+
Oberhalb der Feuerwehr und bei der Wintersteinschule an der verlängerten Dr.-Werner-Stoll-Straße soll das Seniorenzentrum gebaut werden. Der Haupt- und Finanzausschuss favorisiert dafür das Konzept der Diakonie. FOTO: HAUMANNS

Konzept der Diakonie ist Favorit

  • schließen

Ober-Mörlen(hau). Keine halbe Stunde hat der Haupt- und Finanzausschuss (HuF) am Montagabend für seine Empfehlung in Sachen Seniorenzentrum gebraucht. Die Vertreter aus den vier parlamentarischen Fraktionen verständigten sich auf das erst im Dezember vorgestellte Konzept der Gesellschaft für diakonische Einrichtungen in Hessen und Nassau mbH (GdfE) - kurz der Diakonie.

Einziger Diskussionspunkt war die vom CDU-Vorsitzenden Dr. Matthias Heil gewünschte Aufnahme eines "Zweitplatzierten" in die Beschlussempfehlung. Wie Heil berichtete, habe man in seiner Fraktion bei einer Probeabstimmung eine Primär- und eine Sekundärwahl ausgemacht. Auf dem zweiten Platz hinter der Diakonie habe das Konzept der Gruppe Menetatis/Wob Immobilien gelegen. Die Abstimmung sei knapp ausgefallen.

Er würde gerne für den Fall vorsorgen, dass der Favorit seine Projektfinanzierung nicht bis Februar in trockenen Tüchern habe, sagte Heil. Er wünsche sich, dass der Zweitplatzierte dann nachrücke. Ungern würde er seiner Fraktion vorschreiben, wie sie in der Gemeindevertretersitzung am Montag, 20. Januar, abzustimmen hätte. Wenn die Notlösung nicht mit in die Beschlussempfehlung aufgenommen werde, müsse er sich seiner Stimme enthalten.

CDU-Vorsitzender enthält sich

So kam es dann auch. Die anderen vier Ausschussmitglieder stimmten für die Empfehlung an die Gemeindevertretung, "der Grundstücksentwicklungsgesellschaft zu empfehlen, das für die Errichtung eines - entsprechend den im Dezember 2019 vorgestellten Plänen - Seniorenzentrums vorgesehene Grundstück an die Gesellschaft für diakonische Einrichtungen in Hessen und Nassau mbH zu verkaufen".

SPD-Fraktionsvorsitzender Joachim Reimertshofer hatte zuvor erklärt, dass seine Fraktion schon in der letzten Parlamentssitzung für diese Empfehlung hätte stimmen können. Wichtig sei in jedem Fall, dass die Lösung zu Ober-Mörlen passe. Auch Raimund Frank, Vorsitzender der Fraktion Bündnis 90/die Grünen, sah von der Aufnahme einer Zweitwahl ab.

FWG-Vorsitzender Jürgen Schneider unterstrich, dass Ausschuss und Parlament ja nur empfehlende Funktion hätten. Er freue sich, so Schneider, dass nach zwei Bewerbern, die für Ober-Mörlen Konzepte mit gravierenden Nachteilen in Sachen Größenordnung und Gewichtung von Pflege und betreutem Wohnen vorgelegt hätten, "Gott sei Dank noch eine Nummer drei um die Ecke gekommen ist". Nun hoffe er, dass das Projekt auch eins zu eins umgesetzt werde.

Die von der Diakonie beauftragte Architektin Irmtraud Swoboda aus Braunfels betonte, das Projekt sei vollumfänglich stemmbar wie vorgestellt. Entsprechende Abstimmungen mit dem Wetteraukreis lägen bereits vor.

Das Konzept der Diakonie sieht auf dem Grundstück am Rand des Neubaugebietes Schießhütte II, den Neubau einer betreuten Wohnanlage (Service Plus Wohnen) sowie eine Pflegeeinrichtung für Senioren im Hausgemeinschaftsmodell vor. Das betreute Wohnen und die Pflegeeinrichtung sollen in zwei dreigeschossigen Gebäuden mit vorgelagertem Parkplatz untergebracht werden. Die Gebäude sollen um einen zentralen Innenhof gruppiert werden.

Das Seniorenzentrum soll laut Architektenplan eine zeitgemäße Anlage sein, "die sich an den Wünschen, Anforderungen und Fähigkeiten von pflegebedürftigen Bewohnern orientiert", und "als Wohnanlage erscheint, nicht als ein an Hinfälligkeit erinnerndes Pflegeheim".

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare