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Langjährige Mitglieder werden für ihr Engagement im Verein geehrt. Seit 50 Jahren dabei: Karl-Heinz Bayer (5. v. l.). Landrat Jan Weckler (2. v. l.), Dr. Hendrik Kamps vom Fachdienst Landwirtschaft (l.) und Bürgermeisterin Kristina Paulenz freuen sich mit.

Die Artenvielfalt erhalten

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Ober-Mörlen(hau). Fünf Tage lang hatten die Vogelfreunde die Usatalhalle in eine Art Birkenwald verwandelt. Über 100 Exemplare ihrer gefiederten Freunde hatten die Vereinsmitglieder für ein Wochenende in Volieren und Schaukästen einquartiert, dazu noch einmal so viele Jungvögel in der Verkaufsbörse. Hunderte Besucher folgten anlässlich des 50-jährigen Vereinsbestehens der Einladung zur Jubiläums-Vogelschau und tauchten ein in geradezu exotisch anmutende, von Vogelgezwitscher erfüllte Gefilde.

Gelassen hockten fein gezeichnete Ringelastrilds aus der artenreichen Familie der australischen Prachtfinken auf ihren Stangen, Schildsittich, Pennantsittich und Prachtrosella legten sich in ihre bunten Gefieder, afrikanische Mohrenkopfpapageien und Pfirsichköpfchen gaben sich ein majestätisches Stelldichein, in den schillerndsten Farben pickten Sittiche und Kanarien an ihrem Futter und in ihrer großen Voliere zogen der gigantische Orpingtonhahn und sein bernsteinfarbener Harem bewundernde Blicke auf sich.

Gerne forderten die Gästescharen an der vom Verein reich gefüllten Traditionstombola ihr Glück heraus und kamen am Tortenbuffet im Ausstellungscafé ins Gespräch. Besonders in der Vogelbörse wurde gefachsimpelt und so manche Neuerwerbung für die heimische Voliere aufgetan.

Zur Eröffnung der Traditionsschau hatten die Vereinsvorsitzenden Hans Scheibel und Alfred Moritz neben ihren Weggefährten und Besuchern auch Bürgermeisterin Kristina Paulenz, Landrat Jan Weckler und dessen im Fachbereich Landwirtschaft für Kleintierzucht zuständigen Mitarbeiter Dr. Hendrik Kamps willkommen geheißen. Sie liebe Vögel sehr, war Bürgermeisterin Paulenz, selbst langjährige Vogelfreundin, voll des Lobes für diese "wunderbaren Geschöpfe".

Ebenso wie die Rathauschefin überbrachte auch der Wetterauer Landrat Jan Weckler herzliche Glückwünsche zum Vereinsjubiläum. Über seinen Schwiegeropa Willi Geck, Gründungsmitglied und einst Vereinsvorsitzender, habe er viel über das Hobby der Vogelzucht gelernt, sagte Weckler. Sich nachhaltig und regelmäßig um die anvertrauten Lebewesen zu kümmern, verkörpere Werte wie den Erhalt der Artenvielfalt, Verantwortung und Kontinuität sowie den Wert des Lebens an sich - erst recht in einer Zeit weit verbreiteter Bindungslosigkeit, wie man sie heute erlebe. Mitmenschen könnten sich auf die Beratung durch profunde Kenner verlassen. Vogelzucht sei gelebter Naturschutz, ergänzte Kamps.

Oase der Erholung

Vereinsmitglied Alfred Kuhn hatte in seinem Rückblick auf die Vereinsgeschichte die Weitsicht der Gründer hervorgehoben. Als Ausgleich zur Hektik des Alltags sei ihr Hobby heute mehr denn je eine Oase der Erholung, außerdem ein von Kameradschaft geprägter Zusammenhalt. Natürlich plagten auch Alltagssorgen wie die um den Fortbestand des Vereins und seiner traditionsreichen Ausstellung. "Sie sehen hier die Arbeit eines ganzen Züchterjahres", sagte Kuhn. Jetzt gelte es, in Konkurrenz zu modernen Freizeitfeldern zu bestehen und Zukunft zu gestalten. Für alle, die ihr Herz für das naturnahe Hobby entdeckten, stünden sie mit Rat zur Seite.

Die Feierstunde nutzten die Vogelfreunde auch zur Ehrung der langjährigen Mitglieder: Heinz Lottig und Jörg Scherer (je 15 Jahre), Martin Petith und Heiko Weisel (je 20 Jahre), Thomas Fritz (30 Jahre), Hans Scheibel, Alfred Kuhn und Robert Schimpf (je 35 Jahre) sowie Günter Heil (45 Jahre).

Seit 50 Jahren und damit seit Beginn an halten Franz Prosser - er konnte krankheitsbedingt nicht zur Ehrung kommen - und Karl-Heinz Bayer ihrem Verein für Vogelfreunde die Treue.

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