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Dank und Anerkennung gelten dem nach 27 Jahren verabschiedeten Kirchenrechner Werner Koch (Mitte) von Helga Fritz (Pfarrgemeinderat, Pfarrer Ryszard Strojek (2. von rechts) und Herbert König (Verwaltungsrat der Pfarrei).

Der mit den Zahlen jongliert

  • vonAnnette Hausmanns
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Ober-Mörlen (hau). »Wir wissen noch nicht, wie wir das ohne dich schaffen«, spricht Stefan Feuerstein seinen Kollegen vom Verwaltungsrat der katholischen Pfarrei St. Remigius aus der Seele.

Seit 27 Jahren hatte sich der Angesprochene um die Finanzen der Pfarrei gekümmert, also um die komplette Buchführung, den Schriftverkehr, Haushaltspläne und Anträge für die Pfarrkirche nebst Kindergarten, Bücherei, vermietetem Josefshaus. Wenige Wochen nach seinem 81. Geburtstag wurde der Ober-Mörler Kirchenrechner Werner Koch nun in dessen zweitem Zuhause, dem Bonifatiussaal neben der katholischen Pfarrkirche St. Remigius, verabschiedet.

Wertschätzung für Meister der Zahlen

In coronagerechtem Abstand hatten sich Pfarrer Ryszard Strojek, die amtierenden Verwaltungsräte und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Helga Fritz in dem großen Saal versammelt, um ihrem »Fels in der Brandung« für seine hervorragende Arbeit zu danken. Pfarrer Strojek verlas und überreichte die Dank- und Anerkennungsurkunde von Peter Kohlgraf, Bischof von Mainz, und richtete seine persönliche Wertschätzung an den »Meister der Zahlen« sowie an dessen Frau und Familie für deren Unterstützung. Helga Fritz verband mit ihrem Dank an Koch den Hinweis auf dessen Verdienste als Leiter aller Wahlen in der Pfarrei seit 1993.

Er habe sein Mögliches gegeben, seine Arbeit gerne und mit Herzblut gemacht, unterstrich Werner Koch und dankte den vielen Verwaltungsräten in all den Jahren. Vier Pfarrer und vier Bürgermeister(innen) erlebte Kirchenrechner Koch, und bereits in den ersten Jahren nach Amtsantritt am 1. August 1993 bewährte er sich bei den großen Umbauten von Pfarrzentrum und Kindertagesstätte (Einweihung 1999). Die Kassenverwaltung sei früher ja auch sein Beruf gewesen, lächelte Koch. Er werde der Pfarrei gerne weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn er gebraucht werde, versprach der Vollblutprofi. Eigentlich hatte er mit 80 Jahren aufhören wollen. Aber Umstrukturierungen im Bistum veranlassten ihn aus Hilfsbereitschaft zur Übergangszeit.

Schaut Koch auf seinen Werdegang zurück, schmunzelt er. »Mit Zahlen habe ich schon immer gerne gearbeitet«, erzählt der rüstige 81-Jährige von der einzigen »Eins« im Rechnen auf seinen Volksschulzeugnissen. Mit fünf Jahren kam er aus dem Sudetenland nach Ober-Bessingen im Kreis Gießen, wohin er mit seinen Eltern und Geschwistern 1956 auch zog. Nach einer handwerklichen Ausbildung verdingte er sich ab 1958 für neun Jahre beim Bundesgrenzschutz. Im Rahmen der Berufsförderung fand er dann bei der Stadt Bad Nauheim eine Anstellung und zog 1967 nach Ober-Mörlen, wo er mit seiner Frau und den beiden Töchtern schnell heimisch wurde.

Fachreferent und Standesbeamter

Als Sachbearbeiter bei der Stadtkasse Bad Nauheim hatte er angefangen und trug später als Kassenverwalter und zum Schluss als Leiter der Finanzverwaltung die Verantwortung für die städtischen Finanzen. Nach 35 Jahren bei der Stadt Bad Nauheim ging Oberamtsrat Koch in Pension.

Daneben war er 22 Jahre hessischer Landesvorsitzender des Fachverbandes der kommunalen Kassenverwalter. Dort hat er unter anderem als Fachreferent für Aus- und Weiterbildung im kommunalen Finanzbereich jährlich zahlreiche Seminare veranstaltet. Auch als Standesbeamter der Stadt Bad Nauheim und als Fahrlehrer bei einer Ober-Mörler Fahrschule wirkte Koch.

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