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65 Jahre Dienst »im Weinberg des Herrn«: Pfarrer Eduard Scheld feiert ein seltenes Priesterjubiläum.

65 Jahre seelsorgerisches Wirken

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Ober-Mörlen (pm). Dieses seltene Jubiläum ist nicht jedem vergönnt, sei es die eiserne Hochzeit oder eben das eiserne Priesterjubiläum. Eduard Scheld (91), früherer und langjähriger Pfarrer von Oppershofen, kann am heutigen Freitag auf dieses außergewöhnliche Fest zurückschauen; »auf 65 Jahre priesterlichen Wirkens im Weinberg des Herrn«. Am 26. Februar 1956 wurde er im Hohen Dom zu Mainz zum Priester geweiht.

Eduard Siegfried Scheld erblickte am Freitag, 4. Oktober 1929, in Oderberg in der Mark Brandenburg, als siebtes und jüngstes Kind seiner Eltern Eduard und Anna Scheld das Licht der Welt. Er besuchte die Grundschule in Neuglietzen und ging später auf das humanistische Gymnasium in Bad Freienwalde. Im Zuge des 2. Weltkriegs musste die Familie fliehen und kam 1945 nach Tailfingen auf die Schwäbische Alb, wo bereits Schelds ältere Schwester an einem Institut wissenschaftlich tätig war. Dort machte er sein Abitur.

Später zogen die Eltern nach Eiserfeld bei Siegen, dem Geburtsort des Vaters. Scheld selbst trat im Jahre 1950 ins Mainzer Priesterseminar ein und wurde mit der »Tonsur« in den Klerikerstand erhoben. Nach vier Semestern Studium in Mainz ging Scheld 1952 nach Südfrankreich, um in Toulouse für ein Jahr Theologie zu studieren. Hier erwuchs in ihm die Liebe für das Nachbarland, dessen Kultur, Sprache und Essen. Noch bis vor drei Jahren verbrachte er seinen Urlaub in der Provence.

Erste heilige Messe in Eiserfeld

Scheld wurde dann am 26. Februar 1956 im Hohen Dom zu Mainz durch Gebet und Handauflegung des Bischofs von Mainz, Dr. Albert Stohr, zum Priester geweiht. Seine erste heilige Messe hielt er am Sonntag, 4. März 1956, in Eiserfeld. Noch im selben Jahr kam er nach Neu-Isenburg, wo er bis 1959 als Kaplan wirkte. Weitere Stationen waren Bodenheim und Gau-Algesheim, ehe er am 15. November 1963 als Nachfolger von Pfarrer Georg Morschel seine erste und einzige Pfarrstelle in Oppershofen antrat.

Eduard Scheld hat hier in den fast 56 Jahren als Pfarrer zahlreiche seiner ihm anvertrauten Gläubigen seelsorgerisch betreut. So hat er über 800 Kindern das Sakrament der Taufe gespendet, zahlreiche Jugendliche begleitete er zum ersten Mal zum Tisch des Herrn und bereitete sie später vor, um das Sakrament der Firmung zu erhalten. Vielen Paaren assistierte er, als sie sich das Sakrament der Ehe spendeten. Ebenso begleitete er in dieser Zeit alle Oppershöfer, auf ihrem letzten Weg. Über Jahre hinweg war er Religionslehrer in Schulen in Oppershofen, Rockenberg, Bad Nauheim und Butzbach, und noch mit weit über 70 Jahren unterrichtete er in der Grundschule seiner Pfarrei. Hinzu kamen die Katholiken aus Steinfurth, die, bevor sie der Pfarrei Bad Nauheim zugeteilt wurden, ebenfalls von Pfarrer Scheld betreut wurden. 24 Jahre hindurch, von 1984 bis 2008, war Scheld noch zusätzlich Seelsorger von Gambach. Zweimal wurde die Pfarrkirche St. Laurentius unter seiner Regie renoviert: 1973 bis 1976 und zu Beginn der 2000er Jahren.

Im Laufe der Zeit wurden ihm einige Ehren zuteil. Den Titel eines »Geistlichen Rates« zum Beispiel, den ihm der Bischof von Mainz verleihen wollte, lehnte er in seiner Bescheidenheit dankend ab. Auf der anderen Seite freute er sich sehr, als er im Dezember 2003 zum ersten Ehrenbürger der Gemeinde Rockenberg ernannt wurde. Eine Besonderheit dürfte wohl sein, dass die Gemeinde Rockenberg einen Platz nach ihm benannte: den Pfarrer-Eduard-Scheld-Platz.

Scheld feierte in seiner Gemeinde auch alle seine Jubiläen wie die runden Geburtstage, das silberne (1988) und goldene (2013) Ortsjubiläum als Pfarrer von Oppershofen, aber auch seine Priesterjubiläen: das silberne (1981), das goldene (2006), das diamantene (2016) und in diesem Jahr nun auch das eiserne. Bei den Gottesdiensten war ihm immer eine würdige und passende Liturgie wichtig, wobei die Kirchenmusik eine besondere Rolle spielte. Gerade die Musik in der Liturgie zieht sich wie ein roter Faden durch sein priesterliches Wirken.

Leider lässt es die derzeitige Situation der Corona-Pandemie, aber auch sein gesundheitlicher Zustand, nicht zu, dass Scheld sein besonderes Priesterjubiläum öffentlich feiern kann, im Kreise seiner früheren Gemeinde und mit einem festlichen Gottesdienst, wie er es immer gewohnt war.

Eduard Scheld als Student

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