Zwei junge Eulen der ersten Brut stehen an der Einflugöffnung des Nistkastens. FOTO: NABU
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Zwei junge Eulen der ersten Brut stehen an der Einflugöffnung des Nistkastens. FOTO: NABU

Erste erfolgreiche Brut

  • vonred Redaktion
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Ober-Mörlen(pm). Erstmals in diesem Jahr haben Schleiereulen erfolgreich im Kirchturm der katholischen St.-Remigius-Kirche in Ober-Mörlen gebrütet. Vier flügge Jungeulen starteten aus dem Nistkasten in ein hoffentlich langes Vogelleben. Im benachbarten Nest für die Turmfalken gab es ein Gelege mit sechs Eiern, aber es schlüpften keine Küken. Doch warum hat es zehn Jahre gedauert, bis sich überhaupt ein Bruterfolg einstellte, und das nur bei einer Vogelart? Das fragt man sich beim Naturschutzbund (NABU) in Ober-Mörlen.

Im Jahr 2011 ergänzten sich zwei Aktivitäten auf ideale Weise: Der NABU setzt sich mit der Aktion "Lebensraum Kirchturm" für die Sicherung von Nistplätzen bedrohter Arten ein. Dabei stehen Turmfalken, Fledermäuse, Schleiereulen, Dohlen und andere Arten im Fokus. Und: Die katholische Kirchengemeinde bittet den NABU um Unterstützung bei der Eindämmung der Taubenplage. Tauben gehören zwar nicht zur Beute von Turmfalken und Schleiereulen - aber die Vögel meiden sich.

Schnell einigte man sich auf eine Lösung. Der NABU baute mit Beteiligung von Kirchenvertretern einen Schleiereulen-Nistkasten (Format Kühlschrank) und einen Turmfalken-Nistkasten (Format kleiner Koffer) unterhalb des Geläuts in den Kirchturm. Von diesem Zeitpunkt an überprüften NABU-Betreuer regelmäßig die Nistkästen. Dabei stießen sie zunächst auf Tauben, die dort ihre Nester eingerichtet hatten. Dann kamen die Nilgänse, und sie wurden zu einem lang anhaltenden Problem. Obwohl sie wiederholt aus dem Schleiereulen-Nistkasten verscheucht wurden, kehrten sie immer wieder zurück. Daraufhin verkleinerten die NABU-Aktiven die Einflugöffnung des Schleiereulen-Nistkastens von 30 mal 30 auf 18 mal 24 Zentimeter, um den Anflug der Nilgans zu verhindern - vergeblich.

Ein Trick sollte helfen: Austausch der Eier des Nilgansgeleges gegen Gipseier. Auf ihnen brütete das Nilganspaar vom Frühsommer bis zum Herbst. Danach wurde die Einflugöffnung auf Postkartengröße verkleinert, mit der Folge, dass die Nilgänse in den Falkenkasten wechselten.

2017 schloss der NABU die beiden Nistkästen für einen langen Zeitraum, um die Nilgänse zu zwingen, einen anderen Nistplatz zu finden und ihr Interesse am Kirchturm zu verlieren. Anwohner bestätigten, dass die Gänse noch wochenlang auf den Hausdächern mit ihrem lauten durchdringenden Schnattern auf sich aufmerksam gemacht hätten, dann aber verschwunden seien. Zu Jahresbeginn wurden die Nistkästen wieder geöffnet - mit Erfolg. Die Schleiereulen schafften sogar zwei Bruten, allerdings überlebten die fünf Küken der zweiten Brut nicht, eventuell weil sich das Nahrungsangebot ab Oktober verschlechterte.

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