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Besichtigen die Anlage im Keller des Rathauses (v. l.): Holger Reuss (Geschäftsführer Oberhessen-Gas), Kristina Paulenz (Bürgermeisterin) und Theresa Thomas (Oberhessen-Gas, Zuständige für Brennstoffzellen). (pm)

Innovative Technik im Rathaus

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Ober-Mörlen(pm). Im Heizungskeller des Ober-Mörlener Rathauses erklärte Holger Reuss, Geschäftsführer von Oberhessen-Gas, wie aus Erdgas Wasserstoff (H2) gewonnen wird. Der Wasserstoff werde dann über eine Brennstoffzelle eingesetzt und damit ein Blockheizkraftwerk (BHKW) betrieben, um Strom und Wärme zu gewinnen. Die neue und innovative Technik im Rathaus besichtigte kürzlich der LEADER-Arbeitskreis "Energie und Mobilität", der sich auch mit Strom- und Wärmenutzung bei einem H2-Blockheizkraftwerk beschäftigt.

Die Bürgermeisterin Kristina Paulenz empfing die Gruppe und wies auf den Anspruch der Kommune auf fortschrittliche Energiemaßnahmen hin. Sie verwies auch auf die langjährige Mitgliedschaft in der Mittelhessischen Energiegenossenschaft (MiEG) hin. Daraus sei letztlich die Idee für den Einbau der H2-BHKW-Technik entstanden.

LEADER-Arbeitskreissprecher Diethardt Stamm erklärte die verschiedenen Möglichkeiten der H2-Gewinnung. Diese kann nämlich durch chemische Prozesse, über Elektrolyse bei Stromeinsatz aus erneuerbaren Energien und über thermische Verfahren wie die Dampfreformierung von Erdgas erfolgen. Stamm sprach auch vom "grünen H2", der ab 2021 eine wachsende Rolle einnehmen werde. Dann nämlich fielen Wind- und PV-Anlagen erstmalig aus dem Erneuerbare-Energiegesetz. Daran knüpfte der Geschäftsführer der Oberhessen-Gas, Holger Reuss, an.

Sein Unternehmen liefert der Kommune Erdgas als Grundlage für die H2-Produktion. Reuss zeigte Statistiken, nach denen jeder zweite Haushalt in Deutschland über Erdgas versorgt wird und somit potenziell auf eine Wärme- und Stromversorgung mit H2 umsteigen könnte. Gleichzeitig sei das Gasnetz ein riesiger Speicher, um H2 aus Stromüberschüssen aufzunehmen und bei Bedarf wieder Strom über die Brennstoffzellentechnik zu produzieren. So könne Sonnen- und Windstrom wochenlang gespeichert werden. Die Rede war deshalb vom Erdgas als "Brücke zum Wasserstoff".

Hoher Wirkungsgrad

Neben der Energieerzeugung im häuslichen Bereich wurden auch H2-Anwendungen bei Bussen, LKWs, Bahn und Schiffen besprochen. Dass solche Projekte ökologisch und ökonomisch sinnvoll sind, könne man an dem hohen Wirkungsgrad der Blockheizkraftwerke sehen, sagte Reuss. Beim Einsatz von 2,5 kW Erdgas erhalte man 1,5 kW Strom und 0,6 kW Wärme.

Für Klaus Karger von der Wirtschaftsförderung Wetterau (wfg) ist das H2-BHKW ein gutes Beispiel für Energieeffizienz: "Kommunen und Unternehmen, die ihre Energiekosten senken wollen, können sich über die Initiative ›Wetterau macht’s effizient‹ bei der wfg melden."

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