Der Ober-Mörler Schlosshof: Wer ihn  mieten möchte, zahlt künftig pro Tag 220 Euro.
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Der Ober-Mörler Schlosshof: Wer ihn mieten möchte, zahlt künftig pro Tag 220 Euro.

Säle und Hunde werden teurer

Ober-Mörlen (en). Im Eiltempo jagte das Gemeindeparlament am Dienstagabend im Langenhain-Ziegenberger Dorfgemeinschaftshaus durch die Tagesordnung – obwohl sich darauf so schwergewichtige Themen wie die Kindergartengebühren, die Hundesteuer und die Friedhofssatzung befanden.

Die »Schwergewichte« wurden abgesetzt, überwiesen, durchgewunken – ausnahmsweise schon nach einer guten halben Stunde hatten die Kommunalpolitiker ihr Tagwerk verrichtet.

Ohne Diskussion beschlossen wurde die Anhebung der Hundesteuer – die Vorlage des Gemeindevorstands fand Gefallen bei allen Fraktionen. Vier Jahre nach der letzten Anhebung steigt nun ab Januar die Steuer für den ersten Hund auf 60 (von 55), die für den zweiten auf 120 (90) und die für jeden weiteren Hund auf 180 (150) Euro pro Jahr. Besitzer eines »Kampfhundes« müssen gar 1000 Euro zahlen, bislang waren es 600.

Ebenfalls angenommen wurde die neue Gebührenordnung für die Anmietung der Gemeinschaftseinrichtungen. Beispielsweise kostet die Anmietung des Rittersaals im Schloss oder des Langenhainer Gemeinschaftshauses für einen Tag (von 12 bis 12 Uhr) für Ober-Mörler Bürger (Auswärtige zahlen jeweils doppelt so viel) jetzt 135 Euro, der Lesesaal kostet 55, die Küche 45, der gesamte Schlosshof 220, die Feuerwehrhäuser je 55, die Usatalhalle 210 und der Grillplatz im Vogeltal 16 Euro. Integriert wurde noch das Nebengelände des Sportplatzes, das somit ebenfalls Vereinen zur Verfügung steht, und zwar für 200 Euro, allerdings ohne die sanitären Anlagen.

Letzteres gefiel der FWG nicht sonderlich, auch dass die Gemeinde in Langenhain in der Straße »Hinter den Zäunen« ein Grundstück verkaufen will, verwunderte das Gros der FWG-Abgeordneten und veranlasste sie zur Stimmenthaltung. Für die SPD hatte Joachim Reimertshofer davor gewarnt, ohne Not gemeindlichen Grund und Boden zu verkaufen, zumal es genügend Baulücken gebe. Die Fraktion stimmte dann jedoch zu.

Ob es eine Bauverpflichtung für den neuen Besitzer gebe, stehe im Bebauungsplan für das Areal, antwortete Bürgermeister Jörg Wetzstein auf eine Frage des FWG-Fraktionsvorsitzenden Jan Wölfl. Er gehe davon aus, dass der Interessent den Bauplatz haben wolle, um darauf zu bauen. Und zu den SPD-Zweifeln sagte er, gerade angesichts der Baulücken wolle die Gemeinde mit gutem Beispiel vorangehen und diesen Platz an einen bauwilligen Bürger abgeben. Dabei geht es um einen Preis von rund 150 000 Euro.

Einstimmig aufgehoben wurde schließlich die Richtlinie für die Förderung von Regenwassernutzungsanlagen. Sie sei bereits in den vergangenen Jahren kaum in Anspruch genommen worden.

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