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Der Sportverein bringt das Vereinsheim und seinen Vorplatz zurzeit auf Vordermann.

Kein Sportgelände an neuer Halle

  • VonAnnette Hausmanns
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Ober-Mörlen (hau). Zahlreiche Punkte standen auf der Tagesordnung der Gemeindevertretersitzung in der vergangenen Woche. Hier einige davon im Überblick:

Sportgelände ad acta: Im Februar hatte die FWG-Fraktion als mögliche Alternative zur Ausgestaltung des Sportgeländes »In den Mühlwiesen« (die CDU hatte für dort ein Gesamtkonzept für ein Sport- und Freizeitgelände beantragt) dessen visionäre Planung an anderer Stelle beantragt. Die Freien Wähler hatten sich ein Denkmodell zur Verlagerung des Sportgeländes an die neu zu bauende Sport- und Kulturhalle »In den Weiden« am anderen Ende des Dorfes vorstellen können. Dem Änderungsantrag widersprachen jetzt die Abgeordneten von CDU, SPD und Grünen und folgten damit dem Beschlussvorschlag des Ausschusses für Soziales und Gesellschaft.

Dass ihr Zukunftsdenken ausgebremst werde, bedauerte FWG-Fraktionsvorsitzender Marco Roth. Von einem Verbot könne keine Rede sein, wandte Achim Glockengießer (SPD) ein, das Thema bleibe im Ausschuss. Mit dem, wenn auch visionären Verlagerungswunsch blockiere man aber die Handlungsfähigkeit und aktuelle Entscheidungen wie beispielsweise die Sportplatzbewässerung (WZ vom 17. Juli).

Arbeit am Vereinsheim

Überdies verbaue man sich mit einer Sportplatzverlagerung an den östlichen Ortseingang die Option, dort außer der neuen Halle womöglich auch ein neues, autobahnnahes Gewerbegebiet einzurichten, führte Glockengießer aus und erinnerte daran, dass der Sportverein kein Interesse an einem Umzug zeige. »Die Sportler legen sich gerade mit Herzblut ins Zeug, um das Gelände und das Vereinsheim in den Mühlwiesen auf Vordermann zu bringen«, ergänzte Frank Dreier (CDU). Er sehe keinen Vorteil in einer zukünftigen Verlegung.

Zaun um Spielplatz? Der Wunsch der FWG-Fraktion, den Spielplatz an der Gartenstraße einzuzäunen, wird laut mehrheitlichem Parlamentsbeschluss im Ausschuss für Bauen, Verkehr und Umwelt behandelt. Wie FWG-Abgeordnete Catinca Roth argumentierte, stellten die zahlreichen Lücken in den Hecken ein Sicherheitsrisiko dar, schließlich fließe dort die Usa entlang, die Böschung sei sehr steil. Man möge handeln, bevor hier ein Unglück passiere.

Dr. Matthias Heil (CDU) plädierte dafür, den Abenteuercharkater des Spielplatzes in seiner seit 40 Jahren bewährten Form zu erhalten. Bei kleineren Kindern greife die Aufsichtspflicht der Eltern. Auch Achim Glockengießer (SPD) konnte sich für eine Umzäunung (»das würde ein stattliches Bauwerk«) nicht erwärmen, wohl aber für eine Vervollständigung der Hecke. Die Büsche stellten keine wirksame Einfriedung dar, die Usa als Abenteuerraum gehöre nicht zum Spielplatz, gab Catinca Roth zu bedenken.

Trauerhalle: Für das Vordach der Trauerhalle auf dem Ober-Mörler Friedhof sieht die FWG-Fraktion Renovierungsbedarf und stellte in der Gemeindevertretung einen Antrag auf kurzfristige Erledigung. Über Sanierungsarbeiten auf dem Friedhof wird auf einen Änderungsantrag von CDU und SPD hin nun im Bau-Ausschuss beraten, obwohl Stefan Schraub (FWG) um »kurze Wege« gebeten hatte. Dr. Matthias Heil (CDU) schlug indes vor, nach Begutachtung des Friedhofs eine umfassende Mängelliste zusammen- und die Kosten festzustellen. Bürgermeisterin Kristina Paulenz befürwortete eine solche Liste »mit Hand und Fuß« und wies darauf hin, dass im aktuellen Budget keine Mittel zur Behebung vorhanden seien.

Demenzcafé: Das von der AWO organisierte Plaudercafé im evangelischen Gemeindehaus für demenziell Erkrankte und ihre Angehörigen ist seit Jahren ein höchst beliebtes und professionell begleitetes Fürsorgeangebot. Wegen der Covid-19-Pandemie konnten die Treffen bis Ende Juni zwar nicht stattfinden, aber die AWO-Helfer wurden nicht müde, sich unter Einhaltung aller Corona-Regeln um die Betroffenen zu kümmern. Ein Antrag der FWG-Fraktion zielte in der jüngsten Gemeindevertretersitzung darauf ab, die bisher geleisteten kommunalen Zuschüsse von 2000 Euro jährlich auch heuer komplett zu leisten. Alle Fraktionen waren zwar dafür, wollen das Thema aber davon unabhängig auch im Sozialausschuss besprochen sehen. Gegen die Verweisung in den Ausschuss stimmten neben der FWG auch die Grünen.

Wie Michèle Schneider (FWG) erläuterte, habe sich die AWO coronakonform um jeden Betroffenen persönlich gekümmert, etliche Kosten seien weitergelaufen. Ein fester Betrag sei an die beauftragte Altenpflegerin geflossen, um sie nach Jahren höchst vertrauensvoller guter Zusammenarbeit nicht womöglich zu verlieren, ebenso wurden der Steuerberater und die Berufsgenossenschaft bezahlt. SPD und CDU waren sich mit der FWG einig, dass man froh und dankbar sein könne, einen derart rührigen Verein wie die AWO im Ort zu haben. Dieses ehrenamtliche Engagement verdiene höchste Wertschätzung. Man sei heute klar gegen einen halbierten Zuschuss, wie er im Haushalt vorgesehenen sei, wolle sich das Engagement im Ausschuss dennoch gerne aus Interesse und Wertschätzung detailliert vorstellen lassen.

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