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Zum Kap der guten Hoffnung

  • vonAnnette Hausmanns
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Ober-Mörlen (hau/pm). Nach langer Vorbereitung sattelten Eckhard Fuss und seine Frau Gisela Ende Februar ihre Räder. Diesmal wollten die passionierten Radler die berühmte »Garden Route« zwischen Kapstadt und Port Elizabeth an der Küste Südafrikas erkunden. Sie hatten Glück: Ihre E-Bike-Tour durch das faszinierende Naturparadies startete am 1. März. Mitte März, also vor dem Corona-Shutdown, kehrten sie wohlbehalten heim nach Ober-Mörlen. Aus ihrem Reisetagebuch spricht große Begeisterung.

Kapstadt, 26 Grad. Keine Wolken, die den Blick auf das Wahrzeichen, verhindern. Kein Wind, der die Seilbahn stillstehen lässt auf dem Weg zum Gipfel des 1087 Meter hohen Tafelberges. Ein gut angelegter Rundwanderweg eröffnet einmalige Panoramablicke auf Cape Town.

Rund um die Table Bay ist die Stadt gebaut, man erblickt die Festung von 1680, deren Mauern wie ein Fünfstern angelegt wurden. Das WM-Fußballstadion, die Hafenanlage »Waterfront«, das Kunstmuseum laden zur Besichtigung ein. Deutlich sichtbar aber auch die vorgelagerte Gefängnisinsel Robben Island, wo Nelson Mandela über 20 Jahre inhaftiert war.

Die Stadtbesichtigung beginnt mit dem Besuch des Green Market Square, vorbei an der City Hall, wo Mandela seine berühmte Rede hielt: Amandla-Lafrika/Mayibuge - übersetzt: Macht dem Volke. Die Festung ist ein Muss, ebenso die »Waterfront« mit ihren vielen Restaurants. Seehunde tummeln sich im Hafenbecken. Im weltberühmten botanischen Garten Kirstenbosch begeistert die Königsprotea, die südafrikanische Nationalblume, mit ihrer Schönheit.

In Bo Kaap, dem historischen Kapmalayen-Viertel, sehen wir uns die farbenprächtigen Häuser an. Langa, das älteste schwarze Township, besuchen wir auf einer geführten Radtour. In Gesprächen geht es um die Geschichte und Fragen zur jetzigen Situation in Südafrika und seiner Metropole. Nach Süden radeln wir 37 Kilometer zum Kap der Guten Hoffnung durch unberührte Landschaft entlang an der windgeschützten Atlantikküste.

Auf dem Rückweg müssen wir vorsichtig mit unseren Rädern an den sich aufdrängenden Pavianen vorbeischieben. Mit dem Begleitbus geht es nach Stellenbosch zum Hotel. Ringsum Weinberge, blaugefärbte Weintrauben an den Weinstöcken. Eine Radtour in die Stadt vorbei an endlos scheinenden Weinbergen. Angesichts der herrlichen Landschaft und der tüchtigen Sonne wird schnell klar, warum der südafrikanische Wein so gut schmeckt.

Weinberge und wilde Tiere

In Stellenbosch bestaunen wir die sehr gut erhaltenen viktorianischen Häuser. Auf dem Weingut Kaapzicht treffen wir eine Jugendfreundin aus Bremen, die hier mit ihrem Mann seit über 40 Jahren Weinanbau betreibt. Weiter geht es nach Süden zum Küstenstädtchen Gordon’s Bay. Auf einer herrlichen Strecke radeln wir an der False Bay entlang nach Kleinmond und zu einem kleinen Nationalpark für Pinguine und Seehunde. Hunderte Tiere im Wasser und auf den Felsen lassen sich von uns nicht stören.

Weiterer Höhepunkt ist der Besuch der Tropfsteinhöhlen-Wunderwelt Cango Caves. Sehr interessant der Besuch auf der riesigen Straußenfarm in Dusthoorn. »Früher haben wir mit dem Verkauf der Straußenfedern unser Geld verdient, heute mit dem Verkauf des Straußenfleisches«, wird uns erklärt. Nach dem Stopp in der Hafenmetropole Knysna geht es weiter nach Plettenberg Bay.

Wanderung über die Robberg-Halbinsel, ein wunderschönes Natur-Erlebnis: Der Blick aus 90 Metern Höhe auf Ohrenrobben, brütende Möwen und Austernfischer. Auf dem Wege nach Port Elizabeth sehen wir im Urwald einen 800 Jahre alten und 40 Meter hohen Yellowwood Baum (Steineibe), dann den Tsitsikamma-Nationalpark, den Storms River mit der über 200 Meter hohen Bloukrans-Brücke fürs Bungeejumping.

Eine Bootstour führt uns über den Sunday River in eine faszinierende Dünenlandschaft. Wir besteigen über 50 Meter hohe Wanderdünen. Abschließender Höhepunkt unserer Tour: Eine Safari per Bus durch den Addo-Elefanten-Nationalpark. Elefanten, Antilopen, Büffel, Schildkröten, Zebras und sogar ein Löwenpärchen sehen wir aus nächster Nähe.

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