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Roland Pursch (l.) als Karlheinz und Manfred Möller rührten zu Freudentränen.

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KG Mörlau startet mit Karacho in die Karnevalszeit

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Der Ober-Mörlener Karnevalsverein hat sein Publikum mit einem bunten Programm aus Tänzen, Büttenreden und Show begeistert. Der Erlös der "Blauen Tische" geht an die Jugendfeuerwehr.

Selten startete die KG Mörlau derart rasant in die heiße Phase der fünften Jahreszeit wie am Samstagabend bei ihrer ersten Kostümsitzung in der proppenvollen Usatal-Narrhalla. In einem Mann schien sich die Verbindung von Tempo, Kreativität und Begeisterung zu einer besonders intensiven Melange vereint zu haben: Sitzungspräsident Christian Möller trat in Topform auf und riss mit seinem Team den Saal förmlich mit – sehr zur Freude des närrischen Herrscherpaares Prinz Björn I. und Prinzessin Vanessa I. (Björn und Vanessa Buijs) mit ihren Hofdamen Paulina Höning und Rike Wielpütz sowie Mohr Hans Schneider.

Dabei hatte der leidenschaftliche junge Präsident auch einen Wermutstropfen zu schlucken: Nach über einem halben Jahrhundert auf der Bühne und in der Bütt nahm sein Vater Manfred Möller den Hut – nicht ohne vorher als blondbezopfte Elfriede mit ihrem Karlheinz (Roland Pursch) noch einmal zu Freudentränen zu rühren. Die Fenstergucker aus der "Neugass" fütterten den vorbeiziehenden närrischen Lindwurm mit wonnigen Kommentaren mitten aus dem Dorfleben.

Walt-Disney-Vergnügungspark

Überhaupt ging es in der Fastnachtsbütt rund. Auf der Suche nach dem ultimativen Sport probierten sich Jenny und Bianca Werner vergeblich in diversen Winter- und Ballsportarten, entdeckten die Vorzüge ihrer Werbefläche und gaben ihre Ambitionen nach missglücktem Synchronschwimmen auf. Peinlichkeiten fanden Tante Astrid Trier und Nichte Natascha Seipel im Pannenplausch, und Harald, "de Fauscht aus de Sandgass", geriet mit Szenen seiner Ehe auf rutschiges Parkett. Die energiegeladene politische Protokollerin Michaela Franke-Röseler zog es, assistiert von Alexas künstlicher Intelligenz, auf dem Traumschiff zu den Pulverfässern dieser Welt.

Mit fantastischer Kreativität glänzten einmal mehr die zu gestandenen Männern erwachsenen Jungs von Mörlau TV – Schau dich blau. Auf der Schießhütte erschuf Maximilian Pursch alias Walt Disney einen Vergnügungspark für gestrandete Zeichentrickhelden zwischen Arielle und Hercules, in deren Häute Marc Aletter, Nils Arne Wielpütz, Max Sens, Maxim Braslavskiy, Kevin Kanschat und Sebastian Schaller schlüpften – um am Ende als leibhaftige Toy-Story-Singer mit "Du hast’n Freund in mir" die Herzen zu erobern.

1001 Nacht und Formel 1

Sängerin Alina Schaller flogen die Herzen bei ihrer Interpretation von Helene Fischers "Achterbahn" ebenso zu wie bei Westernhagens "Sexy", kraftvoll begleitet von der fleißigen Hausband Ben Karell und Roy Glitter. Unterdessen ertanzte sich die Mörlauer Spätlese auf parodistischer Eisenbahntour durch Hamburg, Köln, Frankfurt und München die Begeisterung des Publikums, und überhaupt lagen den Tänzern und Tänzerinnen die Herzen nur so zu Füßen.

Die mittlere Showtanzgarde erwachte zu zarten Feen, in farbenprächtigen Gewändern mit Überraschungseffekt, betörten die Sternschnuppen in 1001 Nacht, und das Männerballett startete mit Vollgas in der Formel 1 durch. Wie gerufen stürmten die "Race-Queens" der Großen Prinzengarde mit den F1-Piloten die Bühne und mit kühnen Hebefiguren das Ziel. In der vor Konfetti und "Tabledance" nur so sprühenden Zielgeraden hieß Sitzungspräsident Möller die zahlreichen Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen willkommen. Ihren Dank schickten die Fassenachter beim Finale ins Publikum, wo drei "Blaue Tische" gedeckt waren. Der Erlös aus diesen Sondertischen geht diesmal an die Ober-Mörlener Jugendfeuerwehr, die heuer ihren 50. Geburtstag feiert.

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