Rückansicht der Usatalhalle mit Parkplatz. Hier soll in ein paar Jahren ein Rewe-Markt mit bezahlbarem Wohnraum im Obergeschoss stehen. 	FOTO: HAU
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Rückansicht der Usatalhalle mit Parkplatz. Hier soll in ein paar Jahren ein Rewe-Markt mit bezahlbarem Wohnraum im Obergeschoss stehen. FOTO: HAU

Bauprojekt

Ober-Mörlen: Drei Investoren stehen für neuen Markt und neue Halle am Lekkerkerkplatz bereit

  • vonAnnette Hausmanns
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Der Lekkerkerkplatz in Ober-Mörlen soll verkauft und zum Nahversorgungszentrum entwickelt werden. Drei Investoren kommen nun in die engere Auswahl.

Ober-Mörlen – Montag - ein hoch spannender Abend in der Usatalhalle. Dafür, dass sich drei Investoren vorstellen wollen, die ernsthaftes Interesse daran haben, den Lekkerkerkplatz zu kaufen, die Usatalhalle abzureißen und hier ein Nahversorgungszentrum nebst bezahlbarem Wohnraum zu bauen, sind die Besucherränge bescheiden besetzt.

Da der Verkauf des Platzes eng verknüpft ist mit dem Bau einer Sport- und Kulturhalle am östlichen Ortseingang, dürfte der kombinierte Themenkomplex während der nächsten Jahre eine zentrale Rolle spielen. Nicht zuletzt geht es um viel Geld: Die neue Halle wird laut Machbarkeitsstudie auf mindestens elf Millionen Euro geschätzt, der Lekkerkerkplatz soll für mindestens 3,35 Millionen Euro veräußert werden.

Ober-Mörlen: Drei Investoren für Lekkerkerkplatz in der engeren Auswahl

Neun mögliche Investoren waren in dem vom Parlament gewünschten Interessenbekundungsverfahren gefunden worden. Drei kamen in die engere Wahl. Zwei von ihnen kamen am Montagabend in die Usatalhalle, einer hatte keine Zeit und soll auf Wunsch der versammelten Ausschüsse zeitnah die Chance bekommen, sich vorzustellen.

Während sein Name noch nicht genannt wurde, lüftete sich das Geheimnis um die beiden Projektentwickler, die es beim Interessenbekundungsverfahren eine Runde weiter geschafft hatten - »mit großem Abstand«, wie Bürgermeisterin Kristina Paulenz und Erster Beigeordneter Herbert Hahn sagten, ohne Details zu den Kriterien bei einer Punktevergabe durch den Planer zu verraten.

Ober-Mörlen: Ein Investor für den Lekkerkerkplatz ist noch unbekannt

Beide anwesenden Konkurrenten traten im Doppelpack an: Schoofs Immobilien GmbH Frankfurt mit Rathke Architekten BDA Wuppertal sowie ES Wohnungsbau Ober-Mörlen mit blfp Architekten Friedberg. Beide zeigten in ihren 45-minütigen Präsentationen nicht nur großes Interesse an Erwerb und Entwicklung des Lekkerkerkplatzes, sondern auch am Bau der Sport- und Kulturhalle. Sowohl Schoofs/Rathke als auch ES/blfp zeigten gewünschte Referenzprojekte. Beide Präsentationen hatten ihren eigenen Reiz, zeugten von Erfahrung und Professionalität. Beide zeigten sich überzeugt, die Aufgabenstellung wirtschaftlich und technisch zum Besten von Ober-Mörlen lösen zu können.

Die Gäste aus Frankfurt und Wuppertal hatten über die Referenzen hinaus auch schon erste Vorstellungen für den Lekkerkerkplatz skizziert. Aufbauend auf einen reichen Erfahrungsschatz beim Bau von Rewe-Märkten hatten sie bereits mit dem Konzern Kontakt in Sachen Verlegung des Rewe-Marktes von der Hasselhecker Straße auf den neuen Platz aufgenommen. Diese Verlegung war im Vorfeld mehrfach als Wunsch zum Ausdruck gekommen.

Eine Sport- und Kulturhalle habe man zwar noch nicht gebaut, sei daran aber sehr interessiert, unterstrichen Architekt Markus Rathke und die Schoofs-Projektentwickler Oliver Stöhr und Sven Schemann. »Wir haben einen langen Atem«, unterstrichen sie. Ihnen sei bewusst, dass der Platz erst entwickelt werden könne, nachdem die Halle gebaut sei.

Ober-Mörlen: Visionen für den Lekkerkerkplatz

Das war auch Vater und Sohn Erdem aus Ober-Mörlen bewusst. Sükrü und Selcuk Erdem haben mit blfp ein renommiertes und breit aufgestelltes Architekturbüro ins Boot geholt. Stellvertretend für blfp-Geschäftsführer Andreas Schmitt präsentierte Architekt Benjamin von Zehmen die Bandbreite, zu der unter vielen anderen neben »Hybridbauten« für Einzelhandel und Wohnen auch Erfahrung im Sportstättenbau gehöre.

Während die Frankfurter Gäste als reine Projektentwickler das fertige Gebäude auf dem Lekkerkerkplatz veräußern würden, könnten sich Vater und Sohn Erdem auch vorstellen, das Gebäude je nach Abstimmung mit der Gemeinde zu behalten. Auch die neue Halle könnte man auf Wunsch der Gemeinde behalten oder verkaufen. »Alles möglich.«

Neben Wohnungsbau und Projektentwicklung sei Immobilienmanagement ihr drittes Standbein. Eine Skizze von ihren Vorstellungen für den Lekkerkerkplatz würden sie auf Wunsch gerne nachreichen, bot der Architekt an.

Ober-Mörlen: Das soll auf dem Lekkerkerkplatz geschehen

Laut dem Interessenbekundungsverfahren, in die Hand genommen vom Architekturbüro Alfred Möller aus Bad Nauheim, ist die Aufgabenstellung auf dem Lekkerkerkplatz nach dem Abriss der Usatalhalle die Sicherung der Nahversorgung in Form eines Vollsortimenters, ergänzt beispielsweise durch einen Drogeriemarkt, Gastronomie, Café oder ähnliches auf insgesamt maximal 4300 Quadratmetern Erdgeschossfläche.

Im Obergeschoss soll bezahlbarer Wohnraum entstehen, eventuell nicht störende Nutzung durch Praxen oder Büros. Sicherzustellen sind Stellplätze für Bewohner und Kunden, Raum für die Anlieferung und Grünflächen. Der Ankaufspreis wurde seitens des Architekturbüros Möller geschätzt und auf einen Quadratmeterpreis (vollerschlossen) von mindestens 250 Euro festgelegt. Bei einer Grundstücksgröße des Lekkerkerkplatzes von 13 399 Quadratmetern entspricht dies mindestens 3,35 Millionen Euro. Abbruch und Entsorgung der Usatalhalle gehen zulasten des Käufers.

In einer nächsten Stufe des formlosen Verfahrens werden die Interessenten zur Abgabe einer detaillierteren, städtebaulichen Planung aufgefordert, die dann dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt wird. hau

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