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Seit 65 Jahren verheiratet: Henny und Karl Faust.

Im Heimatdorf fest verwurzelt

  • VonAnnette Hausmanns
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Ober-Mörlen (hau). Lange verhinderte Corona fast alle Kontakte. Umso mehr freuten sich Henny und Karl Faust, dass sie ihre Eiserne Hochzeit im kleinen Kreis feiern konnten, vorneweg mit ihrem Sohn Harald und Schwiegertochter Hilde, mit den Enkeln Hendrik und Mareike und Urenkelin Camilla. Gespräche drehten sich um das Leben im Dorf, ums Reisen und um die Zeit, da sich die beiden Ober-Mörler Urgesteine über einen Weg liefen, der ihr gemeinsamer werden sollte.

Ober-Mörlen 1950. Der Gesangverein Eintracht probte für seine Operettenaufführung, als eine neue Mimin zu der Truppe stieß, die damals 15-jährige Henny Barth. Hier lernte sie ihren drei Jahre älteren Schauspielkollegen Karl Faust kennen und lieben. Vier Jahre später verlobten sie sich, gaben sich am 20. Juli 1956 vor Bürgermeister Bell im Ober-Mörler Schloss das Jawort und tags darauf in der St. Remigius-Kirche vor Pfarrer Natz.

Immer schon waren Karl und Henny Faust in ihrem Heimatdorf fest verwurzelt, brachten Liebe, Energie und Zeit in das Gemeinschaftsleben ein. Neben Familie, Haus, Hof, Garten und Beruf schenkten sie vor allem der Karnevalsgesellschaft Mörlau, der »Eintracht« und der Arbeiterwohlfahrt ihre Herzen.

Der Jubilar war fast 46 Jahre bei einer Butzbacher Firma zunächst als Kupferschmied und dann als Apparatebauer in der Montage beschäftigt, die Jubilarin arbeitete in der Bad Nauheimer Zahnfabrik, dann als Hausfrau und Mutter.

Henny Faust blieb dem Singen und dem Theaterspielen treu, sie genoss die Gymnastikstunden bei der Volkshochschule, hatte Auftritte in der Fastnachtsbütt der KG Mörlau und gehörte zum Damenelferrat. Seit jeher wirkte sie in dem Verein mit, für den das Rosenmontagskind Karl seit 1949 in die Bütt stieg. Auch bei Fastnachtssitzungen in der Region war das Mörlauer Urgestein eine Institution. Als einer der ersten erhielt er 2006 den Bürgermeisterorden. Seine Karriere als Tormann beim SV startete Karl Faust mit 13 Jahren, über 38 Jahre durchlief er alle Mannschaften. Als 16-Jähriger stieß er zum Gesangverein Eintracht, der sich 2013 aus Nachwuchsmangel auflöste. Die Geschicke des Chores hatte er über 40 Jahre als Vorsitzender gelenkt. Karl Faust ist Mitglied in der Naturschutzgruppe, war lange Betriebsratsvorsitzender in seiner Firma und gehört seit über 70 Jahren der Gewerkschaft an.

Zu den Leidenschaften des Jubelpaares gehörte neben der Gartenarbeit das Reisen, verbunden mit Wandern, Naturbetrachtung, Fotografieren und Filmen. Meist im Freundes- und Wanderkreis oder zusammen mit Kindern und Enkeln erkundeten Karl und Henny Faust viele Länder zwischen dem Nordkap und Afrika. Die Wetterauer Zeitung - sie liegt seit 65 Jahren auf dem Frühstückstisch des nach wie vor am Tagesgeschehen und an Geschichten aus aller Welt interessierten Jubelpaares - schließt sich den vielen guten Wünschen für das Eiserne Hochzeitspaar an.

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