Feldholzinsel gegen Verkehrslärm?

  • vonAnnette Hausmanns
    schließen

Ober-Mörlen(hau). Die Anlage von mehreren Feldholzinseln entlang der A 5 soll dabei helfen, Ober-Mörlen gegen den Autobahnlärm abzuschirmen. Das wünscht sich die SPD-Fraktion im Gemeindeparlament und stellte in der jüngsten Sitzung den Antrag auf die Anlage einer ersten solchen grünen Insel westlich der Autobahn auf Höhe der gegenüberliegenden Minicar-Rennstrecke.

Mit dem Pächter des Gemeindegrundstücks sei zu verhandeln, Naturschutzbelange mit den Behörden abzuklären und nach Fördermitteln Ausschau zu halten. Auf Dauer wünsche man sich einen zusammenhängenden Grünzug zwischen Partyrent und Nauheimer Straße, erklärte Joachim Glockengießer (SPD) in einer mit schönen Zitaten, mit Natur- und Menschenschutzzielen reich gespickten Begründung.

Nistraum für Tiere

Glücklicherweise sei die bedrohliche Erweiterung der Rastanlage Wetterau West vom Tisch, dem Engagement der örtlichen Bürgerinitiative gebühre Dank. "Aber der Lärm bleibt." Man möge nicht warten, bis sich irgendwann vielleicht eine Behörde (zuständig sei übrigens demnächst nicht mehr Hessen Mobil, sondern der Bund) des Lärmschutzes annehme, sagte Glockengießer, sondern die Sache selbst in die Hand nehmen. Es brauche kreative Lösungen und viele Beteiligte, um die Lebensqualität im Dorf nachhaltig zu verbessern. Feldholzinseln seien ein wichtiger Bestandteil der Kulturlandschaft, könnten nicht nur Lärm-, Licht- und Kohlendioxydemissionen abwehren, sondern auch Nist- und Rückzugsräume für zahlreiche Tierarten bieten und zur Biotopvernetzung beitragen.

Marco Hosenseidl (CDU) bezweifelte, ob die Topografie am beschriebenen Ort - der Hang liege weit unterhalb des Straßenniveaus - für einen natürlichen "Lärmschutzwall" geeignet sei. Auch sei zu prüfen, ob dort nicht möglicherweise flachgründige Drainagen oder die Leitung von Hessenwasser verliefen. Die Einbeziehung ehemaliger und aktueller kommunaler Wassermeister hielt die Versammlung für sinnvoll.

Jürgen Schneider (FWG) mochte sich eine Feldholzinsel direkt an der Autobahn als natürlichen Rückzugsraum für Kleintiere nicht so recht vorstellen, fand die Idee aber vom Grundsatz her gut.

Auf einhelligen Wunsch der Abgeordneten wird sich nun der Bauausschuss mit dem Thema befassen. Vielleicht könne dann ja noch in der kommenden Pflanzzeit mit der Begrünung begonnen werden, wünschte sich Glockengießer frei nach Hoimar von Ditfurth, der schon vor 35 Jahren mahnte: "Drum lasst uns ein Apfelbäumchen pflanzen, es ist so weit."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare