Der Bebauungsplan für den 2. Bauabschnitt auf der "Schießhütte II" in Ober-Mörlen ist beschlossene Sache. Er tritt mit seiner Veröffentlichung in Kraft. ARCHIVFOTO: HAU
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Der Bebauungsplan für den 2. Bauabschnitt auf der "Schießhütte II" in Ober-Mörlen ist beschlossene Sache. Er tritt mit seiner Veröffentlichung in Kraft. ARCHIVFOTO: HAU

Schießhütte ist auf dem Weg

  • vonAnnette Hausmanns
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Ober-Mörlen(hau). Eigentlich hatten die 21 anwesenden Parlamentarier ihre letzte Sitzung im Jahr schnell beenden wollen, noch dazu unter coronakonformen Bedingungen in einem kleineren Raum als sonst. Weil nämlich die Heizung in der Usatalhalle ausgefallen war, zogen die Volksvertreter kurzfristig um ins Dorfgemeinschaftshaus Langenhain-Ziegenberg. Der große Luftraum wurde auch gebraucht: Das Pensum wurde zwar zügig und zielführend abgearbeitet, war aber umfangreich und grundlegend.

So fasste das Parlament den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan im zweiten Bauabschnitt des Neubaugebiets "Schießhütte II". Er tritt mit seiner Veröffentlichung in Kraft. Vier Zusätze, die sich aus der jüngsten Bauausschusssitzung ergeben hatten (WZ vom 12. Dezember), werden der Satzung hinzugefügt. Sie betreffen den Fußweg zwischen Dr.-Werner-Stoll- und Hasselhecker Straße, auszuschließende Riegelbebauung am Westrand, Ausgleichspflanzungen und Lärmschutzberechnungen.

"Das sind sinnvolle Einlassungen, Fragen wurden beantwortet und Bedenken ausgeräumt", unterstrich Holger Reuß (CDU). "Wir freuen uns, dass es vorangeht", betonte Marco Roth (FWG). Auch FWG-Fraktionsvorsitzender Jürgen Schneider begrüßte die Bauleitplanung, die enorme Nachfrage nach Grundstücken spreche für die Attraktivität. Er vermisste indes Neuigkeiten zum geplanten Seniorenzentrum im ersten Bauabschnitt.

Von einem "Meilenstein für Ober-Mörlen" sprach Achim Glockengießer (SPD), forderte für den kommenden dritten Bauabschnitt aber ein verlässliches Lärmschutzgutachten eines staatlich anerkannten Gutachters. Auch das Thema bezahlbarer Wohnraum vermisse man bislang. Dr. Matthias Heil (CDU) freute sich über den "großen Wurf für die Gemeinde". Dass es vorangehe, werde rundum positiv bewertet, der Grundstücksentwicklungsgesellschaft gebühre Dank für die gute Zusammenarbeit. Er habe etwas mehr Weitblick erwartet und vermisse ein umweltfreundliches Energiekonzept, wandte der Grünen-Abgeordnete Klaus Spieler ein und enthielt sich beim Votum seiner Stimme.

Wassersatzungen beschlossen

Auch diese "Dauerbrenner" erhielten kurz vor der Jahreswende grünes Licht: Änderung der Wasserversorgungssatzung, Änderung der Entwässerungssatzung und Beitritt der Kommune zur LEADER-Region Wetteraukreis/Oberhessen. Nur der Waldwirtschaftsplan und grundsätzliche Waldwege-Sanierungsfragen wurden erwartungsgemäß zur Beratung in die Ausschüsse verwiesen.

Beide "Wassersatzungen" waren zuvor ausgiebig in den Ausschüssen diskutiert worden. In beiden Fällen werden die Gebühren leicht erhöht, begründet mit jeweils steigenden Ausgaben. Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, hieß es. Bei der Wasserversorgung entschied man sich mit der Umstellung auf digitale Wasserzähler für eine etwas teurere, aber zukunftsorientierte Variante. Gemeinde und Bürger würden von der Digitalisierung profitieren, waren sich alle außer Klaus Spieler (Grüne) einig. Beide Grünen-Abgeordneten enthielten sich ihrer Stimme.

Bei der Sicherung der Entwässerung habe man enorme Kosten gespart und die Gebührenerhöhung auf wenige Cent pro Liter gedrosselt, erklärten Schneider (FWG) und Heil (CDU). Die Beteiligung an der Modernisierung der Bad Nauheimer Kläranlage sei zwar eine ebenso notwendige wie große Investition. Aber aus der Kalkulation herausgenommen worden sei die nicht zwingend vorgeschriebene Befahrung der privaten Abwasserkanäle, erklärte Schneider. Sie hätte 80 Prozent der Summe ausgemacht. Entsprechende Prüfungsergebnisse müssten die Grundstückseigentümer nun bis zum Jahr 2030 selbst melden, ergänzte Heil.

Den Beitritt zur LEADER-Region befürworteten alle Parlamentarier. Man müsse das Projekt aber auch mit Leben füllen, schlug Heil beispielhaft die Gründung eines Arbeitskreises vor. Schneider erschien die Summe der zu erwartenden Fördergelder (2,5 Millionen Euro verteilt auf fünf Jahre) zwar als relativ gering, aber man könne sicher nützliche Projekte entwickeln.

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