Die evangelische Kindertagesstätte "Sonnenstrahl" in Langenhain-Ziegenberg soll eine dritte Gruppe bekommen. Über das Wie wird noch nachgedacht.	FOTO: ANNETTE HAUSMANNS
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Die evangelische Kindertagesstätte »Sonnenstrahl« in Langenhain-Ziegenberg soll eine dritte Gruppe bekommen. Über das Wie wird noch nachgedacht. FOTO: ANNETTE HAUSMANNS

Dritte Gruppe soll kommen

  • vonAnnette Hausmanns
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Ober-Mörlen (hau). Zur Haushaltsberatung traf sich der Haupt- und Finanzausschuss (HuF) am Dienstagabend im Lesesaal des Schlosses. Die lange Liste der Änderungswünsche aus Fraktionen und Gemeindevorstand wurde binnen drei Stunden abgearbeitet. Den größten Diskussionsbedarf brachte die evangelische Kindertagesstätte »Sonnenstrahl« in Langenhain-Ziegenberg mit. Schließlich verständigte sich der HuF bei drei Jastimmen (CDU, Grüne) und zwei Enthaltungen (SPD, FWG) auf den Vorschlag, im Haushalt 600 000 Euro für die Sanierung des Daches und die Einrichtung einer dritten Gruppe einzustellen.

Container als Übergangslösung?

Bürgermeisterin Kristina Paulenz hatte zuvor erläutert, warum der Gemeindevorstand Ende 2019 die ursprünglich eingestellten 440 000 Euro aus dem Haushaltsentwurf gestrichen hatte (die WZ berichtete). Wegen »total überteuerter« Preise und zu wenigen Angeboten habe man den bereits genehmigten Dachausbau aus wirtschaftlichen Gründen stoppen müssen, erklärte die Bürgermeisterin. Man mache sich derzeit aber viele Gedanken, wie man in beiden Ortsteilen genügend Kinderbetreuungsplätze schaffen könne. Dazu gehörten auch moderne Containeranlagen, so etwa am unteren Ende des stark abschüssigen Gartens an der evangelischen Kita. Aus pädagogischen und praktischen Gründen sei ein Container für die evangelische Kita nur als Übergangslösung denkbar, als Dauerlösung aber nicht machbar, warf Einrichtungsleiterin Svenja Speer ein, nachdem HuF-Vorsitzender Jürgen Schneider dem Gast das Wort erteilt hatte. Es könne nicht überall ein »Wunschkonzert« geben, erinnerte Paulenz an begrenzte finanzielle Möglichkeiten. Eine voll ausgestattete Containeranlage sei für 300 000 Euro machbar. Ein altes Haus für 600 000 Euro auszubauen stehe nicht im Verhältnis, sagte Paulenz.

Mit einem Vorschlag von 200 000 Euro war die SPD ins Rennen um den Haushaltsposten gegangen. Für seine Fraktion unterstrich Joachim Reimertshofer, dass man den Standort Langenhain-Ziegenberg keinesfalls infrage stelle. Er enthalte sich aber der Stimme, weil ihm die vorgeschlagene Summe zu hoch sei. Ähnlich argumentierte Schneider für die FWG. Raimund Frank von den Grünen machte seinem Ärger darüber Luft, dass man seit Jahren wisse, dass zusätzliche Kita-Plätze gebraucht würden und gleichwohl »nichts passiert« sei. Seine Fraktion hatte ursprünglich eine halbe Million Euro für die ev. Kita in den Haushaltsentwurf einbringen wollen. Dr. Matthias Heil (CDU) drängte auf die Einigung auf eine komfortable Summe, um dann zeitnah über die Inhalte sprechen zu können.

Zum Thema Zuschüsse hatte Bürgermeisterin Paulenz erläutert, dass derzeit - obschon längst beantragt - seriös nicht mit Fördermitteln zu rechnen sei. Der Fördertopf des Bundes sei leer, mit welcher Unterstützung man auf Landes- und Kreisebene rechnen könne, sei offen. Zuletzt sei eine Summe von 250 000 Euro genannt worden. Bislang habe aber niemand im Umkreis die beantragten Fördergelder erhalten. »Mit der Baumaßnahme darfst du aber ohne den Mittelbescheid nicht anfangen«, erinnerte Paulenz an die Auflagen.

Freier Träger im Gespräch

Zur Sprache kam nicht zuletzt die Hoffnung auf einen Ausbau der katholischen Kita St. Remigius und möglicherweise auf einen weiteren freien Träger, der sich für eine neue Kindertagesstätte in Ober-Mörlen interessieren könnte. Auf dem Prüfstand ist zugleich die angedachte Erweiterung der kommunalen Kita »Sternschnuppe« um sechs Gruppen. Der HuF nahm in seinen Beschlussvorschlag einstimmig einen Sperrvermerk für die diesbezüglich eingestellten Haushaltsmittel von 150 000 Euro auf.

Das Parlament will in seiner Sitzung am 16. März in Langenhain-Ziegenberg den Haushalt beraten und die Haushaltssatzung beschließen.

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