder bewölkte Tage. Zumindest seien die besser fürs Geschäft. Im Spitzenmonat Januar etwa werde zweieinhalb Mal mehr Umsatz gemacht als im Juli und August.

In diesem Jahr wurde die saisonbedingte Durststrecke noch durch die Corona-Krise getoppt. Wie alle Freizeiteinrichtungen musste auch der Indoor-Spielplatz in Ober-Mörlen zum 18. März schließen. Eine Wiederöffnung unter strengen Auflagen war zum 9. Mai möglich. Das »SpassQuadrat« öffnete - anders als einige Konkurrenten in der Region. Das »Halligalli« in Rosbach etwa will am 5. September öffnen, »Dolli´s Kinderabenteuerland« in Hungen erst am 1. Oktober. Bei anderen heißt es: »Bis auf Weiteres geschlossen.«

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Liebisch kann das nicht nachvollziehen: »Kita und Schule, ja, aber Indoor-Spielplatz, nein. Das ist absurd.« Er und Bernd Dreßler, ebenfalls Geschäftsführer, hätten sich damals die Auflagen zur Wiederöffnung angesehen und sich schnell entschieden. »Sie sind kein Hexenwerk«, sagt Liebisch, »kein Risiko, das nicht zu managen wäre«.

Die Regeln, die nun im »SpassQuadrat« gelten, kennen die Besucher auch aus Gastronomien oder sportlichen Einrichtungen: Die Tische etwa wurden auseinander gestellt und Buffets jeglicher Art vorerst ausgesetzt. Die Toiletten müssen einzeln betreten werden, außerhalb des Spielbereichs gilt die Maskenpflicht, Desinfektionsmittel steht bereit und es dürften sich nur 250 Gäste auf der gesamten Fläche bewegen. Liebisch winkt ab: »Das erreichen wir hier aktuell nicht.«

Der Geschäftsführer lässt den Blick über die Handvoll Kinder im »Fun-Park«, dem Herzen des Indoor-Spielplatzes, schweifen. »An einem warmen und sonnigen Tag wie heute verdienen wir kein Geld«, sagt er. Im Vergleich zu den Sommermonaten der vergangenen Jahren kämen seit dem Ende der Zwangspause im Mai gut 30 Prozent weniger Kunden. Liebisch ist der Überzeugung, dass das nicht direkt an der Angst vor einer Ansteckung mit dem Virus liegt. »Die Leute bleiben wegen einer Kombination aus weniger Geld, Entwöhnung und Unsicherheit weg«, sagt er.

Vor allem Letzteres bekomme das Team regelmäßig zu spüren. »Wir bekommen täglich Anrufe von Gästen, die wissen wollen, wie es hier abläuft und ob überhaupt geöffnet ist«, sagt Meik Witt, einer der Angestellten. In einigen Fällen müsse er Gäste wiederholt auf die vorgeschriebenen Regeln hinweisen, vor allem was die Maskenpflicht betrifft. »Grundsätzlich machen alle gut mit und haben viel Verständnis«, sagt er. Liebisch fügt hinzu: »Viele sind sehr dankbar, dass wir geöffnet haben.«

Unkomplizierter als im Freibad

So auch Kerstin Domachowski. Sie sitzt im Außenbereich des »SpassQuadrat« und sonnt sich, während sich ihre Kinder Emma, Laura und Tim auf dem Highlight dieses Areals vergnügen: der Wasserrutsche. »Der Besuch mit den Kindern hier ist einfacher und unkomplizierter als im Freibad«, sagt sie. Außerdem gebe es viel Abwechslung für die Kleinen. Dafür sei sie extra aus Schmitten gekommen, und das nicht zum ersten Mal.

Liebisch ist selbst Vater kleiner Kinder. Er weiß um die aktuellen Nöte der Eltern. Das sei auch ein Grund gewesen, das »SpassQuadrat« wieder zu öffnen. Ein anderer das Team. »Wir wollten sie weder im Stich lassen noch verlieren«, sagt Liebisch. Wie es in ein paar Monaten aussieht, kann auch er nicht sagen. »Wenn wir noch einmal schließen müssen, wird es knapp«, sagt er, bleibt aber optimistisch. Er habe aufgehört, dahingehend zu weit in die Zukunft zu blicken. »Es kommt, wie es kommt.«

»Halligalli«-Betreiber hofft auf Entspannung der Lage

Das »Halligalli« in Rosbach will am 5. September wieder öffnen. Geschäftsführer Peter Hoenig hofft bis dahin auf weitere Lockerungen und plant einen Regelbetrieb. »Wir waren von der frühen Lockerung überrascht«, sagt er auf Anfrage. Nach reiflicher Überlegung habe man sich gegen eine schnelle Öffnung entschieden. »Uns erschien die Lage noch zu heikel«, sagt er und begründet dies mit einem »hohen Maß an Verantwortung« - zumal Rosbach kurzzeitig Corona-Hotspot war. Zudem habe man »keinen akuten wirtschaftlichen Druck«. kge

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