Ob und wann der Ganztag an der Wintersteinschule (l.) wieder startet, ist derzeit ungewiss. Rechts neben dem Schulhof    ist der "Pavillon" zu sehen, in dem auch Schüler betreut werden können. 	FOTO: HAU
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Ob und wann der Ganztag an der Wintersteinschule (l.) wieder startet, ist derzeit ungewiss. Rechts neben dem Schulhof ist der »Pavillon« zu sehen, in dem auch Schüler betreut werden können. FOTO: HAU

Neuer Ganztagsträger in Aussicht

  • vonAnnette Hausmanns
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Ober-Mörlen (hau). In der Wintersteinschule wurde über die Jahre ein gut funktionierendes Ganztagsangebot eingerichtet. Zu normalen, also Nicht-Corona-Zeiten, läuft das freiwillige Bildungs- und Betreuungsangebot für alle 170 Schüler kostenlos an fünf Tagen die Woche von 8 bis 16 Uhr. Mit je 12 000 Euro unterstützten bislang der Wetteraukreis und die Kommune den sogenannten offenen Ganztag im Profil 2.

Die Gemeinde hatte ihren Zuschuss unlängst auf 16 000 Euro erhöht, um bei der Verlängerung von Betreuungszeiten behilflich zu sein.

Aufgabe des Fördervereins der Schule war zuletzt, neben der Beschäftigung der Ganztagsbetreuer, Randzeiten je eine Stunde vor- und nachher mit kostenpflichtigen Angeboten abzudecken, außerdem je sechs Wochen Ferienbetreuung pro Jahr. Zu Jahresbeginn wurde bekannt, dass der Förderverein seine Aufgaben aus organisatorischen Gründen an einen anderen Träger abgeben möchte. Als möglicher Nachfolger wurde die AWO Hessen Süd genannt. Anfang März stellte die FWG-Fraktion den Antrag, dass der neue Träger noch vor dem neuen Schuljahr sein Konzept vorstellen möge, gerne auch in einer Sitzung des Ausschusses Gesellschaft und Soziales.

Dann kam Corona. Sitzungen und Schule fanden nicht mehr statt. In der Parlamentssitzung am Dienstag griff die FWG ihren Antrag wieder auf. Sowohl Sozialausschuss als auch Schulleiter Alexander Dahl zeigten sich interessiert an der Information, erklärte Brunhilde Reimann-Luckas von der FWG-Fraktion. Man würde nach wie vor gerne wissen, wofür die Kommune 16 000 Euro Zuschuss aus Steuergeldern zahle. Dabei sei zu beachten, dass das Geld nicht in die Randzeiten und in Ferienbetreuung fließe, das seien kostenpflichtige Zusatzangebote.

Wann der Ganztag »nach Corona« überhaupt wieder ans Laufen komme, wisse derzeit noch niemand, ergänzte Bürgermeisterin Kristina Paulenz. In Sachen Beschulung und Kita-Betreuung stehe die Kommune trotz aller Verordnungen im Regen. Das Thema Ganztagskonzept und Auszahlung von Zuschüssen in Corona-Zeiten soll nun in den Ausschüssen weiterberaten werden.

Boschstraße wird vermarktet

Ebenfalls im Ausschuss beraten werden soll auf Wunsch einer Parlamentsmehrheit eine von der CDU-Fraktion Anfang März beantragte Verlängerung des Kooperationsvertrages zwischen Kommune und Pfarrei St. Remigius in Sachen »Öffentliche Gemeindebücherei St. Remigius«.

Fraktionsvorsitzender Dr. Matthias Heil begründete eine Verlängerung um fünf Jahre mit der höchst erfolgreichen Arbeit des ehrenamtlichen Bücherei-Teams. Zwar laufe der Vertrag automatisch um je ein Jahr weiter, die auch formell langfristige Zusammenarbeit sei aber ein gutes Signal.

Alle freiwilligen Leistungen müssten derzeit auf den Prüfstand, wandte Joachim Reimertshofer (SPD) ein, ohne die Qualität der geleisteten Arbeit in irgendeiner Weise hinterfragen zu wollen. »Wir möchten gerne im Ausschuss beraten.« Man habe ja noch Zeit, lenkte Dr. Heil ein, gerne beraten zu wollen. Sein Hinweis: Bildung solle immer Vorrang haben.

Keine Kita-Gebühren

Dem CDU-Antrag auf Vermarktung des ersten Bauabschnitts im Gewerbegebiet Boschstraße stimmte die Parlamentsmehrheit gegen die Stimmen der FWG zu. Demnach soll die Vermarktung zu den derzeit marktüblichen Konditionen öffentlich ausgeschrieben und im Vorfeld ein Kriterienkatalog zur Auswahl der Interessenten erstellt werden. Dafür soll der Gemeindevorstand einen Entwurf erarbeiten und dem Haupt- und Finanzausschuss vorlegen. Wir wollen strategisches Vorgehen und Transparenz«, erläuterte Marco Hosenseidl (CDU). Joachim Reimertshofer (SPD) konnte dem zwar folgen, bat aber »die Kirche im Dorf zu lassen«. Eine öffentliche Ausschreibung würde zu lange dauern, dem könne sich seine Fraktion nicht anschließen, sagte Marco Roth (FWG).

Alle 24 anwesenden Gemeindevertreter stimmten für die Absetzung der Beitragszahlungen in der kommunalen Kita »Sternschnuppe« für die Zeitspanne von zwei Monaten, in der es wegen der Corona-Pandemie keine Betreuung gab.

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