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Kolosse aus Edelstahl: Ortstermin mit Bürgermeisterin, kommunalen Wassermeistern, Ingenieuren und Handwerkern. Im Hintergrund der fast fertige zweite Tank.

Hochbehälter vor der Fertigstellung

Neue Edelstahlkolosse sichern Ober-Mörlens Trinkwasserversorgung

  • VonAnnette Hausmanns
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Der Trinkwasserhochbehälter Mautzenwiese ist fast fertig. »Atemberaubend gestaltet sich sein Neubau«, berichtet unsere Mitarbeiterin Annette Hausmanns und schildert ihre Eindrücke vor Ort.

Seit einem Jahr fiebre ich dem Ortstermin am Wasserhochbehälter entgegen, konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie zwei dieser Edelstahlkolosse in eine fertige Halle gezaubert werden. Meine Erwartungen werden haushoch übertroffen.

Jetzt stehe ich staunend im fast fertigen Wassertank und darf mit offenem Mund und Schutzbrille vor den Augen zuschauen, wie er sich millimeterweise um die eigene Achse dreht, während seine Außenhaut innen und außen schraubenförmig festgeschweißt wird.

Wie am Fließband wird diese wichtige Naht sogleich von den benachbarten Automaten gebürstet und poliert. Die entsprechenden Knöpfe drückt Montageleiter Micha Käpperle von der zuständigen Fachfirma.

Fast könnte man meinen, er stünde an einem »Mischpult« - das »Discolicht« bieten der Schweißapparat und der feine grüne Nivellierungsstrahl. Kollegen stehen an den Hightech-Geräten und sorgen dafür, dass alles perfekt sitzt.

Dank des patentierten Wickelverfahrens zieht sich diese einzige Schweißnaht spiralförmig vom Dach bis zum Boden des ultramodernen Trinkwasserbehälters.

700 000 Liter Quellwasser

Die Vorstellung, dass ich hier in wenigen Wochen mitten in 700 000 Litern klarem Quellwasser stehen würde, macht Gänsehaut. Noch ist der blitzblanke Edelstahlzylinder aber nicht bis auf den Boden abgesenkt, 15 Meter Schweißnaht fehlen noch.

Alle Gäste der spektakulären Technikvorführung krabbeln unter der aufgebockten Zylinderwand zurück und bestaunen den fertigen Tank nebenan. Durch ein »Bullauge« kann man auch in diesen noch leeren Trinkwasserbehälter krabbeln und das Staunen lernen.

Selbst in befülltem Zustand werden die beiden Kolosse aus feinstem Edelstahl eine Innenbeleuchtung haben, erfahre ich, außerdem einen Hoch-druckinnenreiniger, ein Überlaufsystem und eine Be- und Entlüftung über Spezialfilter und Ventile zum Schutz vor Über- und Unterdruck. »Sonst könnte sich der leere Tank zusammenziehen wie eine Coladose«, erklärt mir Planer Sebastian Hof. Mich schauderts.

Im Plan und leicht unter dem Kostenansatz

Neben rostfreiem Edelstahl und penibler Produktion sei auch die stets gleichbleibende Raumtemperatur wichtig, berichtet Hofs Projektleiter Timo Gräbener. »Wenn Wasser und Raum die gleiche konstante Temperatur haben, bildet sich kein Kondenswasser, kein Rost, keine Keime«, erklären mir mit Bauleiter Werner Pfeil von der ausführenden Baufirma auch die beiden kommunalen Wassermeister Steffen Rehde und Jens Draheim. Das leuchtet mir ein.

Bürgermeisterin Kristina Paulenz zeigt sich höchst zufrieden und dankt allen Beteiligten. »Seit Beginn an ziehen alle an einem Strang, damit in Ober-Mörlen die Trinkwasserversorgung gesichert ist«, lobt Paulenz. Man sei vor dem Bauzeitenplan und leicht unter den veranschlagten Kosten von 2,2 Millionen Euro.

Wenn der neue Hochbehälter Mautzenwiese dann Ende Oktober keimfrei übergeben wird, möchte ich gerne wieder dabei sein. »Wasser marsch« wird es dann am Ende dreier Projektjahre für Planung, Hallen-, Leitungs- und Behälterbau heißen.

Die Wartung der Anlage weiß ich bei Ober-Mörlens Wassermeistern in besten Händen, und ich muss auch in Zukunft nicht auf den frischen Schluck besten Ober-Mörler Trinkwassers verzichten.

Sicherung der Wasserversorgung

Weil sich Sanierung und Ausbau des alten Hochbehälters Mautzenwiese (Baujahr 1969, Fassungsvermögen 750 Kubikmeter) nicht gelohnt hätte, wurde eine neue Anlage gebaut. Die Gemeinde Ober-Mörlen investiert 2,2 Millionen Euro in die Sicherung der Trinkwasserversorgung und den Brandschutz ihrer wachsenden Bevölkerung.

Die neue, wärmeisolierte Industriehalle misst 30 mal 16 Meter und ist elf Meter hoch. Zwei eingebaute Edelstahltanks haben Durchmesser von je 11,5 Metern, sind fast acht Meter hoch und fassen zusammen 1,4 Millionen Liter Wasser.

Mehrere Hundert Meter Versorgungsleitungen zwischen Hochbehälter und Tiefbrunnen Mautzenwiese wurden erneuert, ebenso dessen Technik.

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