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Der Kontakt zur Bevölkerung werde in Nordkorea nicht gerne gesehen, berichtet Eckhard Fuss. Spaß hat er trotzdem bei seiner Reise.

Bewirtet wie ein Staatsgast

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Ober-Mörlen(hau). Auf wenig Verständnis in seinem Umfeld stieß Eckhard Fuss im Vorfeld seiner Reise im September nach Nordkorea. Nach seiner Rückkehr sei das Interesse an seinen Erfahrungen gleichwohl groß, hat Fuss erfahren und berichtet aus dem kommunistischen Staat mit dessen ideologischen Eckpfeilern der politischen, wirtschaftlichen und militärischen Souveränität.

Wie Fuss berichtet, lebe die politische Elite in Pjöngjang, anderen würden Wohnort und Wohnungen zugewiesen und bezahlt, für Nahrung und Kleidung gebe es Gutscheine vom Staat, außerdem Lebensmittelrationen sowie Zugang zu Arbeit und Bildung für jeden. Das straff organisierte Tagesprogramm führte die Reisegruppe im Bus, in der Metro und per Rad durch die Stadt. An den Haltestellen für Oberleitungselektrobusse seien lange Warteschlangen aufgefallen, imposant der Welt größtes Stadion "Erster Mai", der große Studienpalast des Volkes, die kuppelförmige Eissporthalle und die vielen, in Pastellfarben leuchtenden Plattenbauten mit den großen Solarzellen.

Die Gruppe besuchte das Großmonument Mansudae mit den 20 Meter hohen Bronzefiguren von Kim II-sung und Kim Jong-il. Im Kinderpalast erlebte man musikalische Aufführungen, Unterricht in Kalligrafie, Taekwondo oder Tanz. Mit dem Bus ging es Fuss zufolge über mitunter achtspurige, aber fast leere Autobahnen zum Geburtshaus von Kim II-sung, einem nordkoreanischen Wallfahrtsort, und weiter zum Myohyang-Gebirge und seinen Wasserfällen.

In der hügeligen Landschaft beobachteten die Reisenden hart arbeitende Menschen auf den Feldern für Mais, Reis und Kohl. Zu den Sehenswürdigkeiten zählte in der Hafenstadt Nampo der Westmeerstaudamm, später die Grabstätten von König Tongmyong sowie von König Kongmin und seiner Frau. In der Industriestadt Kaesong sei man bei Panmunjom zur demilitarisierten Zone gekommen. Es gebe noch keinen Friedensvertrag, erfuhren die Reisenden.

Gezahlt wurde mit chinesischen Yuan, Dollar oder Euro, die Ausgabe von koreanischer Währung an Fremde sei nicht erlaubt, berichtet Fuss und erinnert sich an zwei Höhepunkte der Reise: den Nationalfeiertag am 9. September mit Tanzveranstaltungen auf allen Plätzen sowie eine gigantische Tanz-, Musik- und Akrobatik-Schau mit mehr als tausend Aktiven in einem der vielen Stadien. "Als Tourist mangelt es einem an nichts", schließt Fuss, man werde umsorgt und bewirtet fast wie ein Staatsgast. Einzelhandel oder öffentliche Gastronomie suche man vergebens. Der Kontakt zur Bevölkerung werde nicht gerne gesehen.

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