Die Scherben sind auf dem Winsterstein-Trail oft so ausgelegt, dass Mountainbiker sie nicht rechtzeitig sehen können. Gefährlich ist das sowohl für erfahrene Radfahrer als auch für Kinder, Wanderer und Tiere, die auf der Strecke unterwegs sind.
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Die Scherben sind auf dem Winsterstein-Trail oft so ausgelegt, dass Mountainbiker sie nicht rechtzeitig sehen können. Gefährlich ist das sowohl für erfahrene Radfahrer als auch für Kinder, Wanderer und Tiere, die auf der Strecke unterwegs sind.

Sabotage

Scherbenleger am Mountainbike-Trail am Winterstein

  • Sabrina Dämon
    VonSabrina Dämon
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Auf der Mountainbike-Strecke rund um den Winterstein legt ein Unbekannter regelmäßig Scherben und Nägel aus. Mountainbiker Bernd Hallmann beobachtet das nun schon eine ganze Weile.

Wer so was macht? Bernd Hallmann weiß es nicht. Es gibt weder einen Namen noch ein Gesicht. Nur ein Muster hinter den Taten: In regelmäßigen Abständen, berichtet Hallmann, sabotiert ein Unbekannter die Mountainbike-Strecke im Wald bei Ober-Mörlen - auf besonders bösartige Art. Auf der Strecke liegen wöchentlich Scherben und Nägel, sagt Mountainbiker Hallmann. Zurzeit seien es meistens kaputte Gurkengläser (davor waren es Schnapsflaschen), die zum Teil so aufgestellt würden, dass ein Mountainbiker nach einem Sprung darauf lande. »Das Ziel ist offensichtlich schon, jemanden zu verletzen«, sagt Hallmann.

Der 6,3 Kilometer lange Winterstein-Trail ist recht neu; vergangenes Jahr im August ist er eingeweiht worden. Zuvor hatten Mitglieder der Initiative Naturpark Taunus, Mitarbeiter von Hessen Forst und lokale Radfahrer lange geplant, wie sich eine Strecke im Wald verwirklichen lässt. Denn bis zur Eröffnung haben die Mountainbiker die Wanderwege im Wald rund um den Winterstein genutzt. Schon vor der Trail-Eröffnung seien hin und wieder Scherben und Nägel auf den Wegen ausgelegt worden, die von den Radfahrern genutzt worden seien, sagt Hallmann. »Aber seit der Eröffnung des Trails hat das größere Ausmaße angenommen.«

Die Strecke verläuft auf zwei Abschnitten - einer führt vom Winterstein zur Kapersburg in Rosbach, der andere Richtung Forsthaus Winterstein.

Scherbenleger am Mountainbike-Trail am Winterstein: Große Gefahr

Was Hallmann bisher beobachtet hat: Der Radius des Täters sei begrenzt. Betroffen sei lediglich die Strecke, die zum Forsthaus führe. »Und meistens liegen die Scherben da, wo du nicht gerade mit angezogener Bremse fährst. Auf einem Flachstück findest du keine, nur auf den Abfahrten.« Geübtere Fahrer seien an manchen Stellen der Strecke mit bis zu 50 Kilometern pro Stunde unterwegs.

Egal, wie schnell: In Scherben zu fahren ist gefährlich. Oft seien sie sogar hinter Hindernissen ausgelegt, sodass man sie nicht rechtzeitig sieht. Zum Glück habe sich bisher niemand schwer verletzt, platte Reifen hingegen gebe es häufiger.

Sollte ein Radfahrer wegen der Sabotage stürzen, sagt Polizeipressesprecher Guido Rehr, würde sich der Scherbenleger wegen Körperverletzung strafbar machen.

Scherbenleger am Mountainbike-Trail am Winterstein: Täter ist vermutlich mobil

Vor einigen Monaten, als die Radfahrer die Polizei informiert hatten, habe die Sabotage für eine Weile aufgehört, berichtet Hallmann. Mit dem Beginn des Sommers jedoch seien sie wieder da. Wöchentlich neue. Manchmal seien Radfahrer sogar die Strecke zweimal heruntergefahren: »Beim ersten Mal war noch alles in Ordnung, bei der zweiten Abfahrt lagen Scherben aus.« Da eine Abfahrt etwa fünf Minuten dauert, vermutet Hallmann: »Der Täter ist wohl mobil.« Zumal die Scherben oft an den Kreuzungsbereichen mit anderen Wegen zu finden seien. Durch die Sabotage seien nicht nur die Mountainbiker gefährdet. Der Trail sei extra so angelegt, dass auch Kinder dort fahren können, da alle eingebauten Hindernisse, etwa die Sprungbereiche, umfahrbar sind. Zudem sind Scherben auch für Tiere gefährlich. Sowohl für Wild als auch für Hunde. Die Fahrradstrecke wird außerdem von Wanderern genutzt - zumal sie nicht ausgeschildert ist. Denn das ist auch so eine Sache: Schilder und Pfosten gab es schon, nur sind die immer wieder abgerissen bzw. umgetreten worden.

Die Radfahrer wissen nicht weiter. Die Mountainbiker nehmen den Trail nach wie vor gut an. Das Feedback an sich sei gut, auch von Fahrern, die nicht von hier sind, sagt Hallmann. »Aber zumindest bei den lokalen Fahrern hat sich die Art und Weise geändert, wie der Trail gefahren wird.«

Bleibt die Frage, wer so etwas warum macht. »Das ist jemand, der einfach Menschen hasst.«

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