Die Gemeinde Ober-Mörlen wird ihr Holz als Gesellschafter in der Holzagentur Taunus vermarkten, dafür spricht sich das Parlament mehrheitlich aus. ARCHIVFOTO: HAU
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Die Gemeinde Ober-Mörlen wird ihr Holz als Gesellschafter in der Holzagentur Taunus vermarkten, dafür spricht sich das Parlament mehrheitlich aus. ARCHIVFOTO: HAU

Grünes Licht für Holzagentur Taunus

  • vonAnnette Hausmanns
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Ober-Mörlen(hau). Das Parlament einigte sich bei seiner Sitzung am Donnerstag bei sieben Gegenstimmen aus der SPD darauf, dass die Kommune der Holzagentur Taunus GmbH beitritt. Entsprechende Empfehlung hatte der Haupt- und Finanzausschuss (HuF) unterbreitet. Bei der Holzagentur soll im Verbund mit weiteren Kommunen das Holz aus dem Gemeindewald vermarktet werden. Die Umstellung war nötig geworden, weil das Bundeskartellamt die Vermarktung gemeindlichen Holzes durch den Staatsbetrieb Hessen Forst aus wettbewerbsrechtlichen Gründen untersagt hatte.

Wahl zwischen zwei Konzepten

Im April letzten Jahres hatten 19 Gemeinden die Holzagentur Taunus in Weilrod als erste kommunale Holzagentur in Hessen gegründet. Auch Butzbach, Friedberg und Rosbach gehörten zu den Gründungsmitgliedern. Dass Ober-Mörlen nicht gleich mit einstieg, bedauerte Dr. Matthias Heil (CDU). Seine Fraktion verstehe nicht, wieso im Rathaus so lange überlegt worden sei. Im Dezember hatte der Gemeindevorstand aus vier verschiedenen Möglichkeiten den Beitritt zum Forst- und Holzkontor Main-Kinzig Wetterau vorgeschlagen. Die anderslautende Empfehlung sprach der HuF am 20. Juli aus.

In ihren Begründungen lobten die Redner von CDU, FWG und SPD zwar die kompetente Präsentation des Holzkontors im Ostkreis, begründeten dann aber ihre Präferenz für die "Taunus-Variante" mit anderer Haftungsform, niedrigeren Gebühren und Einlagen, größerer Holzmenge sowie einem größeren Erfahrungsschatz. Joachim Reimertshofer fand indes das Konzept des Holzkontors in der östlichen Wetterau besser, auch hätte man dort mehr von Fördermitteln profitieren können, sagte Reimertshofer, der bei der einhelligen Abstimmung im HuF pro Holzagentur Taunus nicht dabei gewesen war.

Unisono stimmte das Parlament in Sachen "Öffentlicher Gemeindebücherei St. Remigius" für eine längerfristige Fortschreibung des Kooperationsvertrages zwischen Kommune und katholischer Pfarrei St. Remigius. Seit Gründung der Gemeinschaftsbücherei von Kommune und Kirchengemeinde im Jahr 2014 - damals war aus zwei Büchereien eine geworden - hatte sich der Vertrag automatisch um ein Jahr verlängert, wenn nicht gekündigt wurde.

Die Frist ist nun auf fünf Jahre hochgesetzt worden. Beide Seiten hatten sich in der vorbereitenden Ausschuss-Sitzung für die gute Zusammenarbeit bedankt. Die längere Laufzeit ermögliche mehr Planungssicherheit für Projekte und Anschaffungen, hieß es in der Befürwortung, und sei außerdem ein positives Signal für die außerordentliche ehrenamtliche Arbeit in der Bücherei. Laut Ergänzungsvertrag werden sich die Vertragspartner alle fünf Jahre über eine Anpassung des Zuschusses der Gemeinde verständigen, Basis ist die Steigerung des Index der Lebenshaltungskosten.

Einstimmig votierten die Abgeordneten schließlich auch für eine Änderung der Wassergebührensatzung. Zunächst für die zweite Hälfte dieses Jahres 2020 wird der neue, coronabedingte Umsatzsteuerhebesatz von fünf statt sieben Prozent berücksichtigt. Pro Kubikmeter Wasser bezahlt der Verbraucher nunmehr 2,59 Euro im betroffenen Ablesezeitraum.

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