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"Ein Dorf voller Narren"

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Ober-Mörlen(hau). So viele Zugnummern wie heuer hat es selbst beim größten närrischen Lindwurm in der Wetterau noch nicht gegeben. Verteilt auf 124 Zugnummern wollen am Fastnachtssonntag 2000 Aktive beim Fastnachtsumzug in Ober-Mörlen mitmachen, darunter 34 Garden, 35 Komitee- und Motivwagen und zehn Musikzüge aus der ganzen Wetterau und darüber hinaus.

Die weiteste Anreise im Motivwagen, nämlich stolze 380 Kilometer, nimmt eine 20-köpfige Gruppe auf sich, deren Herkunft Zugmarschall Alexander Trier von der veranstaltenden KG Mörlau zwar noch geheim hält, aber so viel verrät er schon: "Die Leute nehmen sich extra zwei Wochen Urlaub, um in Mörlau dabei zu sein."

20 000 Besucher werden erwartet

Vertreten sein wird das Gros der Wetterauer Karnevalsvereine. Auch eine Handvoll Ortsvereine lässt ihrer kreativen Ader freien Lauf, derweil die beiden heimischen Fastnachtsvereine, der Mörlauer Carneval Club und die KG Mörlau, wieder die zweite Hälfte des Lindwurms bilden werden.

Rund 20 000 Besucher erwartet "Klein Mainz am Usastrand" für sein närrisches Spektakel. Kein Wunder also, dass in den Wagenbauhallen von Mörlau seit Monaten gewerkelt wird. Hochbetrieb herrscht in diesen Tagen insbesondere in den beiden benachbarten Hallen von MCC und KG. Hier wie da treffen sich die Wagenbauer zurzeit mindestens dreimal die Woche zum Schweißen und Kleistern, Hämmern, Sägen und Pinseln. Die Motivwagen sind zwar noch geheim, aber man darf vermuten, dass Olympia, Orts- und Klimapolitik Thema sein werden.

Gut 1000 Arbeitsstunden dürften sie schon investiert haben, schätzen die "Blauen" von der KG Mörlau. Den neuen Prunkwagen fürs Weiberkomitee haben sie von Grund auf neu aufgebaut, eine dritte Achse hinzugefügt und alles modern gestaltet. Dass nun auch eine Frau zu den Wagenbauern gehört, schlage sich sehr vorteilhaft in der Gestaltung nieder, erzählen die Männer.

Bei den "Roten" vom MCC ist man an weibliche Verstärkung seit Jahren gewöhnt. Das Hand-in-Hand-Arbeiten laufe hervorragend, finden alle. Mit zehn Wagen habe man heuer so viele wie noch nie. Gerade legen die "Malermeister" Hand an den "Zwergenwagen" für die Jüngsten. Neben den putzigen XXL-Applikationen zählt hier natürlich in besonderem Maße die Sicherheit.

"Alle Wagen sind einwandfrei vom TÜV abgenommen", berichtet Zugmarschall Alex Trier. Für die Zugstrecke durchs Dorf, das gerade an die schnelle Datenautobahn angeschlossen wird, sei er nach der Begehung zusammen mit der Firma Deutsche Glasfaser extrem zuversichtlich, dass diese alle eventuellen Stolperfallen bis zum Fastnachtssonntag entfernt. Begehungsprotokoll und Maßnahmenkatalog seien detailliert festgelegt. Trier: "Wir stehen im ständigen Austausch". Die Kontrolle erfolge rechtzeitig vorm Zug. Gewährleistet sei auch der Zu- und Abfahrtsweg für Busse.

Bändchen zur Finanzierung nötig

Unter dem Motto "Ein Dorf voller Narren" sollen Teilnehmer und Gäste einen frohen Tag in der Karnevalshochburg verbringen, freut sich der Zugmarschall. Dankbar ist er für die Unterstützung durch die Gemeinde und für den Einsatz der Feuerwehren aus Langenhain/Ziegenberg und Ober-Mörlen sowie vom DRK-Kreisverband Friedberg mit dem Sanitätswachdienst aus Ober-Mörlen, Bad Nauheim, Friedberg-Wöllstadt, Münzenberg, Karben und Florstadt/Niddatal, die den Mörlauer Fastnachtszug schon seit 54 Jahren begleiten.Zur Finanzierung des Mega-Spektakels seien die Veranstalter auf Einnahmen durch den Bändchenverkauf an den Ortseingängen angewiesen, erklärt Trier und bittet um Verständnis. Im Dorf drehen die Bändchen- und Kreppelzeitungs-Verkäufer traditionell an den beiden Wochenenden vorm Zug ihre Runden.

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