Ein Höhepunkt: Von ganz oben grüßt der Elferrat der KG.
+
Ein Höhepunkt: Von ganz oben grüßt der Elferrat der KG.

Abgesoffen, umgestiegen: Der TÜV war's

Ober-Mörlau (en). »Im letzten Jahr hatten wir über 40 Wagen, diesmal sind’s nur 28« – gleich zu Beginn wiesen gestern Mittag die Offiziellen von KG und MCC auf das hin, was die Zuschauer beim Mörlauer Lindwurm nachher auch tatsächlich vermissten: »Die Motivwagen haben wir nicht mehr geschafft.« Der TÜV war schuld, und dieses Thema zog sich durch den ganzen Umzug.

Die Kommentatoren Burkhard Wahl und Holger Reuss freilich nahmen schon gleich am Start etwaigen Meckerern den Wind aus den Segeln: Beide Ober-Mörler Faschingsvereine hätten um die 15 000 Euro in die Aufarbeitung der Wagen gesteckt, und jeder obendrein 1500 Arbeitsstunden.

+++ Zur Bildergalerie

Messen lassen müssen sich die Wetterauer Narren, die einmal mehr gut vertreten waren von Pohl-Göns bis Okarben, von Erbstadt bis Ober-Hörgern, an den Ankündigungen: Im nächsten Jahr komme man wieder mit fahrbarem Untersatz.

Dass die Straßenränder nicht ganz so voll standen wie im letzten Jahr, hat mit der Zahl der Wagen und dem vorher schon durchgesickerten Fehlen aller Motivwagen sicher nichts zu tun: 2013 hatten alle heimischen Züge bei Kaiserwetter Rekordbesuch gemeldet – dieses hohe Niveau konnte nicht gehalten werden.

»Vom TÜV geschieden« worden war die SKG Okarben, den Ockstädter »Protestwagen« mussten die Engel selbst ziehen, das große Schiff der Ober-Hörgerner Wetterpiraten ließen die Kontrolleure »absaufen«, die Seeräuber mussten genauso laufen wie das Rosbacher Prinzenpaar, laut dem Hasenspringer-Männerballett hat sogar des Brauchtums letztes Stündchen geschlagen, und der Elferrat der Nieder-Weiseler Narrenzunft war umgestiegen in einen Kleintransporter – mit TÜV.

Schöne Ideen hatten wieder die vier teilnehmenden Ober-Mörler Ortsvereine eingebracht: Die Tischtennisspieler waren die Flaschen in einer riesigen Bierkiste, aus den Pferden des Reit- und Fahrvereins waren Zebras geworden, der TSC warb fürs Boßeln, und der SV stimmte sich in Fußballfeld-Umhängen schon auf die WM ein.

All ihre Gruppen präsentierten die »Profis« vom MCC und der KG, die nach zwei Jahren an der Spitze diesmal wieder den Schlusspunkt setzte. Angesichts fehlender Politikschelte versuchten sie, mit anderen Qualitäten zu punkten. Mit den brasilianischen Rhythmen der Dibbeklobber beispielsweise der MCC, mit der »Feierwehr« in TÜV-Kitteln, dem neuen Lok-Wagen des Jugendelferrats, der großen Gruppe der Waldhexen, den Viererbobs vom Männerballett. Während bei der KG die gruseligen Wintersteingeister kleine und große Kinder am Straßenrand erschreckten, das Weiberkomitee (im Jubiläumsjahr in Trachtengrün) Bonbons vom Wagen warf und auch die Kaktussis (ebenfalls im 25. Jahr) mit einer enorm großen Gruppe angetreten waren. Beide Vereine glänzten zudem mit Nachwuchsgruppen, wie sie sonst kaum ein Wetterauer Brauchtumsverein aufweisen kann – von der Purzelgarde bis zu den Großen Funken.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare