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Geschützte Türkenbundlilien gestohlen

  • VonRedaktion
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Ober-Mörlen (pm). In diesem Jahr macht sich der NABU Ober-Mörlen mehr denn je Sorgen über das Verhalten der Menschen in der Natur. In den ersten warmen Frühjahrstagen war das Naturschutzgebiet Magertriften dem Ansturm von vielen Besuchern ausgesetzt, frei laufende Hunde störten brütende Vögel und gefährdeten das Wild. Partymacher fuhren mit ihren Autos in das Schutzgebiet und bauten den Grill auf.

Doch nun ist es auch in einem ganz anderen Teil der Gemarkung zu einem Naturfrevel gekommen.

Im Ober-Mörler Wald wächst die besonders geschützte Türkenbundlilie, die für Hessen in der Roten Liste als gefährdet aufgeführt ist. Der NABU Ober-Mörlen kümmert sich um dieses Vorkommen und hatte Ende April einen Bestand von 23 Exemplaren ermittelt. Schon damals war aufgefallen, dass zwei Lilien ausgegraben und mitgenommen worden waren. »Mitte Mai wurde das Gebiet erneut von uns aufgesucht, und mit Entsetzen stellten wir den Diebstahl der Hälfte des Gesamtbestands fest. Wird so gezielt eine Art entnommen, dann kann unterstellt werden, dass der Täter oder die Täterin über gute botanische Kenntnisse verfügt und somit auch um die Schutzwürdigkeit der Pflanze Bescheid weiß«, so der NABU. Das Bundesnaturschutzgesetz verbiete, wild lebende Pflanzen der besonders geschützten Arten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, sie oder ihre Standorte zu beschädigen oder zu zerstören. »Die Tat erscheint auch deshalb so sinnlos, weil die Zwiebel der Türkenbundlilie in gut sortierten Gartenfachmärkten erworben werden kann.«

Es dürfe bezweifelt werden, dass die Freude an den gestohlenen Pflanzen groß sein wird, denn das Umpflanzen aus dem Waldboden in anderes Erdreich werde den Lilien vermutlich nicht gut bekommen. Der NABU Ober-Mörlen appelliert an alle Pflanzenliebhaber, wild wachsende Pflanzen an ihrem Wuchsstandort zu belassen und sich an den Exemplaren in ihrer natürlichen Umgebung zu erfreuen.

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