Ein Baum, an dem Äpfel und Birnen wachsen

Ober-Mörlen (hau). Eigentlich hatte Karlheinz Scheibel nur seine Birne veredeln wollen. Versehentlich pfropfte er ihr einen Apfel auf. Jetzt hat er den Salat – oder besser: eine für die Wetterau einmalige Attraktion: Seit letztem Jahr wachsen auf seinem Bäumchen Äpfel und Birnen.

Heuer trägt der tapfere Kerl sogar die ersten Früchte. »Die schmecken ganz normal lecker«, findet der Obst- und Gartenbauexperte, »die große Winterbirne nach fruchtiger Novembra und der knackige Winterapfel nach süß-säuerlichem Topaz«.

»Das geht gar nicht«, sind sich indes die Fachleute landauf, landab sicher. Höchstens vielleicht vorübergehend auf einer Quitte-A-Unterlage. Unverträglichkeitsreaktionen seien zu erwarten. Auch Scheibel rechnet damit, dass sich die Unterlage über kurz oder lang wehren und den Apfel abwerfen wird. Bis dahin will er die Früchte aber gerne genießen. Und vielleicht schreibt Scheibel ja sogar ein ohnehin nicht ganz korrektes Sprichwort neu: »Äpfel und Birnen kann man doch vergleichen.«

Beide, Äpfel wie Birnen, gehören zu den Kernobstgewächsen und haben schon deshalb viele Gemeinsamkeiten. Ein Apfel hat allerdings sieben Prozent weniger Kalorien, dafür hat die Birne zwanzig Prozent weniger Fett. Nur weil Birnen süßer schmecken als Äpfel, sind sie nicht weniger gesund. Birnen sind zwar etwas kalorienreicher, schneiden aber bei den Mineralstoffen besser ab. Und weil sie reicher an Phosphor, Kalium und Kalzium sind, wirken Birnen entschlackend und entwässernd und regen dadurch den Stoffwechsel an.

Zwei Punkte für den Zwitter

Wer eine Diät hält, sollte eher zur Birne greifen, ihr geringerer Säuregehalt tut nämlich dem Magen gut. Als Vitaminlieferant schneidet allerdings der Apfel besser ab. Er enthält bis zu doppelt so viel Vitamin C wie die Birne. Nicht von ungefähr heißt es, dass ein Apfel am Tag den Doktor erspart. »An apple a day keeps the doctor away«, sagt der Brite. Im Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen steht es also 1:1. Macht exakt zwei Punkte für den Apfelbirnbaum von Karlheinz Scheibel.

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