Harleys und US-Autos bestimmen das Bild auf dem Club-Gelände.
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Harleys und US-Autos bestimmen das Bild auf dem Club-Gelände.

Ein Hauch von Easy Rider

Ober-Mörlen (she). Am verlängerten Fronleichnams-Wochenende stand das Gelände des Harley-Davidson- & Oldtimer-Clubs Ober-Mörlen an der A 5-Anschlussstelle im Zeichen amerikanischer Ingenieurskunst im Fahrzeugbau. Vier Tage lang wurden die American Car and Bike Days veranstaltet.

Zahlreiche Teilnehmer und Besucher wollten sich das Spektakel nicht entgehen lassen. Zum Programm gehörten Angebote für Kinder wie Hüpfburg und Zaubererei, Erwachsene erfreuten sich an amerikanischer Livemusik oder einer Strip-Show.

Etliche Harleys verschiedener Motorradclubs glänzten bei sommerlichen Temperaturen förmlich um die Wette. Die vorherrschende Farbe war das Schwarz der Motorradfahrer-Kutten. Ein Hauch von Easy Rider, dem Kultfilm von 1969 mit Peter Fonda und Dennis Hopper, und dem oft beschriebenen American Way of Live war auf dem Platz an der Usa spürbar.

In der Motorradszene hat die Marke Harley Davidson eine besonderen Status. »Weder Händler noch Fahrer reden gerne darüber, aber Harley lebt überwiegend vom Kult«, erzählte ein Experte. Wer mehr auf aktuelle Technik steht, sei bei anderen Marken wohl besser aufgehoben. Zudem sei »HD« schon ein wenig individuell, was sich am Preis bemerkbar mache. Das scheint die eingeschworenen Fans jedoch nur am Rande zu interessieren. Es ist auch ein wenig Stolz im Spiel, zur Harley-Gemeinde zu gehören. So wie Manfred aus Butzbach: »Wir sind gerne hier mit Gleichgesinnten zusammen und genießen das Fest.«

Club sieht Existenz gefährdet

Kultstatus genießen auch manche Autos und Nutzfahrzeuge aus dem Land der scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten. Klingende Namen und imposante Karossen aus den Produktionsstätten von Lincoln, Buick, Cadillac oder Chevrolet ließen die Herzen der Besucher höher schlagen. Zu den größten Fahrzeugen auf dem Platz zählte ein Freigtliner Hauber-Lkw als Sattelzugmaschine mit Wohnwagen im Huckepack.

Mitorganisator Michael Meier zog ein positives Fazit. »Die ganze Vorbereitung hat sich gelohnt, die Stimmung war gut. Besser konnte es kaum laufen.« Überschattet wurde das Fest jedoch von einer Abmahnung an den Harley-Davidson- & Oldtimerclub Ober- Mörlen durch eine Berliner Rechtsanwaltskanzlei, die finanzielle Folgen hat. Der Club hatte unwissentlich und ohne Genehmigung im Programmheft eine eingetragene Marke genannt, um für die Veranstaltung zu werben. Die Ober-Mörlener haben bereits Schadensersatz bezahlt, um einem Prozess mit hohem Risiko auszuweichen. Dies ist der Kanzlei offensichtlich nicht genug, mehrere tausend Euro werden gefordert. Der Verein sieht seine Existenz bedroht. Es gehe dem auf Abmahnungen spezialisierten Anwalt offensichtlich nicht um Markenrecht und Schutz geistigen Eigentums, sondern um finanzielle Interessen.

Der Club hat im Internet eine Petition veröffentlicht und hofft auf viele Unterstützerunterschriften.

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