Der zweite Bauabschnitt der "Schießhütte II" schließt sich an die Bebauung und den ersten Bauabschnitt im Süden der Ober-Mörler Ortslage an.	FOTO: HAUSMANNS
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Der zweite Bauabschnitt der »Schießhütte II« schließt sich an die Bebauung und den ersten Bauabschnitt im Süden der Ober-Mörler Ortslage an. FOTO: HAUSMANNS

Schießhütte: B-Plan kann kommen

  • vonAnnette Hausmanns
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Ober-Mörlen (hau). Bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bau, Verkehr und Umwelt am Donnerstagabend in der Usatalhalle war fast so viel Betrieb aus Fraktionen, Gemeindevorstand und interessierten Bürgern wie bei einer Parlamentssitzung, trotz coronakonformer Maskenpflicht und Abstandsregeln. Wichtigster Tagesordnungspunkt war der überarbeitete Bebauungsplanentwurf für den zweiten Bauabschnitt im Neubaugebiet Schießhütte II.

Rede und Antwort standen Stadtplaner Holger Fischer sowie von der Grundstücksentwicklungsgesellschaft (GEG) Fabian Schäfer. Nach längerer Diskussion stimmte der Ausschuss einer Beschlussvorlage zu, über die das Parlament am kommenden Montag, 14. Dezember, abzustimmen hat.

Wie Fischer erläuterte, habe das Planwerk die zweite Offenlage mit wenigen Eingaben von Behördenseite durchlaufen. Auch der Regionalverband habe der überarbeiteten Version grünes Licht gegeben. Den größten Raum nahm eine laut Fischer »interessante und sorgfältig erarbeitete« private Stellungnahme ein, die sich vor allem der Verkehrsführung und dem Lärmschutz widmete. Bemängelt wurde hier die rechnerische Grundlage für das prognostizierte Verkehrsaufkommen auf der A 5 und den daraus womöglich abzuleitenden Lärmschutzmaßnahmen.

Fischer bestätigte den Einwand, dass man je nach verwendeten Zahlen und Intentionen zu »sehr unterschiedlichen« Ergebnissen kommen könne. Die Unterschiede seien aber nicht so gravierend, dass man im zweiten Bauabschnitt an aktiven Lärmschutz denken müsse, zumal höhere Dezibelzahlen nur eine Handvoll Grundstücke in diesem Bauabschnitt betreffen würden. Passiver Lärmschutz reiche aus.

Verkehrsmenge und Lärmschutz

Die Lärmauswirkung sei im errechneten Korridor zwischen 99 000 und 109 000 Fahrzeugen pro Tag ähnlich und bei heutiger Bauweise (Stichwort Dreifachverglasung) kein Problem, sagte Fischer. Im dritten Bauabschnitt werde das interessanter, da werde man neu überlegen müssen. Den aktiven Lärmschutz (Stichwort Wand oder Wall an der Autobahn) »bekommen Sie mit dem achtspurigen Ausbau der Autobahn sowieso, schneller würde es auch bei eigener Initiative nicht gehen«, stellte Fischer in den Raum.

Achim Glockengießer (SPD) gab zu bedenken, dass man als fachlich interessierter Laie bei unterschiedlichen Zahlengebäuden schwer entscheiden könne, was richtig sei. Seine Überlegung: ob man für den dritten Bauabschnitt nicht einen wirklich unabhängigen Gutachter beauftragen und beispielsweise auch Windrichtungen mit einbeziehen könne. Den Rechenfehler im zweiten Bauabschnitt habe der Gutachter korrigiert, sagte Fischer. Für die dritte Bauphase würden natürlich neue Berechnungen nötig, hier könnten auch meteorologische Zahlen mit aufgearbeitet werden.

Klaus Spieler (Grüne) wollte ausgeschlossen wissen, dass auf die Gemeinde wegen womöglich fehlerhafter Berechnungen in Sachen Verkehrsmengen und Lärmschutzmaßnahmen Regressansprüche zukünftiger Häuslebauer zukommen könnten, wie dies in der eingereichten Stellungnahme zu bedenken gegeben worden war. Das könne man ausschließen, bestätigte Fischer.

Grundsätzlich empfahl der Planer zügiges Vorangehen. Es sei schwierig, für den dritten Bauabschnitt grünes Licht zu bekommen, wenn der zweite noch nicht entwickelt werde.

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