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Heftige Explosion: Geldautomat gesprengt

  • VonAnnette Hausmanns
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Ober-Mörlen (hau). Die Detonation muss derart heftig gewesen sein, dass Anwohner quasi aus den Betten fielen: Am Dienstagmorgen gegen 3.30 Uhr haben nach Angaben der Polizei vier bis fünf mutmaßliche Bankräuber in der Volksbank Ober-Mörlen die beiden Geldautomaten gesprengt. Der entstandene Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf mehrere Hunderttausend Euro.

Eine heftige Explosion und die Druckwelle verwüsteten nicht nur den kompletten Schalterraum und den Raum hinter den Automaten, sondern drückten bis in den Keller und bis ins hinterste Büro im Erdgeschoss. Fensterscheiben splitterten, Fenster- und Deckenelemente wurden aus ihren Fassungen gedrückt. Verletzt wurde niemand, die Bewohner im Obergeschoss des Gebäudes kamen mit dem Schrecken davon - mussten aber vorübergehend evakuiert werden bis die Statik des Hauses geprüft war. Nachbarn hatten nach der Detonation die enorme Rauchentwicklung beobachtet und wie vermummte Unbekannte laut rufend Gegenstände in einen vor dem Gebäude abgestellten Wagen luden. »Das waren fünf Leute«, berichtet ein Nachbar, »alle schwarz gekleidet und vermummt. Die sind in einem Affenzahn in Richtung Ortsausgang losgefahren«, erzählt ein Anwohner. Zuvor sei einer der Männer auf einen Nachbarn zugegangen, der zufällig in der Nähe war, habe ihn brutal angeschrien, sei dann aber ins Auto gesprungen - laut Polizei handelte es sich bei dem Fluchtfahrzeug vermutlich um einen Audi. »Ich dachte schon, der knallt ihn gleich ab.« Keine fünf Minuten müssen zwischen der Explosion und der rasanten Abfahrt der mutmaßlichen Täter gelegen haben. Wie viel Geld sie in dem Trümmerfeld erbeuten konnten, steht noch nicht fest. Ein Stapel Banknoten wurde von der Polizei später unter den Trümmern entdeckt. Über die Feiertage dürften die Automaten stark frequentiert gewesen sein. Für die Täter könnte sich die Aktion womöglich nicht gelohnt haben. Wie die auf Brand- und Sprengstoffschäden spezialisierte Spurensicherung von der Kripo Friedberg vor Ort vermutete, hatten sich die Unbekannten beim Ausmaß ihrer Sprengung wohl verkalkuliert. Kurz nach der Detonation war die Polizei angerückt, sie alarmierte auch die Feuerwehr. Ober-Mörler Brandschützer klärten in Schutzausrüstung, ob die von Staub geschwängerte Luft womöglich noch explosiv war. Später drehte ein Helikopter seine Runden auf der Suche nach dem Fluchtfahrzeug und den Tätern. Kurz nach der Feuerwehr trafen auch die Vorstände der selbstständigen Volksbank ein, nach Dienstbeginn dann alle Mitarbeiter und wenig später die ersten Handwerker. Die Bankgeschäfte konnten bald notdürftig wieder eingerichtet werden, eine Sicherheitsfirma nahm ihre Arbeit auf, Schreiner bauten provisorische Fenster und Türen, Elektriker und Heizungsinstallateure begutachteten den Schaden.

Die Friedberger Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen und bittet mögliche Zeugen, sich telefonisch unter 0 60 31/60 10 zu melden.

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