Die Rastanlage Wetterau aus der Vogelperspektive. Einen Ausbau können sich die BI-Mitglieder vorstellen, nicht aber eine Verlegung an den Ortsrand.	(Archivfoto: Stadler)
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Die Rastanlage Wetterau aus der Vogelperspektive. Einen Ausbau können sich die BI-Mitglieder vorstellen, nicht aber eine Verlegung an den Ortsrand. (Archivfoto: Stadler)

Ober-Mörler BI beklagt Informationspolitik

Ober-Mörlen (hau). Zur außerordentlichen Mitgliederversammlung in den Schlossarkaden haben sich kürzlich die Mitglieder der Bürgerinitiative »Ober-Mörlen sagt Nein zum geplanten Standort der Tank- und Rastanlage Wetterau Ost« getroffen.

Nachdem Vorsitzende Andrea Selbach aus beruflichen Gründen zurückgetreten war, standen Neuwahlen an. Einstimmig wurde Herbert König zum Vorsitzenden gewählt.

Neuigkeiten brachten König und BI-Mitglied Andreas Seifert mit. Am 16. September hatten beide ein Gespräch mit Landtagspräsident Norbert Kartmann geführt, der sich mehrfach gegen den geplanten Standort am Ober-Mörler Ortsrand ausgesprochen hatte. Sein jüngster Vorschlag an Hessen Mobil: Ausbau der bestehenden Rastanlage Wetterau Ost plus Erweiterung der Rastanlage Taunusblick. Dort sei ausreichend Gelände vorhanden und die Raststätte auf der anderen Seite der A 5 über eine panzertaugliche Brücke erreichbar. Der Betreiber der Rastanlage sei an einer Erweiterung ebenfalls interessiert. Dieser Vorschlag sei von Hessen-Mobil bisher aber nicht berücksichtigt worden, erfuhr die BI-Abordnung von Kartmann. Der Landtagspräsident habe zudem mitgeteilt, er wolle sich dafür einsetzen, dass dieser Standort als siebte Option in die Überlegungen einbezogen werde. Außerdem wolle er noch einmal deutlich machen, dass Ober-Mörlen die Erweiterung der bestehenden Rastanlage befürworte, die Umsetzung der Rastanlagen-Pläne am Ortsrand jedoch mit allen Mitteln bekämpft werde.

Aus wirtschaftlichen Gründen halte er die Erweiterung der bestehenden Raststätte und einen Ausbau der Anlage Taunusblick für praktikabel. Eine neue Raststätte zwischen Friedberg und Butzbach lehne Kartmann ab.

Ein weiteres Thema der Versammlung war die Infoveranstaltung, zu der Hessen Mobil Ende Juli eingeladen hatte. Dort wurde über den Zwischenstand der Machbarkeitsstudie informiert, zudem wurden sechs mögliche Standorte für die Rastanlage vorgestellt, darunter auch die von der BI abgelehnte Ober-Mörler Variante. Aus der Zeitung habe man erfahren, dass zu dem Treffen Behördenvertreter und die betroffenen Kommunen eingeladen gewesen seien, darunter auch der Ober-Mörler Gemeindevorstand. Die BI sei nicht eingeladen gewesen, obwohl es vom hessischen Verkehrsministerium und Hessen Mobil die Zusage gebe, die BI unverzüglich über neue Entwicklungen zu informieren.

»Grober Vertrauensbruch«

Ihren Unmut über den mangelhaften Informationsfluss äußerte die Versammlung vehement, schließlich sei die BI Auslöser der erneuten Standortsuche gewesen. Zudem hätten Hessen Mobil und das Verkehrsministerium der BI sofortige Informationsweitergabe über alle neuen Sachkenntnisse versprochen. Ein Ausschluss der BI bei einer solch wichtigen Veranstaltung könne daher als »grober Vertrauensbruch« betrachtet werden, hieß es.

Optimierungsbedarf bestehe offensichtlich auch bei der Zusammenarbeit zwischen Gemeindevorstand und BI. Es sei ein breiter Konsens bei den Bürgern notwendig, die »leider teilweise immer noch nicht den Ernst der Lage begriffen zu haben scheinen«, befürchten die Standortgegner.

Schriftlich hat die Initiative mittlerweile beim Gemeindevorstand, bei Kartmann, Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir und bei Hessen-Mobil-Präsident Burkhard Vieth nach neuen Infos gefragt. Unter anderem will man wissen, welche sechs Standorte bei dem Treffen am 24. Juli besprochen wurden. Antworten stünden noch aus.

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