Die Kaktussis verzaubern mit ihrem Tanz des Phönix. FOTOS: HAU
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Die Kaktussis verzaubern mit ihrem Tanz des Phönix. FOTOS: HAU

Wie Phönix aus der Asche

  • vonAnnette Hausmanns
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Ober-Mörlen(hau). Die bunt kostümierten Frauen im Saal halten die Luft an. Auf Stelzen durchschreitet eine üppig gefiederte Lichtgestalt die Narrhalla, breitet ihre Flügel aus und scheint gleich mit ihresgleichen abzuheben zu jenem mystischen Ort, von dem sie kam - buchstäblich wie Phönix aus der Asche. Jubel bricht aus, als die golden schimmernden Vögel ihre Schwingen ausbreiten und zum schillernden Showtanz abheben. Ohne die außergewöhnlichen Auftritte der Kaktussis ist die Weibersitzung der KG Mörlau seit einem Vierteljahrhundert nicht vorstellbar.

Seit nunmehr 30 Jahren rocken die Weiber der 1. Karnevalsgesellschaft (KG) Mörlau mit ihrer eigenen Sitzung die Usatal-Narrhalla. Der 80er-Jahre-Rock zog sich am Donnerstagabend denn auch als blauer Faden durch die Sitzung - unter der Regie von Präsidentin Corinna Schneider und ihrem Komitee. Den Plattenteller rockte DJ Rudi, und auf der Showbühne zogen neben den Büttenrednerinnen und Showacts der Kostümsitzung vier eigens für die Weibersitzung gegründete Tanzgruppen ihre Register.

Um den leibhaftigen Weihnachtsbaum rockten bilderbuchartig die Weihnachtselfen aus der Tanzgruppe "Villa Kunterbunt", die dem diesjährigen Kampagnenmotto auch Pate stand. In ein verträumtes Schlaraffenland der Törtchen, Lollipops und Goldbären entführten die Showgirls und ihr Candyman.

Handfest ging es beim Korsettgeschwader zu, das für seine Playbackshow Schlagerstar Wolfgang Petry in Karohemd und Freundschaftsbändchen wahnsinnige zwei Dutzend Mal geklont hatte.

Wie schon bei der großen Sitzung imponierten die Sternschnuppen mit ihrer Goldfinger-Lasershow, die große Prinzengarde eroberte im Amazonengeschwader den Saal, Natürlich gönnten sich die Frauen auch den Anblick der gedrillten Transformers vom Männerballett - übrigens die einzigen Männer im Saal neben dem tanzenden Weihnachtsbaum Severin und den helfenden guten Geistern hinter den Kulissen.

Für ihr Büttendebüt stieg Katharina Herr in die Tücken von Tinder und anderen Dating-Apps ein, als "flotter Feger" hatte die erfahrene Kollegin Hildegard Eichhorn manche Anekdote auf Lager, derweil sich Anna-Karoline Schneider über das an Männergrippe leidende starke Geschlecht wunderte. An der Himmelstür war Andrea "Dieter" Marx zur Zahnfee auf Erden verdonnert worden, der Einblick in Mörlaus Bettgeschichten versüßte die Sühnezeit.

Mutige Outfits

Als Helene-Fischer-Double im Doppelpack rissen Jenny und Bianca Werner zu Freudentränen hin und wagten in diversen mutigen Outfits Ausflüge in die Schlagerwelt der 80er Jahre. Zurück zum Rock der Golden 80ies ging es mit Playbacks des Weiberkomitees und live mit Rockröhre Martina Lorenz; fürs Finale mit den Aktiven hatte sie die eine oder andere Zugabe im Gepäck.

Gerne gesellten sich auch Prinzessin Conny I. und Hofdame Petra Fonseca hinzu, die den Abend begeistert von ihrer Loge aus verfolgt hatten (wenn sie nicht gerade selbst tanzten).

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