Bürgermeisterin Kristina Paulenz unterschreibt die Klima-Kommunen-Charta. FOTO: HAU
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Bürgermeisterin Kristina Paulenz unterschreibt die Klima-Kommunen-Charta. FOTO: HAU

Eine Klima-Kommune mehr

  • vonAnnette Hausmanns
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Ober-Mörlen(hau). Das Parlament hat in der vergangenen Woche einstimmig beschlossen, dass die Gemeinde Ober-Mörlen dem Bündnis "Hessen aktiv: Die Klima-Kommunen" beitreten soll. Zwei Tage später unterzeichnete Bürgermeisterin Kristina Paulenz die Charta, um sie ans hessische Umweltministerium zu schicken. Damit gehört Ober-Mörlen nun zum Netzwerk aus aktuell 250 hessischen Kommunen und Landkreisen. Deren gemeinsames Ziel ist es, den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und sich an verändernde klimatische Bedingungen anzupassen.

Unterstützung für private Initiativen

In Ober-Mörlen hatte die CDU-Fraktion im August den Antrag auf den Beitritt gestellt, der Abgeordnete Holger Reuss hatte die Vorteile des Verbundes erläutert. Kürzlich diskutierte der Bauausschuss über das Thema, nachdem Vertreter der Fachstelle bei der Landes-Energie-Agentur das Projekt und seine Vorteile erläutert hatten. Unisono empfahl der Ausschuss dem Parlament die Mitgliedschaft.

Damit ist Ober-Mörlen nach Butzbach, Echzell, Langgöns, Rosbach und Altenstadt die sechste Klima-Kommune im Kreisgebiet, die heuer die Charta unterschrieben hat. Im vergangenen Jahr hatte sich der Wetteraukreis dem Bündnis angeschlossen und in den Jahren zuvor neben Friedberg fünf weitere Städte aus der Wetterau.

"Wir sind alle sehr erfreut, das ist eine sinnvolle Sache", unterstrich Bürgermeisterin Paulenz, die Charta gerne zu unterschreiben. Die Gemeinde habe aber auch zuvor schon viel für den Klimaschutz unternommen. Alle kommunalen Liegenschaften verfügten über Fotovoltaik, im Schloss habe man eine moderne Brennstoffzelle eingebaut, in der Usatalhalle ein Blockheizkraftwerk. Gerne werde man auch private Initiativen unterstützen.

Es gibt allerdings auch noch viel zu tun: Bis 2025 will Hessen seine Treibhausgas-Emissionen um 40 Prozent gegenüber 1990 reduzieren, bis 2050 soll Klimaneutralität erreicht werden, was eine Reduzierung der Emissionen um mindestens 90 Prozent bedeutet. Unterzeichner der Charta verpflichten sich, Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen auf kommunaler Ebene umzusetzen und damit einen Beitrag zur Erreichung der landesweiten Klimaschutzziele zu leisten.

Die Mitglieder sagen zu, einen Aktionsplan zu Klimaschutz und Klimawandelanpassung vor Ort aufzustellen. Dazu gehört, dass der Kohlendioxydausstoß der Gemeinde erfasst, die geplanten Maßnahmen und das dazugehörige Einsparungspotenzial dargelegt werden müssen. Die Pläne sind alle fünf Jahre zu aktualisieren, über das Klimaschutz-Engagement ist jährlich zu berichten. In Ober-Mörlen besteht der Ausschuss für Bau, Verkehr und Umwelt auf eine laufende Einbeziehung in die Entwicklungen.

Von dem Bündnis verspricht sich Ober-Mörlen einen konstruktiven Erfahrungs- und Wissensaustausch mit den Weggefährten. Die Mitgliedskommunen werden in Fragen rund um den Klimaschutz außerdem beraten, sie haben Zugang zu Veranstaltungen und vielfältigen Unterstützungsleistungen. Die Fachstelle organisiert regionale Klimaschutz- und Energieforen als Plattform für Informationsaustausch und Zusammenarbeit. Foren und Newsletter halten fachlich auf dem Laufenden. Um weitere Projekte zu Klimaschutz und Klimawandelanpassung vor Ort umzusetzen, wurde für hessische Kommunen ein Förderprogramm aufgelegt. Von diesem Programm profitieren die Klima-Kommunen besonders durch erhöhte Fördersätze.

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