Das Siegerbild: Matthias Haehner López hat sich für die Aktion in einen Eimer gezwängt, ist darin herumgekullert und hat diesen Spaß auf einer Postkarte abgebildet. 	FOTO: PV
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Das Siegerbild: Matthias Haehner López hat sich für die Aktion in einen Eimer gezwängt, ist darin herumgekullert und hat diesen Spaß auf einer Postkarte abgebildet. FOTO: PV

Sie lassen sich nicht unterkriegen

  • vonAnnette Hausmanns
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Ober-Mörlen/Bad Nauheim (hau). Wer in diesen Tagen die katholische Kirche in Nieder- oder Ober-Mörlen besucht, findet neben dem großen Plakat mit Fotos der 39 Kommunionkinder eine faszinierende Fotowand. So unterschiedlich, wie die dort dargestellten Aktionen sind, haben sie alle eins gemeinsam: Für die abgebildeten Kinder waren es Premieren, die ganz schön viel Mut oder Kreativität erforderten - frei nach einem Pippi-Langstrumpf-Zitat: »Das habe ich noch nie gemacht, also bin ich mir völlig sicher, dass ich es schaffe!«

Man sieht Kinder bei Stunts auf dem BMX-Rad, beim Salto auf dem Trampolin, auf hohe Holzstapel klettern, freihändig auf dem Pferd galoppieren, auf der Burg Münzenberg Luftsprünge machen, sich schwebend in einen Türrahmen klemmen oder in einem Eimer über die Wiese rollen. Es wird auf Bäume geklettert, getaucht und ewig weit Rad gefahren. Ein Mädchen ist stolze Steuerfrau beim Segeln, ein Junge mäht den Rasen, andere bewundern das Legoland, haben ein Puppenhaus gestaltet, ein Puzzle entworfen oder Marmelade gekocht.

Aufs Foto gebannt sind aber auch so kreative Ideen wie die Vervielfachung im Spiegelbild, der »Freund to go«, der augenscheinlich aus dem Kaffeebecher hopst oder die Erfüllung des Traums vom »Fliegen, wohin ich will«: mit aufgemalten Luftballons …

Engagierter Fotowettbewerb

Eigentlich hätten in diesem Jahr 39 Kinder aus der Pfarrgruppe Mörlen an zwei Sonntagen im April ihre Erstkommunion feiern sollen. Seit Dezember hatten sie sich mit Gemeindereferentin Stefanie Schwalb, ehrenamtlichen Katecheten und Pfarrer Ryszard Strojek auf ihren großen Tag vorbereitet. Dann kam Corona. Seit über drei Monaten können sich die Kinder nicht im vertrauten Rahmen treffen, ihr Weißer Sonntag wurde, wie überall in der Republik, abgesagt. In Ober- und Nieder-Mörlen soll stattdessen voraussichtlich im September für die Erstkommunion ein alternatives, coronakonformes Format gefunden werden.

Die Kinder lassen sich unterdessen nicht unterkriegen und legen jede Menge Mut an den Tag - manchmal fast so »verrückt« wie Pippi Langstrumpf, die vor 75 Jahren von Astrid Lindgren zum Leben erweckte Kinderbuch-Heldin aus Schweden. »Da die Kinder zurzeit auf vieles verzichten müssen und sich nicht treffen können, habe ich einen Wettbewerb für sie organisiert«, erzählt Stefanie Schwalb. Pippi Langstrumpfs Überzeugung »Das habe ich noch nie versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe!« fand Schwalb derart passend und ermutigend, dass sie für die Kommunionkinder einen Wettbewerb ausschrieb.

Zum Zitat passend konnten die Kommunionkinder ihr innerhalb von drei Wochen ein Foto schicken. »Jeder hat etwas völlig anderes ausprobiert und gezeigt, wie mutig und kreativ es ist«, ist Schwalb begeistert. Seit Fronleichnam sind die Fotos der 26 Wettbewerbsteilnehmer in den Kirchen Maria Himmelfahrt Nieder-Mörlen und St. Remigius Ober-Mörlen ausgestellt.

Eine fünfköpfige Jury aus Kindern und Jugendlichen der Pfarrgruppe wählte drei der ansprechendsten Fotos aus.

Der erste Preis geht an Matthias Haehner López, der sich zum ersten Mal in einen Eimer zwängte, darin herumkullerte und den Spaß auf einer Postkarte abbildete. Die Zweitplatzierte Viktoria Kettner hat erstmalig ein Puzzle gestaltet und Laura Tonn kochte zum ersten Mal ganz alleine Erdbeer-Konfitüre, die Arbeitsschritte hielt sie in 16 zur Postkarte zusammengestellten Einzelbildern fest.

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