Ein Stück Sportplatz - mittlerweile durch herbstliche Niederschläge schon wieder besser bewässert - soll zeigen, dass die Bewässerung im Sommer verbessert werden muss. FOTO: HAU
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Ein Stück Sportplatz - mittlerweile durch herbstliche Niederschläge schon wieder besser bewässert - soll zeigen, dass die Bewässerung im Sommer verbessert werden muss. FOTO: HAU

Arbeit für die Ausschüsse

  • vonAnnette Hausmanns
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Ober-Mörlen(hau). Sechs Haupttagesordnungspunkte hielt die jüngste Parlamentssitzung am Dienstagabend in der Usatalhalle bereit. Die Änderungen zweier Satzungen (Wasserversorgung, Entwässerung) wurden vertagt, weil der Haupt- und Finanzausschuss nach eingehender Beratung mit Experten noch keine Beschlussvorlagen erarbeiten konnte. Mit dem "Gesamtkonzept Friedhof" wurde der Gemeindevorstand einstimmig beauftragt (Bericht folgt). Die drei anderen Themen wurden nach kurzen Diskussionen jeweils unisono zur weiteren Beratung in die Ausschüsse verwiesen.

Defibrillator:Die FWG hatte die Anschaffung eines Defibrillators fürs Rathaus beantragt. Wie Fraktionsvorsitzender Jürgen Schneider erläuterte, würde man ein solches Erste-Hilfe-Gerät gerne im Haupteingangsbereich (Foyer) des Schlosses installiert sehen.

Marco Hosenseidl (CDU) und Joachim Reimertshofer (SPD) wandten ein, dass es noch Klärungsbedarf gebe und wünschten sich den Verweis in den Sozialausschuss. Unter anderem soll geklärt werden, welche Art von "Defi" angeschafft werden soll sowie welche Kosten und Wartungsaufgaben auf die Gemeinde zukämen. Gerne würde man für diese Aufgabenstellung den Seniorenbeirat im Boot haben, der sich mit dem Thema schon beschäftigte.

Fahrradständer:Die SPD schlug in ihrem Antrag vor, dass alle Fahrradständer vor öffentlichen kommunalen Liegenschaften auf ihre Aktualität und Sicherheit zu überprüfen und gegebenenfalls auszutauschen oder zu ergänzen seien. Mario Sprengel (SPD) erklärte, dass moderne Räder mit breiteren Reifen nicht in die alten Ständer passten. Ohnehin seien Bügel zum Anlehnen und Anschließen der Velos vorzuziehen.

Laura Wölfl (FWG) befürwortete das Vorhaben auch im Namen ihrer Fraktion, die sich im Ausschuss gerne genauer über Produkte, Standorte und Kosten informieren würde.

Bewässerung Sportgelände:"Ich hab euch mal was mitgebracht", versprach Achim Glockengießer (SPD) und präsentierte eine Kiste mit einem sorgfältig abgestochenen Stück Gras. Das dürftige Grün täusche, es handle sich keineswegs um Magerrasen aus dem Naturschutzgebiet. Vielmehr hatte der Abgeordnete ein Stück Sportplatz mitgebracht - nach vorheriger Absprache und mit dem Versprechen, es am nächsten Morgen zurückzupflanzen. Die Probe stand als pars pro toto für den Bewässerungsnotstand auf dem Sportplatz, aber auch auf den angrenzenden Flächen beim Tennisclub und beim Reit- und Fahrverein. Verschärft wurde die Situation noch durch die vergangenen trockenen Sommer mit dem nachvollziehbaren Verbot, kostbares Trinkwasser oder Oberflächenwasser zur Bewässerung der Plätze zu verwenden.

Mit großem Aufwand seien die beiden Fußballplätze auf Gemeindegrund unlängst saniert worden. Das investierte Geld "verbrenne" nun buchstäblich unter der Sommersonne, führte Glockengießer vor Augen.

Aus der Not heraus gebar die SPD einen viergliedrigen Antrag zur Bewässerungsverbesserung. Beim Bau des Regenrückhaltebeckens zur Entwässerung des Neubaugebiets mit einem Volumen von 2200 Kubikmetern Wasser könnten Vorkehrungen getroffen werden, um einen Teil des Wassers dem rund 300 Meter entfernt Sportgelände zuzuleiten. Eine Kosten-Nutzen-Analyse zur Revitalisierung der vorhandenen Zisterne könne eingeleitet werden, außerdem die Kostenermittlung für eine Vergrößerung der Zisterne. Zu prüfen sei, ob es für derartige Maßnahmen Zuschüsse gebe.

Nein zu Kunstrasenplatz

Wie Glockengießer ausführte, reiche die Dachfläche des Sportheims nicht aus, um eine Zisterne zu füllen. Das habe mithilfe der privaten Ober-Mörler Wetterstation von Andreas Geck der Blick auf die durchschnittlichen Regenmengen gezeigt. Unterdessen biete das Regenwasserreservoir in dem geplanten Becken das Doppelte von dem, was der SVO brauche. Auch die Nachbarvereine hätten in Gesprächen Interesse an der Prüfung einer besseren Wasserversorgung gezeigt. "Das ist aktive Vereinsförderung", sagte Glockengießer.

Jürgen Schneider (FWG) befürwortete eine Prüfung mit Sinn und Augenmaß, obschon die Realisierung dauern könne. Holger Reuß (CDU) gab zu bedenken, dass zahlreiche Vorschriften zu beachten seien, auch Kosten und Unterhaltung seien nicht so ohne. Das Thema gehöre in den Ausschuss, wo es auch die anderen Fraktionen gerne aufgreifen werden. Keinesfalls werde hier aus ökologischen und aus Kostengründen ein Kunstrasenplatz zur Diskussion stehen, war man sich einig.

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