Bürgermeisterin Kristina Paulenz (l.), MCC-Vorsitzender Jürgen Geck und KG-Vorsitzende Sabine Schaller sagen im Einvernehmen Saalfassenacht und Fastnachtsumzug ab. FOTO: HAU
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Bürgermeisterin Kristina Paulenz (l.), MCC-Vorsitzender Jürgen Geck und KG-Vorsitzende Sabine Schaller sagen im Einvernehmen Saalfassenacht und Fastnachtsumzug ab. FOTO: HAU

"Das tut in der Seele weh"

  • vonAnnette Hausmanns
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Ober-Mörlen(hau). Bei einem Treffen im Rathaus haben sich die Gemeinde Ober-Mörlen und die beiden örtlichen Fastnachtsvereine dahingehend geeinigt, dass es unter dem Eindruck der Corona-Pandemie noch zu gefährlich sei, die närrische Kampagne 2020/2021 zu feiern. In einem konstruktiven Gespräch, zu dem Bürgermeisterin Kristina Paulenz eingeladen hatte, verständigten sich die Rathauschefin, KG-Vorsitzende Sabine Schaller und MCC-Vorsitzender Jürgen Geck einvernehmlich auf die Absage der Saalfassenacht und des närrischen Lindwurms am Fastnachtssonntag.

"Das tut mir in der Seele weh, aber wir können die Verantwortung nicht übernehmen", bedauerte Paulenz, und auch die Fassenachter hatten sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Vereinsintern hatte man in verschiedenen Gremien provisorische Pläne geschmiedet und sich vor dem Gipfeltreffen im Rathaus zum Gedankenaustausch zwischen den beiden Vereinsspitzen getroffen. Nach Abwägung der Risiken lag bereits nahe, dass die Verantwortung für das Wohl und Wehe unter Pandemie-Bedingungen kaum zu schultern sei. Besonders unter Alkoholeinfluss dürften Abstands- und Hygieneregeln schwer unter Kontrolle zu halten sein.

Enttäuscht zeigte sich die Bürgermeisterin von den obersten Entscheidungsebenen im Staat. Beim Golfkrieg habe man sich nicht so schwer mit einer Fastnacht-Absage getan wie bei einer Pandemie direkt vor der eigenen Haustür. Als Kommune fühle man sich bezüglich des Corona-Krisenmanagements im Regen stehen gelassen. "Wir wollen kein Corona-Hotspot werden", waren sich die drei im Rathaus einig. Als traditionsreiche Fastnachtshochburg trage man auch eine besondere Verantwortung den Menschen und dem Brauchtum gegenüber.

Ungeachtet der Absage der Großveranstaltungen mit mehreren Tausend Besuchern aus nah und fern bietet die Gemeinde den örtlichen Fastnachtsgruppen unter strengen coronakonformen Hygiene-Auflagen Übungszeiten in der Usatalhalle und im Dorfgemeinschaftshaus an. Die Vereinsvorstände sammeln Wunschzeiten der jeweiligen Gruppen, im Rathaus sollen diese zeitnah mit den Trainingszeiten der Sportvereine in Einklang gebracht werden.

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