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Der Bürgerbus ist da und wird ab November seinen Dienst antreten! Große Freude bei den AWO-Aktiven Gabi Zimmer-Rüfer, Christine Dauth, Wolfgang Klingohr, Waltraud und Gerhard Neisel.

AWO froh

Bürgerbus in Ober-Mörlen rollt bald

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Die AWO Ober-Mörlen ist seit wenigen Tagen stolzer Besitzer eines vom Land Hessen finanzierten Bürgerbusses mit neun Sitzen. Der Verein kann so seine seit fünf Jahren bewährten Fahrdienste ausweiten.

Diesem Tag haben die Aktiven im Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt seit einem Jahr entgegengefiebert: Weiß glänzend, mit dicken roten Streifen, Hessenwappen und Stiftungs-Logos versehen, steht der nagelneue Bürgerbus auf dem Parkplatz neben dem AWO-Häuschen an der Frankfurter Straße. Vorsitzende Waltraud Neisel öffnet die Schiebetür des Neunsitzers aus dem Hause Opel. Eine Trittstufe klappt sich aus und lädt zum Einsteigen ein. Hinter der Hecktür öffnet sich ein riesiger Kofferraum.

"Großartig, wir freuen uns sehr" strahlen Neisel und ihre Mitstreiter. Ihre Bemühungen um einen der insgesamt nur 60 Bürgerbusse in Hessen waren erfolgreich. Vom Förderprogramm hatten sie per Zufall im Fernsehen erfahren, sich sofort beworben und mithilfe der Landesstiftung "Miteinander in Hessen" ein Konzept für Betrieb und Unterhalt des Fahrzeugs erarbeitet - gerade noch rechtzeitig, bevor das 2,5-Millionen schwere Förderprogramm nun erschöpft ist. Sie seien einer der wenigen Vereine, die den Bürgerbus betreiben, erklärt Neisel. In den meisten Fällen kümmerten sich die Gemeinden. "Wir bieten schon seit fünf Jahren einen Bürgerfahrservice an", erzählen Neisel und ihre Weggefährten. Angesichts der steigenden Nachfrage sei der von Ärzten, Einkaufszentrum und Banken gesponserte Mazda aber immer häufiger an seine Grenzen gestoßen. Oft seien mehrere Fahrten nötig. Fast 100 Menschen würden derzeit transportiert.

Bus kann gemietet werden

Bei der wöchentlichen Tour zur Friedberger Tafel reiche der Kofferraum bei Weitem nicht aus, auch beim Einkaufsservice, Fahrten zu Ärzten oder Behörden steige die Nachfrage. Neisel: "In Ober-Mörlen leben 1039 Menschen, die älter als 67 Jahre alt sind, das entspricht 18 Prozent der Gesamtbevölkerung." Da sei der Bürgerbus, den - so der Plan - auch Familien oder Sportvereine mieten können, Gold wert.

Eigentlich sei der Bürgerbus ein Gewinn für jeden, der nicht mobil sei oder der Umwelt zuliebe das "Sammeltaxi" nutzen möchte, sagte Ober-Mörlens Ex-Bürgermeister und Elektromobil-Lotse Sigbert Steffens. Keinesfalls trete man in Konkurrenz zu Bus und Bahn, betont die AWO. Die VGO kenne das Konzept und habe keine Einwände geäußert. In Ergänzung zum ÖPNV wolle man Lücken schließen, das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken und die Lebensqualität steigern. "Wir haben uns für eine Mischform aus Liniensystem und Bestellsystem entschieden", erläutert Neisel. An einem halben Tag in der Woche könne der Bus vor die Haustür - auch in den engen Gassen - gerufen werden. An einem Vormittag in der Woche (voraussichtlich dienstags) fährt der Kleinbus ab November nach Fahrplan eine feste Route an den neuen "Mitfahrbänken" ab, die in diesen Tagen in allen Ortsteilen aufgebaut werden. Diese dienten natürlich nicht nur dem Bürgerbus als "Haltestelle". Jederzeit könnten hier Autofahrer und "Anhalter" zusammenkommen.

Auch die ersten sieben dieser Bänke hatte die AWO durch Sponsoren anschaffen können, das Parlament stimmte zu und die Gemeinde hilft dem Verein beim Aufstellen. Wie genau der Bus-Betrieb läuft, müsse sich einspielen, "da sind wir flexibel", sagt Neisel. Für den Augenblick habe man einen Fahrerpool, es würden aber weitere Freiwillige gesucht. Optional werde ein Fahrsicherheitstraining finanziert. Jeder Fahrer und alle Mitfahrenden seien automatisch versichert.

Die Finanzierung des Bürgerbus-Betriebs soll durch Werbung, Spenden, Mitgliedsbeiträge und Vermietung sichergestellt werden. "Wir suchen noch Sponsoren, der Bus bietet eine wunderbar mobile Werbefläche."

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