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Blick von der Empore ins renovierte Kirchenschiff.

Neue Messdiener

Fest für Auge, Ohr und Seele: Erster Gottsdienst in der renovierten Pfarrkirche

  • VonAnnette Hausmanns
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Keine drei Monate haben Handwerker und Freiwillige gebraucht, um Ober-Mörlens katholische Pfarrkirche St. Remigius auf Hochglanz zu polieren. Die Wiedereröffnung geriet zum Fest für Auge, Ohr und Seele.

Der liebe Gott und die Feuerwehr haben vieles gemeinsam. Beide haben Dauerbereitschaft. Beide kann man anrufen - die Feuerwehr im Notfall, den lieben Gott lieber regelmäßig«, hatte Pfarrer Ryszard Strojek vor wenigen Wochen in seiner Sonntagspredigt erzählt. Mit Blick auf die Schöpfungsgeschichte habe der liebe Gott seinen Engeln das mit besonderen Eigenschaften ausgestattete Modell »Feuerwehrmann« erklärt und ihm außerdem eine gute Portion Kameradschaft eingebaut: »Das Modell funktioniert nur im Team optimal«.

Damit hatte Pfarrer Strojek auch den Kern des Projektes »Lichtblicke« getroffen. Nicht nur, dass auch Feuerwehrleute bei den Arbeiten zupackten: Im Team hatten freiwillige Helfer und Handwerker binnen zweieinhalb Monaten die Innenrenovierung der katholischen Pfarrkirche St. Remigius gestemmt. Eine Herkulesaufgabe, wie sich herausstellen sollte. »Danke an alle stillen Helden«, rief Pfarrer Strojek am vergangenen Sonntag im Festgottesdienst, der ersten Messe im frisch renovierten Kirchenschiff.

Konzelebrant war Pfarrer Alexander Rothermel, der schon häufig Vertretungen in der Pfarrgruppe leistete. Zur Feier der Wiedereröffnung und der Kirchweih zu Ehren der Patrone Peter und Paul trugen die Usatalmusikanten festliche Bläsermusik bei, Silvia Scheibel, Kerstin und Mara Bodenröder den Gesang und Jörg Bodenröder das Orgelspiel. Die festliche Stunde perfekt machten die Vorstellung der neuen Messdiener Richard Möbs, Eva Wagner und Sophie Weckler sowie die Ehrung von Felix Heetpas, Theresa Jung und Helena Steuerwald zum zehnjährigen Ministrantendienst und ihren Einsatz bei der Mini-Ausbildung.

Die Kirche gebe dem Dorf das Gesicht, das seine Geschichte wiederspiegele, führte der Pfarrer vor Augen. »Gott wohnt im Himmel und überall in den Herzen, aber seine Praxis hat er in der Kirche«, erinnerte Rothermel an die Einladung Gottes zum Kirchenbesuch. In den letzten Wochen sei der schöne Sakralbau wieder zu einem hellen, klaren Raum geworden. »Der Kirchenraum war nach 30 Jahren seit dem großen Umbau sehr verrußt und verschmutzt«, blickte Projektleiter Herbert König vom kirchlichen Verwaltungsrat zurück. Jetzt erstrahle er wieder in hellem Licht.

»Im Zeitalter von Corona hoffen wir auch auf Lichtblicke für die Zukunft«, sagte König, außerdem wolle man ein optimistisches Zeichen entgegensetzen in einer Zeit, in der man von der Gesamtkirche in Deutschland fast nur negative Schlagzeilen lese. Den Weggefährten im Verwaltungsrat und allen Helfern dankte König für Hunderte freiwillige Einsatzstunden, insbesondere auch Pfarrgruppensekretärin Petra Fischer für ihren weit über die Arbeitszeit hinausragenden Einsatz. Das Dankschreiben vom Mainzer Bischof Peter Kohlgraf nahm König nur an mit Blick auf die vielen Weggefährten im Team.

Besonderer Dank galt auch allen Unterstützern. Die Innenrenovierung, ohne die von privaten Spendern übernommene Restaurierung der Heiligenfiguren, kam auf rund 110 000 Euro. Die Restaurierung der beiden historischen Seitenaltäre aus dem Jahr 1728 stehe noch aus, fuhr König fort, »eine große finanzielle Aufgabe für die nächsten Jahre«. Sie hätten es verdient, wieder im alten Glanz zu erstrahlen. Nach Einschätzung der kirchlichen Denkmalpflege werde die Restaurierung des Familienaltares noch einaml bis zu 100 000 Euro kosten. Fast die Hälfte habe man bereits beisammen, auch die Stiftung der Sparkasse Oberhessen habe sich hier zweckgebunden eingebracht.

Gelegenheit zur näheren Betrachtung von Renovierung und weiteren Herausforderungen nutzten zahlreiche Besucher bei den Kirchenführungen mit Herbert König. Zuvor hatten die Festgäste auf dem mit Fahnen geschmückten Kirchplatz bei einem Sektempfang auf die gemeinschaftlichen »Lichtblicke« angestoßen.

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