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Schnelles Netz in Langenhain-Ziegenberg in Arbeit

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So viele Kabel, so viel Leistung. Nur leider (noch) nicht überall. Doch das soll sich bald ändern.	(Symbolfoto)
So viele Kabel, so viel Leistung. Nur leider (noch) nicht überall. Doch das soll sich bald ändern. (Symbolfoto) © DPA Deutsche Presseagentur

Ober-Mörlen–Langenhain-Ziegenberg (sda). Die Internet-Verbindung ist langsam, gleichzeitig telefonieren und surfen ist nicht möglich. Das beklagt Marianne Tippmann aus Langenhain-Ziegenberg. Sie wundert sich: Die Telekom baut in Ober-Mörlen aus, in dem Ortsteil jedoch nicht. Doch eine Lösung ist in Sicht, die Firma Nexiu hat bereits mit den Ausbauarbeiten begonnen.

Regelmäßig stünden im Unternehmen von Marianne Tippmann Telefonkonferenzen an. Nur brächen die nach einigen Minuten ab. Mittags, sagt sie, »da geht oft gar nichts mehr.« Und das, obwohl ständig und überall vom Breitbandausbau gesprochen wird.

Die Telekom baut die komplette Wetterau aus, hieß es kürzlich. Und komplett, sagte damals der Pressesprecher George-Stephen McKinney, sei wörtlich zu nehmen; denn bei der Telekom gehe man grundsätzlich von 95 Prozent aus. »Klar, letztlich wird es Aussiedlerhöfe geben, die nicht ans Netz angeschlossen sind, weil sie zu weit weg sind« – bei solchen Ausnahmen solle es jedoch bleiben.

Nur ist Langenhain-Ziegenberg kein Aussiedlerhof. Ein kleiner Ort zwar, aber einer mit Bewohnern, die Bedarf an schnellem Internet haben und darauf warten. Genau das ist das Problem von Marianne Tippmann: Zum Netzausbau gebe es viele Informationen, einige seien widersprüchlich. Die Unternehmerin weiß nur: »Die Telekom ist in Ober-Mörlen dran, in Langenhain-Ziegenberg jedoch nicht.

« Das bestätigt auch Telekom-Sprecher McKinney: Der Breitbandausbau in dem Ortsteil erfolgt nicht durch die Telekom – denn: »Dort baut ein Wettbewerber aus.«

50 Mbit/s geplant

Um die Versorgung mit schnellem Internet kümmert sich in dem Ortsteil die Wehrheimer Firma Nexiu GmbH. Der Ausbau habe bereits begonnen, sagt Geschäftsführer Christopher Mandt. Bei der Frage, wann mit (wie) schnellem Netz zu rechnen ist, verspricht er: Bis zum zweiten Quartal 2017 baue die Firma den Ort mit VDSL2-Technik aus. »Nach dem Ausbau können die Kunden bei uns Anschlüsse mit einer Geschwindigkeit von 50 Mbit/s im Download und 10 Mbit/s im Upload buchen.« Später, sagt er zudem, könnten auch Bandbreiten von 100Mbit/s im Download und 40Mbit/s im Upload möglich sein.

Das Unternehmen sei zum größten Teil mit Breitbandausbauarbeiten im Hochtaunuskreis beschäftigt. Im Wetteraukreis sei Langenhain-Ziegenberg die zweite Station. Bereits von Nexiu mit schnellem Netz versorgt worden ist der Butzbacher Ortsteil Bodenrod.

Hintergrund für den »zweigeteilten« Ausbau in der Gemeinde Ober-Mörlen, also dass einen Teil die Telekom, einen anderen Nexiu übernimmt, hat laut Mandt folgenden Grund: »Wir haben schon 2009 in Langenhain-Ziegenberg damit angefangen, Kunden per Richtfunk anzuschließen.« Und so habe das Unternehmen entschieden, auch den VDSL-Ausbau zu übernehmen, sei mit der Standortsicherung quasi schneller gewesen als die Telekom.

Wie es zu einem derartigen Wettbewerb beim Breitbandausbau kommt, erklärt Stefano Jardella, Prokurist der Breitband-Infrastrukturgesellschaft (BIGO), die ursprünglich für den Ausbau in Ober-Mörlen zuständig gewesen war, mit den Ausbauankündigungen der Telekom jedoch davon absah. Die Wettbewerbssituation hat etwas mit dem sogenannten Vectoring zu tun, eine Technik, bei der das Lichtsignal von der Glasfaser in ein elektrisches Signal umgewandelt und von dort über das bestehende Kupferkabel zu den Hausanschlüssen übertragen wird – und die pro Verteilerkasten nur von einem Unternehmen betrieben werden könne.

Dazu gab es eine Entscheidung der Bundesnetzagentur zu sogenannten Vectoring-Listen: Wettbewerber können sich in diese Listen eintragen und somit den Verteiler für ein Jahr reservieren. »Auf diese Weise können sich die Unternehmen den ungestörten Vectoring-Einsatz und die dafür zu tätigenden Investitionen absichern lassen. Damit haben jetzt alle Marktakteure verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen und Planungssicherheit«, hieß es damals vonseiten der Bundesnetzagentur. Im Fall von Langenhain-Ziegenberg, erklärt Jardella, habe sich Nexiu zuerst in diese Liste eingetragen.

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