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Das »Briefwahlzentrum« im Rittersaal des Ober-Mörler Schlosses: Wahlleiter René Salzmann (links) und sein Team beim Auszählen.

Geringfügige Veränderungen

  • vonAnnette Hausmanns
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Ober-Mörlen (hau). Eigentlich strömen Ober-Mörlens Bürger am Wahlsonntag zur Stimmabgabe ins Schloss, die Langenhain-Ziegenberger ins Dorfgemeinschaftshaus. Für den Ortsteil konnte es trotz Corona beim Wahllokal im DGH bleiben. Wer in Ober-Mörlen sein(e) Kreuzchen »live« in der Wahlkabine machen wollte, ging diesmal in die Usatalhalle.

In dem gut durchlüfteten und damit auch kühlen provisorischen »Wahllokal« für drei Stimmbezirke harrten die Wahlhelfer in zwei Schichten aus und wiesen rund 600 Wählern hilfsbereit den Weg zur Wahlurne durch die gut markierte und regelmäßig desinfizierte Corona-Einbahnstraße.

In Anbetracht des großen Anteils von Briefwählern entpuppte sich das penible Zählen als zeitaufwendiges Unterfangen - nicht nur, weil Tausende von Briefumschlägen geöffnet werden mussten, sondern auch, weil sich Briefwähler offenkundig mehr Zeit zum Kumulieren und Panaschieren mit entsprechend vielen Kreuzchen nehmen.

CDU weiterhin größte Fraktion

Erst gegen Mitternacht wurden im Schloss die Lichter gelöscht. Da war an vorläufige Endergebnisse nicht im Entferntesten zu denken. Den ganzen Montag über wurde in den Räumen der Gemeindeverwaltung unter Hochdruck gezählt. Für Wahlleiter René Salzmann und sein Team war Bürgermeisterin Paulenz voll des Lobes für die unermüdliche Arbeit. Laut vorläufigem Gesamtergebnis bleibt die CDU mit elf Sitzen (-1) stärkste Kraft im Parlament, SPD (-1) und FWG (+1) liegen jetzt gleichauf mit je acht Abgeordneten, und die Grünen bekommen vier Sitze (+1). Damit relativiert sich der Trend, der sich nach der Auszählung der 1030 Listenwahlzettel ergeben hatte insofern, als Rot und Schwarz nicht je zwei, sondern nur noch je einen Sitz an Grün und Orange »abgeben«.

Die in den vergangenen Jahren eingespielten »Mehrheitsverhältnisse« zwischen Schwarz/Grün und Rot/Orange blieben also die gleichen - wenn sie denn im neu besetzten Parlament weitergeführt werden sollten. Die Wahlbeteiligung schnellte um fünf auf 59,89 Prozent. Von insgesamt 4580 Wahlberechtigten hatten 2743 Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht.

Zufrieden mit der Wahl zeigte sich vor Veröffentlichung der vorläufigen Wahlergebnisse SPD-Vorsitzender Mario Sprengel - und das, obschon der bloße Trend besonders in diesem Jahr ein »Blick in die Glaskugel« sei. Der eingeleitete Generationenwechsel sei gut gelungen, die jungen Kandidaten seiner Partei zeigten große Lust auf politische Gestaltungsmöglichkeiten. Unabhängig von der Größe der Fraktion sei man guter Dinge, hoffe auf gute, nicht polemische Parlamentsarbeit und warte gespannt ab, sagte Sprengel am Montagmittag. Im Namen der Grünen zeigte sich Fraktionsvorsitzender Raimund Frank angesichts des Trends - ebenfalls am Montagmittag - dankbar: »Wir freuen uns, dass wir neue engagierte Mitwirkende für grüne Politik gewinnen konnten und nun gestärkt in die nächsten fünf Jahre gehen.« Gemeinsam wolle man Lösungen und Mehrheiten finden für frischen Wind im Sinne von mehr Lebensqualität in der Gemeinde. Dafür wolle man alle Bürger mit ins Boot holen.

Für die CDU sagte Fraktionsvorsitzender Dr. Matthias Heil am Montagabend, seine Partei bleibe klar die stärkste politische Kraft in Ober-Mörlen. An den Mehrheitsverhältnissen in der Gemeindevertretung habe sich nichts verändert. Für Konzepte und Themen werde man um Mehrheiten werben und den Fraktionen Gespräche über eine engere Zusammenarbeit anbieten. Wichtige Projekte könnten nur erfolgreich umgesetzt werden, »wenn sich breite und verlässliche Mehrheiten finden lassen«.

FWG-Parteivorsitzender Herbert Hahn erklärte am Montagabend, dass man das Trendergebnis zwar leider nicht habe halten können, mit dem vorläufigen Wahlergebnis aber sehr zufrieden sei. Die FWG habe bei der vierten Wahl in Folge mindestens einen Sitz zugelegt, die Erfolgsgeschichte gehe weiter. Seine Partei habe einen intensiven, durch Corona erschwerten Wahlkampf geführt. Das Ergebnis spreche für eine gute Arbeit. Themen, Politikstil und Profil seien anerkannt worden. Man werde auch in Zukunft die Stärke nutzen, »um unsere Gemeinde weiter voranzubringen«.

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