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Anlässlich des offiziellen Beginns der Erschließung des zweiten Bauabschnitts auf der Schießhütte II greifen zum Spaten: Bürgermeisterin Kristina Paulenz (3. v. r.), für die Grundstücksentwicklungsgesellschaft Projektleiterin Friedericke Dietrich (l.) und die Geschäftsführer Fabian Schäfer (4. v. l.) und Heiner Geissler (r.) sowie Volksbankvorstand Thomas Emich (3. v. l.) sowie Bernd Becker (Büro Zick-Hessler, 2. v. l.) und Petra Schwarz (Baufirma, 2. v. r.).

Schießhütte II in Ober-Mörlen

Auftakt für neue Bauplätze: »Größer als ich dachte«

  • vonAnnette Hausmanns
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Der erste Spatenstich ist erfolgt: Im Ober-Mörler Neubaugebiet Schießhütte II entstehen 75 Bauplätze. Die Nachfrage ist größer als das Angebot. Die Vermarktung steht nach der Sommerpause an.

Seit wenigen Tagen ist das für viele Bürger erstaunliche Ausmaß des zweiten Bauabschnitts im Ober-Mörler Neubaugebiet Schießhütte II in den Fokus gerückt. Große Erdhügel und breit planierte Straßen wuchsen quasi über Nacht aus Feldern und Weiden. Der feierliche erste Spatenstich signalisierte am Montag den offiziellen Start der Erschließung von 6,7 Hektar Land für 75 Bauplätze. Die Vermarktung soll nach der Sommerpause beginnen.

Staunend durchschritten am Sonntag Heerscharen von Ober-Mörler Bürgern das Neubaugebiet Schießhütte II. Neben den Fortschritten an den schmucken Neubauten im ersten Bauabschnitt stieß Bauabschnitt zwei auf besonders reges Interesse.

Riesige Erdbewegungen

Zwar waren hier schon über Wochen zwischen Mitte Januar und Ende Februar Bäume gefällt, Hecken und Hütten dem Erdboden gleichgemacht worden. Aber die riesigen Erdhügel und die planierten und verdichteten Straßenzüge waren gefühlt »über Nacht« entstanden, wo »eben« noch der Maishäcksler erntete, Pferde und Rinder grasten.

»Dass das so groß wird, hätte ich nicht gedacht«, war zu hören, und dass die Haupterschließungsstraße wie eine Prachtallee wirke. Fast machte sich so etwas wie Goldgräberstimmung breit, derweil die sonst so gefräßigen XXL-Bagger ordentlich aufgereiht im warmen Licht der Abendsonne vor sich hin träumten.

Viel Bewegung in der Hügellandschaft

Als sich am Montagmittag Vertreter von Kommune, Bauträger, Planer und Bauunternehmer zum feierlichen ersten Spatenstich trafen und die symbolischen Schippen Sand in die Höhe warfen, war es mit der idyllischen Ruhe auf der Großbaustelle freilich längst vorbei.

Im Minutentakt passierten Lastwagen und Muldenkipper, in der Hügellandschaft ackerten Bagger und Planierraupen, und während am Wegesrand Kanalrohre auf ihren Einsatz warteten, wurden gegenüber die Reste einer alten Ranch entsorgt.

Dass der zweite von drei geplanten Bauabschnitten vergleichsweise gigantisch wirkt, war mit Blick auf die Pläne abzusehen: Auf 6,7 Hektar, davon 1,4 Hektar Straße, werden 75 Bauplätze geschaffen - also über dreimal so viele wie im vor zwei Jahren eröffneten ersten Bauabschnitt mit 20 Grundstücken auf 1,9 Hektar.

Wie Geschäftsführer Fabian Schäfer von der Grundstücksentwicklungsgesellschaft (GEG) weiter erläuterte, werde es im neuen Bauabschnitt auch Geschosswohnungsbau geben, Einliegerwohnungen seien ausdrücklich erlaubt.

200 Wohneinheiten geplant

Am Ende würden es vermutlich knapp 200 Wohneinheiten, ergänzte GEG-Projektleiterin Friedericke Dietrich. Es gebe bereits viermal so viele Interessenten wie Baugrundstücke, Tendenz steigend.

Die Grundstücksgröße variiere zwischen 300 und 700 Quadratmetern. Mit der Vermarktung werde man voraussichtlich nach der Sommerpause starten. Die Erschließungszeit werde sich bis zum Sommer nächsten Jahres hinziehen, im Sommer 2022 sei dann auch mit der Übergabe der Bauplätze zu rechnen.

Man freue sich, alle Partner aus dem ersten Bauabschnitt weiterhin im Boot zu haben, lobte Schäfer die gute Zusammenarbeit mit Generalunternehmer Hinterlang, Ingenieurbüro Zick-Hessler und Planungsbüro Fischer, aber auch den guten Draht zur Kommune.

Verschmutzung in Grenzen halten

Nicht zuletzt zeigte sich Volksbank-Vorstand Thomas Emich erfreut über die positive Entwicklung der Gemeinde und das Vertrauen in sein Haus. Angesichts der Begleiterscheinungen auf einer solch großen Baustelle bitte man die Bevölkerung um Verständnis, sagte Schäfer. »Wir bemühen uns, die Verschmutzung im Maß zu halten.«

Die Haupterschließungsstraßen bekommen eine Asphaltschicht, die Nebenstraßen werden geschottert, erklärte Bauleiter Markus Becker. Mit pragmatischen Lösungen wie dem Lagern der Aushebungen vor Ort (statt sie abzufahren) wolle man Belastungen verringern.

Wie Bernd Becker (Zick-Hessler) erläuterte, werde man die über einen Kilometer lange Entwässerungsleitung - ans ausgelastete bestehende Netz kann sie nicht angeschlossen werden - bis an die Usa im Bereich der Usinger Straße in geschlossener Bauweise ausführen. Beim »Mikrotunneling« wird der Kanal in acht Metern Tiefe »durchgeschossen«.

Schießhütte II: B-Plan hat Rechtskraft

Bürgermeisterin Kristina Paulenz bekräftigte, dass alle Genehmigungsprozesse sauber abgearbeitet worden seien. Dazu zählte die Rathauschefin auch die Rechtskräftigkeit des Bebauungsplanes mit integrierter Gestaltungssatzung für den zweiten Bauabschnitt.

Das just von der Bürgermeisterin unterschriebene Planwerk war am vergangenen Freitag durch Bekanntmachung im Gemeindeblatt in Kraft getreten.

Im vergangenen Dezember hatte die Gemeindevertretung den Satzungsbeschluss nebst vier Zusätzen gefasst, die so auch umgesetzt und zwecks Zeitersparnis in einer ersten Änderung zum B-Plan manifestiert werden: Beleuchteter Fußweg zwischen Dr.-Werner-Stoll- und Hasselhecker Straße, keine Riegelbebauung am Westrand des Geltungsbereiches, Ausgleichspflanzungen und Lärmschutzberechnungen.

Alle Vorarbeiten seien rechtens, sagten die Fachleute vor Ort und reagierten damit auf Bürgerfragen.

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