Lärmschutz-Projekt ruht

  • vonAnnette Hausmanns
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Ober-Mörlen (hau). Nachdem sich der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung am vergangenen Donnerstag in der Usatalhalle nach langem Meinungsaustausch für die Befürwortung des Schießhütte-Bebauungsplanentwurfes entschied (WZ vom Samstag), war noch lange nicht Schluss. Relativ zügig war zwar das Thema »Neue Fahrradständer« auf den öffentlichen Liegenschaften in beiden Ortsteilen abgehandelt und für gut geheißen worden, dafür ging es beim Anliegen »Neues Feldgehölz« an der Autobahn A5 lange und kontrovers zur Sache - weitgehend sachlich zwar, schließlich aber auch angespannt emotional.

Am Ende einigte man sich darauf, das Thema ruhen zu lassen, statt ihm mit der Ausschuss-Mehrheit von CDU und Grünen eine Abfuhr zu erteilen. Man wolle dran bleiben und weitere Fakten sammeln, versprach Achim Glockengießer (SPD).

Nachdem die SPD im September den Antrag auf ein Feldgehölz entlang der A 5 gestellt hatte, trugen Sozial- und Christdemokraten offenbar unabhängig voneinander Fakten und Meinungen zu einem Projekt zusammen, das nicht nur der Natur, sondern vor allem auch dem Lärmschutz dienen soll. Derweil sich die SPD auch nach langer Diskussion in der vergangenen Ausschusssitzung weiterhin überzeugt von Machbarkeit und Nutzen des rund 20 Meter breiten Grünstreifens zeigte, argumentierte die CDU gegen eine Bepflanzung an dieser Stelle, nämlich im Wasserschutzgebiet.

Auswirkungen auf Quellwasserfluss?

Hauptstreitpunkt in der Diskussion war die Frage, ob die zu pflanzenden Bäume womöglich negative Auswirkungen auf den Quellwasserfluss haben könnten. Das große Einzugsgebiet der Stockbornquelle ist seit über 100 Jahren von Drainagerohren durchzogen, die dem kostbaren Wasser den Weg zur Quelle erleichtern sollen. Inwiefern diese Drainage vom Wurzelwerk einer letztlich auf 300 Meter Länge ausgelegten Feldholzinsel westlich der A5 beschädigt werden kann, darüber gingen die Meinungen auseinander.

Erschwerend kommt hinzu, dass niemand sagen kann - auch der ehemalige Wassermeister von Ober-Mörlen sowie ein ortsansässiger Bodenspezialist nicht -, wo genau die Drainage verläuft und wie tief die Grundwasser führende Schicht. Dazu brauchte es genauere Untersuchungen als Rundgänge mit der Wünschelrute und eine punktuelle Zwei-Meter-Bohrung, wie sie bislang stattgefunden haben, darin war man sich einig.

Eine umfassende Boden-Untersuchung werde zudem viel Geld kosten, sei aber wohl nötig, wenn man den Grünstreifen als aktiven Lärmschutz fürs Dorf und sein Neubaugebiet Schießhütte II anlegen wolle.

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