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Zwischen Streuobst gedeiht am Freizeitheim "Uhu" auch eine Blühwiese.

Große Ehre

Arbeitskreis Naturschutz in Langenhain-Ziegenberg erhält Bürgerpreis

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Viel Engagement und Herzblut: Max Klenner und seine Weggefährten vom Arbeitskreis Naturschutz bringen nachhaltige Projekte auf den Weg.

Tatsächlich ist es so, dass Andreas Klenner - oder Max, wie ihn alle nennen - tagtäglich in der Natur um sein Heimatdorf Langenhain-Ziegenberg unterwegs ist. Das bringt schon sein Beruf als Baumpfleger mit sich. Aber auch jede freie Minute widmet er dem Schutz der Natur, dem Ausbau naturnaher Lebensräume und der Werbung für die gute Sache. "Das geht natürlich nur gemeinsam", pflichten die Mitstreiter vom Arbeitskreis Naturschutz (AKN) ihrem Vorsitzenden bei.

Vergleichsweise neu im Team sind die zweite Vorsitzende Freya Jäschke und ihr Mann Thomas. Den beiden bereiten die Planungen, die Kraftanstrengung in der Natur und das Miteinander Gleichgesinnter viel Freude. "Was am Ende rauskommt, ist für eine so kleine Gruppe ziemlich groß", findet auch Klaus Spieler, der sich neben den zahllosen praktischen Einsätzen auch um die Kasse des 15-köpfigen Vereins und um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert.

Ihre Projekte seien teilweise so alt, wie die Gruppe selbst, lächelt Willi Liebert und blickt auf 28 Jahre Naturschutzgeschichte im Dorf zurück. Als Erich Schäfer und Gerd Saltenberger 1991 zu einer ersten Versammlung ins Dorfgemeinschaftshaus eingeladen hatten, waren 30 Leute gekommen. Fünf davon setzten sich fortan in der örtlichen Naturschutzgruppe ein. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Erich Schäfer, Gerd Saltenberger, Hans Jörg Langen, Roger Möckel, Manfred Rother Uhlar und Willi Liebert. Zum aktiven Kern gehören seit langem auch die ehemaligen Vorstände Erik Meyer und Stefan Kottwitz mit seiner Frau Doris.

Kleine Projekte wurden gleich in Angriff genommen: Brutmöglichkeiten für Hirsch- und Nashornkäfer im Wald "Am Heiligenholz" und Einbauten für Fledermäuse im Luftschutzstollen Ziegenberg. Die nachhaltigen Projekte, die die Gruppe seither mit schier unglaublicher Energie auf die Beine gestellt hat, ist aller Ehren wert. Im vergangenen Jahr wurde der kleine Verein als gemeinnützig anerkannt und kürzlich ehrte die Sparkasse Oberhessen den Arbeitskreis als einen von elf Wetterauer Vertretern mit dem Bürgerpreis - Kategorie: Alltagshelden. Das sind sie wahrlich. Gemeinsam plant, pflegt und beschildert der Arbeitskreis natürliche Biotope in der Gemarkung. Besondere Würdigung gab es darum für das langfristige Projekt der Anlage und Pflege von Biotopen in der Gemarkung Langenhain-Ziegenberg.

28 Jahre Naturschutz

Als die Gruppe im Sommer zu einem Rundgang seiner Projekte eingeladen hat, staunte sie selbst über den Umfang: Auf der Dorfwiese gab es eine große neue Blühfläche zu bewundern. Im ehemaligen Trafoturm der OVAG, mit den eigens eingebauten Nisthilfen für Schleiereulen und Fledermausquartieren, vermehrten sich in diesem Jahr sogar Falken. Feldgehölze durchziehen die Ackerflächen, der Fledermausbunker wird gut angenommen und am "Dicken Busch" bietet eine Feuchtwiese besondere Lebensbedingungen. Gleiches gilt für den Übchesborntümpel, den Blaupfützenlachentümpel und den Trieschwiesentümpel - mit Unterstützung durch Klaus Müller.

Am Steinbruch gedeiht ein Trockenrasenbiotop und Streuobstwiesen am Muckeberg sowie nahe dem Freizeitheim "Uhu", mit dem lauschigen Ruheplatz an der Heinrich-Kratkey-Kastanie. Hier hatte Kratkey ein Voge

lschutzgehölz geschaffen. Die Gruppe übernahm es in den 90er Jahren in Betreuung und Pflege. Bemerkenswert sind auch viele andere Initiativen wie etwa die Vermehrung der "Jungen Riesen" zum Erhalt einzigartiger Baum-Landschaftsdenkmäler. Edmund Schneider und Helmut Ludwig schufen eins zahllose Nistkästen für den bis heute regelmäßigen Gebrauch.

Am Bachmuschelprojekt der Notgemeinschaft Usa beteiligt sich der AKN ebenso wie an den Ferienspielen der Gemeinde. Mit den Kindern der örtlichen Kita Sonnenstrahl werden Äpfel geerntet und gepresst und auch die AKN-Obstsortenausstellung beim Mostfest vom Gesangverein Liederkranz ist legendär. Klaus Spieler trug in diesem Jahr über 170 verschiedene Apfel-, Birnen-, Quitten und Wildobstsorten zusammen und konnte auch in anderen Gemeinden Fragen zur Bestimmung seltener Sorten beantworten. Da liegt es nahe, dass die hessische Obstwiesenroute einen Schlenker eigens durch Langenhain-Ziegenberg macht. Gerade ist die Gruppe damit beschäftigt, alle Projekte professionell zu beschildern. "Eine schöne Gemeinschaft und nie langweilig", sinnieren die Naturschützer.

Mitglieder willkommen

Obwohl die kleine Gruppe des Arbeitskreis Naturschutz seit fast 30 Jahren eine stabile Anzahl an Mitgliedern hat, würde sie sich über Zuwachs freuen: "Natürlich wäre es prima, wenn wir weitere Mitstreiter gewinnen könnten", sagt Klaus Spieler. Die Gruppe trifft sich regelmäßig am ersten Mittwoch im Monat im Alten Rathaus in Langenhain-Ziegenberg. Weitere Informationen zu den Projekten und einem Mitgliedantrag gibt es unter arbeitskreis-naturschutz.org.

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